Angebot der Flüchtlingshilfe ist mit Hilfe der Gemeinde umgezogen
Mehr Platz für Räder und Schrauber

Senden -

Die Raumnot ist passé – nun gibt es endlich Platz für die Leezen.

Sonntag, 30.12.2018, 15:32 Uhr
Amer Alsafou (l.) und Lothar Kern hoffen auf viele Kunden an den Verkaufstagen im kommenden Jahr. Sie nehmen aber auch gerne Spenden und alte Fahrräder entgegen. Foto: Christian Besse

Die Raumnot ist passé – nun gibt es endlich Platz für die Leezen. Seit drei Jahren verkauft die Flüchtlingshilfe Senden instand gesetzte Fahrräder an Neuankömmlinge in der Stevergemeinde. Bisher waren Reparaturwerkstatt und Verkaufsfläche in einem zwölf Quadratmeter großen Keller an der Schulze-Bremer-Straße untergebracht. Immerhin: Seit 2015 haben bis zu 200 alte Zweiräder neue Besitzer bekommen, schätzt Lothar Kern aus dem Vorstand der Flüchtlingshilfe.

Vielleicht wären es weit mehr gewesen, wenn da nicht die Raumnot gewesen wäre. Doch damit ist es nun vorbei. Denn die Reparaturwerkstatt ist umgezogen, nun ist sie im Hinterhof der Mühlenstraße 16 zu finden. Rund 140 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung, für eine kleine Werkstatt und die Lagerhalle für zurzeit etwa 50 Räder – nicht mehr abgeholte Fundstücke von der Gemeinde Senden – darunter etwa ein Dutzend bereits reparierte. Der Umzug in die „Halle Kuhlmann“ wurde durch die Gemeinde finanziell unterstützt, 300 Euro trägt sie monatlich zur Miete bei.

Durch die neuen Räumlichkeiten sei es nun auch möglich, nicht nur Flüchtlingen, sondern allen sozial Bedürftigen günstige Leezen aus zweiter Hand zur Verfügung zu stellen, betont Lothar Kern. „Bis zu 20 Euro“ kosten die Zweiräder, „mehr nehmen wir in der Regel nicht“, so Kern. Das sei für die Flüchtlingshilfe immer noch ein Zuschussgeschäft: Das Geld werde in neue Ersatzteile investiert, die umgerechnet meist teurer seien als ein verkauftes Fahrrad.

Hand an die Fahrräder legt in der kleinen Werkstatt Amer Alsafou. „Ich habe Spaß an handwerklicher Arbeit“, sagt der 30-Jährige aus dem Irak, der seit drei Jahren in Senden lebt und inzwischen anerkannte Asylbewerber ist. Sein Faible fürs Reparieren hat er nicht erst in Deutschland entdeckt. Im Irak habe er für das Transportunternehmen seiner Familie Lkw und Traktoren gewartet, sagt Alsafou.

Verkauft werden die Fahrräder einmal im Monat, während der Öffnungszeiten von 15 bis 17 Uhr. Auch montags und mittwochs ist die Werkstatt der Flüchtlingshilfe zu dieser Zeit geöffnet, dann findet allerdings kein Verkauf statt.

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Die Flüchtlingshilfe verkauft nicht nur Fahrräder aus dem Fundus der Gemeinde. Sie freut sich auch über Spenden von Privatleuten, die alte Fahrräder abgeben möchten. Ansprechpartner ist Lothar Kern (' 0 25 97 / 69 23 93).

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