Vorgarten-Initiative Senden leistet Überzeugungsarbeit
Beton im Garten, nicht in Köpfen

Senden -

Die Vorgarten-Initiative Senden, die sich schon Anfang des Jahres formiert hat, geht jetzt mit Aktionen in die Öffentlichkeit. Unterstützt wird der Kreis von örtlichen Fachbetrieben und der Gemeinde. Vor dem Rathaus soll ein Musterbeet entstehen.

Donnerstag, 22.08.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 12:18 Uhr
Einsatz für Artenvielfalt, Insekten und Klimaschutz (v.l.): Rolf Wiederkehr, Klaus Dallmeyer, Angelika Emschove und Sandra Maaß möchten, dass sich in Vorgärten blühende Pracht entwickelt. Foto: di

Schotter, Steine und Splitt finden sich vor vielen Häusern. Doch die Haltung der Hausbesitzer, die dieser Gestaltung einst den Vorzug gaben, ist nicht in Beton gegossen. Davon ist jedenfalls eine Sendener Gruppe felsenfest überzeugt. Und auf Überzeugungsarbeit setzt die Vorgarten-Initiative Senden auch. Die relativ kleine Schar mit großer Mission hat sich Partner gesucht, mit denen es gemeinsam gelingen soll, dass die blühende Pracht wieder an Boden gut macht: Örtliche Fachbetriebe und die Gemeinde sind mit im Beet, äh Boot.

Die Vorgarten-Initiative, die sich bereits am Anfang des Jahres formierte, tritt jetzt mit den Früchten einer längerer Vorbereitungsphase an die Öffentlichkeit. Dazu gehört ein Fachvortrag zum Thema „Pflegeleichte Vorgärten“, der am 5. September (Donnerstag), ab 18 Uhr, in der Gaststätte „Journal“ gehalten wird (keine Anmeldung, Eintritt frei). Als Expertin wurde Gabriele Christensen gewonnen, die einen rund 3000 Quadratmeter großen Garten besitzt, den sie pflegeleicht angelegt hat und selbst alleine in Schuss hält. Die Garten- und Landschaftsarchitektin soll ein Vorurteil, das immer noch ins Kraut schießt, samt Wurzel ausmerzen: dass mit Steinwüsten vor dem Haus Arbeit, Zeit und Geld zu sparen seien.

Das Gegenteil sei der Fall, betonen Klaus Dallmeyer , Angelika Emschove, Christiane Ihl, Sandra Maaß und Rolf Wiederkehr , die die Vorgarten-Initiative ins Leben gerufen haben. Naturnahe Gärten seien „mindestens genauso pflegeleicht“. Wenn beim Anlegen ein paar Regeln beachtet werden, profitieren Flora, Fauna und der Mensch. Als Beitrag zur Artenvielfalt, als Lebensraum für Insekten und als Beitrag, dem Klimawandel entgegenzuwirken, seien Vorgärten nicht zu unterschätzen. Denn: In der Summe läpperten sich die Flächen – und damit vervielfältigen sich auch die Effekte. „Das ist nicht zu unterschätzen“, hebt Emschove hervor. Der Klimaschutz gelte nicht nur global, sondern auch für Haus und Hof – die profitieren, wenn mehr Grün einzieht, statt dass Kies oder Pflaster die Hitze speichern und wieder abgeben.

Die Vorgarten-Initiative möchte die Schotter-Zonen vor der Haustür aber nicht verdammen. „Wir erheben nicht den moralischen Zeigefinger“, stellt Dallmeyer klar, dass das Motto heißt, Überzeugungsarbeit zu leisten. Daran wirken als örtliche Fachbetriebe Klabautschke, Sennekamp und De Jong als Baumschulen beziehungsweise Gärtnereien sowie die Garten- und Landschaftsbauer Grothues und Leonhardt & Büttner mit. Sie befinden sich im engen Austausch mit der Initiative, bieten Beratung, in die jeweilige Lage und Bodenbeschaffenheit einfließen, und ein abgestimmtes Sortiment an. Neben den Vorlieben von Insekten kommt der Genügsamkeit der Sorten immer mehr Bedeutung zu, so Wiederkehr. Denn allzu intensives Wässern werfe ebenfalls ökologische Fragen auf.

Damit die Köpfe der Bürger erobert werden, stellt die Initiative mit tatkräftiger Unterstützung eines Betriebs Anschauungsmaterial zur Verfügung – an prominenter Stelle: Vor dem Rathaus wird jetzt ein Musterbeet angelegt.

Eine lange Pflanzenliste, die auch auf der Homepage der Gemeinde zu finden sein wird, stellt die Initiative auf Anfrage zur Verfügung. Die Liste, einen druckfrischen Flyer und Pflanzen präsentiert die Vorgarten-Initiative auch beim „Sendener Herbst“ am 22. September (Sonntag). Passend zur dann startenden Pflanzzeit.

Zum Thema

Kontakt: vorgaerten-senden @web.de

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