Kulturbühne zeigt „Trennung frei Haus“
Beziehungs-Aus für Feiglinge

Lüdinghausen -

„Trennung frei Haus“ – unter dieser Marke sorgt Eric dafür, dass Trennungswillige nicht selbst tätig werden müssen. Kritisch wird es erst, als er seiner Ex diese Botschaft ihres aktuellen gefährten überbringen muss.

Dienstag, 19.03.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 15:16 Uhr
Das Publikum in der Aula des Schulzentrums war von den drei Akteuren Ingo Naujoks (v.r.), Katharina Abt und Sven Martinek im Stück „Trennung frei Haus“ begeistert.Das Publikum war von den drei Akteuren Ingo Naujoks (v.r.), Katharina Abt und Sven Martinek im Stück „Trennung frei Haus“ begeistert. Foto: Inga Kasparek

Drei Worte sind es, die die Geschäftsgrundlage der Agentur „Ex und hopp“ bilden. Drei Worte, die in der Beziehung von Mann und Frau eine wesentliche Rolle spielen, und das seit jeher. Wer jetzt aber denkt zu wissen, wovon die Rede ist, irrt mit ziemlicher Sicherheit. Die Rede ist nämlich von „Es ist vorbei!“

Wie bringt man mit Anstand und Stil eine nicht mehr erwünschte Beziehung zu Ende? Um diese Frage dreht sich „Trennung frei Haus“, ein Theaterstück des französischen Autors Tristan Petitgirard . Solange diese praktische Einrichtung für Feiglinge anonym abgewickelt wird, ist Eric, der Inhaber dieser Agentur, auch leidlich erfolgreich damit. Erst als es unerwartet persönlich wird, droht die ganze Sache zu scheitern.

Aber von vorne: Dröseln wir das Dreiecksgeflecht mal kurz auf. Da gibt es Pauline (Katharina Abt), die ehemals große Liebe von Eric, die sich aber schon vor vielen Jahren heimlich aus dem Staub gemacht hat. Da gibt es weiter Eric (Ingo Naujoks), den seinerzeit verlassenen Liebhaber, jetzt aber Inhaber und einziger Mitarbeiter der Agentur „Trennung frei Haus“. Und da ist auch noch Hyppolite (Sven Martinek), der aktuelle Liebhaber von Pauline, aber der will sich von ihr gerade trennen und schaltet nichts ahnend die besagte Agentur ein, die ihm die unangenehme Aufgabe abnehmen soll, die Frau loszuwerden.

Diese Konstellation „Zwei Männer – eine Frau“ kann ja nicht viel Neues beinhalten, könnte man meinen. Aber da sehen sich die Zuschauer erheblich getäuscht und angesichts der dann folgenden turbulenten Szenen, Verwicklungen und Missverständnisse in unterhaltsamster Weise überrascht.

Die drei Akteure werfen all ihr schauspielerisches Können in den Ring. Die Freude am Spielen ist ihnen anzumerken. Eric, Pauline und Hyppolite entwickeln sich vor den Augen der Zuschauer zu Charakteren, die mal so und mal so agieren, mal sympathisch, dann wieder genau gegenteilig daherkommen, denen man wechselweise die Daumen drückt oder sie zum Teufel schicken möchte. Die Zuschauer in der Aula des Schulzentrums waren am Sonntagabend begeistert, der Applaus anhaltend und die Darsteller spielfreudig. Schade, dass es dann doch – wenn auch diesmal in einer anderen Bedeutung – hieß „Es ist vorbei“.

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