Neues Ticket zu spät abgeschickt
Abo bezahlt – doch Sendener wird zum Schwarzfahrer

Senden -

Ein Sendener, der sein Stadtwerke-Abo für Münster und Senden bezahlt hatte, wurde zum Schwarzfahrer. Weil die Verkehrsbetriebe ihm sein Ticket zu spät zugeschickt haben.

Donnerstag, 10.01.2019, 16:18 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 17:33 Uhr
Fehler bei den Stadtwerken: Dieses neue Abo-Ticket wurde dem Sendener zu spät zugeschickt, so dass er zum Schwarzfahrer wurde. Foto: di

Er wähnte sich in einer weißen Weste, geriet aber jäh in die Rolle eines Schwarzfahrers: Ein Sendener, der seine Mobilität über den ÖPNV abwickelt, hat gerade eine Erfahrung gemacht, die seine Freude an dieser Fortbewegungsart deutlich bremst.

Drei Kontrolleure steigen in die Linie 15

Als der 51-Jährige mit der Stadtwerke-Linie 15 am Montag in Mecklenbeck unterwegs war, stiegen drei Kontrolleure zu. Die Ampel für seine Beförderung stand schnell auf Rot, als er an der Reihe war, den Fahrschein zu zücken. Sein Ticket, eine Plastik-Karte für ein 9-Uhr-Ticket sei gesperrt, ergab der elektronische Abgleich durch die Stadtwerke-Kräfte.

Was dem Sendener zum Verhängnis wurde: Er hatte sein Abo zum Jahresende vom 9-Uhr-Ticket auf ein „normales“ Billett aufgewertet. Die neue Karte war ihm aber postalisch noch nicht zugestellt worden. Erst zwei Tage nach der für den 51-Jährigen peinlichen Situation im Bus trudelt es an seiner Adresse ein, anderthalb Wochen im neuen Jahr.

Stadtwerke räumen Fehler in Bearbeitungskette ein

„Der Fehler ist bei uns gemacht worden“, räumt Florian Adler , ein Sprecher der Stadtwerke Münster, gegenüber den WN ein. Eine Entschuldigung sei auch dem Fahrgast per Mail zugegangen.

Inzwischen ist klar, warum es zu der ärgerlichen Verzögerung gekommen ist: Der Kunde aus Senden, der als Frührentner nicht auf Rosen gebettet ist, war bei seiner monatlichen Zahlung in Verzug geraten – woraufhin seine Karte für eine Neuausstellung gesperrt wurde. Als der ehemalige Monteur seiner finanziellen Verpflichtung nachgekommen ist, wurde bei den Verkehrsbetrieben versäumt, das Ticket wieder freizugeben. Wohlgemerkt: Zu dem Zeitpunkt wäre es noch nicht eng geworden, die Plastikkarte rechtzeitig zum Anfang des Jahres per Post zuzustellen. „Wir hätten das bemerken und manuell bearbeiten müssen“, gesteht Adler ein.

Er bedauert, dass die Bearbeitungskette für diese Fälle in dem Unternehmen an einem Punkt gerissen ist. Angesichts von rund 100 000 Vertragskunden seien Fehler aber nicht auszuschließen.

60-Euro-Knöllchen wird storniert

Der Frührentner, der ein – inzwischen storniertes – Knöllchen von 60 Euro aufgebrummt bekommen hat, traute sich kaum weiterzufahren (obwohl er es gedurft hätte, wie die Stadtwerke betonen). Zur Personalienfeststellung sei sogar die Polizei eingeschaltet worden, was die Kontrolleure der Verkehrsbetriebe allerdings anders schildern. Sie hätten keine Beamten angefordert , wie es bei der Pressestelle hieß.

So oder so: „Ich finde es unmöglich, wie ich behandelt wurde“, fasst der Sendener den Vorfall zusammen. Auf dem Rückweg im RVM-Bus hatte er Glück: Die Busfahrerin erkannte den Stamm-Fahrgast und glaubte seinen Angaben, dass das neue Ticket noch auf dem Weg zu ihm sei.

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