Kommentar
Gut und traurig zugleich

Lüdinghausen -

Seit zehn Jahren unterstützt die Tafel Menschen in Lüdinghausen, denen es am Nötigsten fehlt. Das ist gut und traurig zugleich. Ein Kommentar.

Dienstag, 19.03.2019, 08:04 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 14:01 Uhr

Gut, weil die Einrichtung unbürokratisch Hilfe leistet. Wer einen Berechtigungsschein hat, darf sich dort einmal in der Woche mit Lebensmitteln versorgen. Das ist möglich, weil die Tafel nach wie vor durch Sach- und Geldspenden unterstützt wird. Mindestens genauso wichtig ist das Helferteam, das sich – zum Teil bereits seit zehn Jahren – ehrenamtlich engagiert. Dass es selbst auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in Lüdinghausen, anders als in anderen Orten, keine Pro­bleme bei den Ausgabeterminen gab, ist dem Engagement dieses Teams zu verdanken, das dabei auch an die eigenen Grenzen ging.

Traurig ist das zehnjährige Bestehen der Tafel, weil es deutlich macht, dass auch in einer vermeintlich reichen Stadt wie Lüdinghausen nach wie vor Menschen auf diese Form der Unterstützung angewiesen sind. Wenn alle, die Anspruch auf einen Berechtigungsschein haben, davon Gebrauch machen würden, hätte die Tafel sogar das Dreifache an Kunden. Es gibt also nach wie vor eine Hemmschwelle, von dem Angebot Gebrauch zu machen. Überflüssig wird es auch in den nächsten Jahren ganz sicher nicht werden. Auch das ist traurig.

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