Rupert-Neudeck-Gymnasium
„Schmalli“ fährt seine letzte Schicht

Nottuln -

Seit 1993 ist Günter Schmalacker ein vertrautes Gesicht am Nottulner Gymnasium. Nun geht er in den Ruhestand.

Freitag, 12.01.2018, 20:01 Uhr

Hausmeister Günter Schmalacker – gerne auch „Schmalli“ genannt – mit den „Insignien der Macht“: die Glocke und der Schlüsselbund.
Hausmeister Günter Schmalacker – gerne auch „Schmalli“ genannt – mit den „Insignien der Macht“: die Glocke und der Schlüsselbund. Foto: Ulla Wolanewitz

Beim Aufräumen begegnete sie ihm wieder: Die Handglocke. „Damit hat alles angefangen“, amüsiert sich Günter Schmalacker. Zusammen mit dem Schlüsselbund gehört sie zu den „Insignien der Macht“. Der Macht eines Hausmeisters. Am 31. Januar fährt „Schmalli“ – wie sie ihn alle gerne liebevoll nennen – seine letzte Schicht. Dann gibt er den Schlüssel ab und startet durch in den wohlverdienten Ruhestand.

Ob es sich dabei wirklich um einen Ruhestand handeln wird, bleibt aber fraglich. Denn: „Irgendwas zu pröddeln gibt‘s ja immer in Haus und Hof“, weiß der 63-Jährige aus Erfahrung. Eines seiner Kinder hat gerade ein Eigenheim gebaut und da darf „Vatter“ mit seinen Fachkenntnissen als versierter Handwerker gerne noch zum Einsatz kommen. Außerdem gibt es da noch fünf Enkelkinder, mit denen er auch gerne etwas unternimmt. Aber am meisten freut er sich zunächst auf einige Tage Nordsee-Urlaub mit seiner Liebsten, seiner Ehefrau Hedwig. „Ihr gebührt ein großes Dankeschön dafür, dass sie meinen Beruf mitgetragen hat. An vielen Abenden und auch an Wochenenden war sie häufig allein, wenn ich im Einsatz war“, erklärt der langjährige Hausmeister.

Im Mai 1993 nahm der gelernte Elektroinstallateur seinen Dienst als Hausmeister am Gymnasium Nottuln auf. Damit war er der Zweite im Bunde. Ein halbes Jahr zuvor hatte sein Kollege Helmut Welp – besser bekannt als „Ette“ – hier angefangen, auf einer Baustelle sozusagen. Von einigen Gebäuden standen gerade mal die Stahlgerüste. Lediglich an den Pavillons 4/5 (Naturwissenschaften) und 6/7 (Unterstufe) waren die Arbeiten abgeschlossen.

Sechs Lehrer unterrichteten die ersten 150 Schüler. Die Klingelanlage war auch noch nicht installiert, so dass die Pausen nach alter Hausmeistersitte eingeläutet wurden. Kleine Anekdote: „Irgendwann haben wir uns mal ein bissken verquatscht. Da kam der Chef und fragte: Meine Herren, kann es sein, dass unsere Uhrzeiten voneinander abweichen?“, schmunzelt Schmalacker.

Morgens um halb sieben beginnt die Schicht für den Frühdienstler. Der schaut dann erst mal nach dem Rechten. Im Sommer und nach den Wochenenden ist da meistens Scherbenalarm, alldieweil der Schulhof wegen seines geschützten Innenbereiches als „In-Place“ für jugendliche Gelage sehr gefragt ist. „Was das anbelangt, haben die Bierdosen früher nicht so viel Arbeit gemacht. Scherben auf diesem Pflaster zu entfernen, ist sehr viel aufwendiger“, erzählt der Meister von Haus und Hof.

Bei Schneefall treibt es Günter Schmalacker natürlich noch eher aus den Federn. Denn alles in allem sind dann etwa zwei Kilometer Wege und Pättkes freizumachen und abzustreuen. „Manchmal denken aber auch die netten Kollegen vom Bauhof an uns, die hier eben einen Schlenker fahren, wenn sie die Bürgersteige befreien“, lobt er die Kollegen. Die kamen auch 2005 mit Radlader und Frontlader zur Hilfe, nachdem tatkräftige Schüler die Materialmassen vom Schneechaos genutzt hatten, um tatsächliche einige Eingänge zuzumauern.

„Es gibt nichts, was es nicht gibt“, lacht Günter Schmalacker, der immer Spaß an seinem Job hatte. Klar, erfordert ein Einsatzfeld wie das eines Schulhausmeisters eine gewisse Portion Humor und eine gute Dosis Gelassenheit. Aber damit weiß „Schmalli“ wohl zu trumpfen. Ebenso wie sein Kollege „Ette“, der in Kürze einen neuen Kollegen an die Seite bekommen wird.

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