Info-Versammlung zur Wienkamp-Erweiterung
Anwohner pochen auf Baustraße

Senden -

Der Info-Abend zur Erweiterung des Wienkamps ging ganz überwiegend sachlich und konstruktiv über die Bühne. Fast drei Stunden lang wurden Daten der Gutachter und Argumente der Anwohner ausgetauscht, die sich vor allem auf die Verkehrssituation richten. Zentrale Forderung bleibt eine Baustraße.

Dienstag, 11.12.2018, 19:04 Uhr
Sachliche Debatte im vollen „Haus“: Sebastian Täger begrüßte Anwohner, Fachleute und alle Interessierten im Bürgersaal des Rathauses. Foto: di

Der Bürgersaal war voll. Und es waren vor allem die leisen Äußerungen, die dort wohl am meisten nachhallten. So beispielsweise als die junge Mutter dreier Kinder ihre „echten Sorgen“ schilderte. Die „Furcht“, dass ihre Sprösslinge buchstäblich unter die Räder geraten könnten – von einem Betonmischer oder sonstigem Baufahrzeug. Ein weiterer Gast der Infoversammlung im Rathaus hatte als Anwohner und als Polizist ebenfalls appelliert, das ungestüme Verhalten der Kinder auf den Straßen ihres Viertels zu berücksichtigen. Ein Wohngebiet mit vielen Kindern, einer Sackgasse – und Lastern, die sich nicht mal begegnen können.

„Line up“ mit Gutachtern und Projektentwickler

Das Thema separate Baustraße prägte deshalb die ausführliche Versammlung, mit der die Gemeinde Senden als Zusatzangebot über die Beteiligungsstufen hinaus, die das Baugesetzbuch vorsieht, auf die Bürger zugehen wollte. Die Transparenz-Offensive, zu der gehörte, dass sämtliche Gutachter und der Projektentwickler Dr. Christian Vogdt persönlich anwesend waren, verfehlte ihre Wirkung nicht: Nach fast drei Stunden dankte Bürgermeister Sebastian Täger für die fast durchgängig sachliche Atmosphäre und den konstruktiven Gedankenaustausch.

Die Experten, die das Bauleitverfahren begleiten, hatten ihre Zahlen und Daten mitgebracht und präsentiert. Doch auch die Interessengemeinschaft Wienkamp, die ebenso vortragen durfte, war bestens präpariert. Neben der Befürchtung, dass der Erhalt der Bäume am Leinpfad nicht wirklich gesichert und der Hochwasserschutz im Ortskern durch den Wegfall von Retentionsflächen nicht mehr hinreichend gewährleistet sei, wurden die argumentativen Messer bei der Frage des Verkehrs gewetzt.

Furcht vor vielen Lastern über langen Zeitraum

Die Zahl der Laster, die für die Erschließung und den Bau der Häuser angesetzt werden, falle zu gering aus, machte Theo Reddemann von der Anwohner-Initiative geltend, deren Vertreter übrigens beteuerten, die Erweiterung des Wienkamps nicht per se abzulehnen. Reddemann, selbst Bauunternehmer, deklinierte Punkt für Punkt durch, wie er zu einem größeren Volumen gelangt, das sich über einen längeren Zeitraum erstrecke. Zwei Lkw, nicht mal Laster und Auto, könnten sich auf der über 600 Meter langen Strecke zwischen B 235 und Baustelle nicht begegnen, dazu sei der Querschnitt zu schmal. Nicht auszudenken, wenn mal der Rettungswagen gefordert sei.

Die Verkehrslenkung sei logistisch zu leisten und zu organisieren, hielt Gutachter Dr. Frank Weiser entgegen.

Täger bleibt optimistisch bei Baustraße

Bürgermeister Sebastian Täger räumte ein, dass er einer Baustraße den Vorzug geben würde. „Ich bleibe am Ball und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, so der Rathaus-Chef. Ein Vertreter des Eigentümers, dessen Fläche gebraucht würde, lieferte mit seinem Statement in der Versammlung allerdings keinen Grund zum Optimismus.

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