Greven
Rasante Jagd nach dem „Titel“

Dienstag, 11.09.2007, 17:09 Uhr

Greven . Greven wird „1a-Einkaufsstadt“. Kann jeder behaupten? Von wegen. Städte, die diesen Titel haben wollen, werden vom Einzelhandels-Branchendienst „ Markt intern “ streng geprüft. Greven ist die erste Stadt, die die Auszeichnung bekommt. Im Rahmen des Cityfestes am Sonntag wird die Urkunde von der Redaktionsspitze an Bürgermeister Peter Vennemeyer überreicht. „Das gibt der Stadt einen Impuls“, freut sich Petra Michalczak-Hülsmann von der Wirtschaftsförderung. „Das bringt den Einzelhandel ins Gespräch.“

Ein bisschen kommt die Stadt zu diesem Titel wie die Jungfrau zum Kind – und vor allem hopplahopp. Ralf Rovara , Inhaber des AuT-Telefonladens an der Rathausstraße, war jüngst von „Markt intern“ zum „1a-Fachhändler“ gekürt worden. Bei der Gelegenheit hörte er davon, dass das Blatt plante, „1a-Einkaufsstädte“ zu zertifizieren. Und da bekam er Spaß daran, sich für Greven stark zu machen. Er sprach mit der Wirtschaftsförderung. Die empfahl, die Grevener Werbegemeinschaft, das Stadtmarketing und das Wifo heiß zu machen. „Das sind viel zu viele Köpfe“, befand der Einzelhändler. „Das wird zerredet.“ Sprach’s und ergriff selbst die Initiative. „Das hat mich zwei Nachmittage gekostet“, lacht er. Er putzte bei Grevener Einzelhändlern Klinken mit der Bitte, sich zu „1a-Fachhändlern“ zertifizieren zu lassen. Neun solcher Fachhändler mindestens muss eine Stadt von der Größe Grevens vorweisen, um überhaupt als „1a-Einkaufsstadt“ in Frage zu kommen. Dieses Kontingent hat Rovana schnell erreicht. „Erfolgreiche Unternehmer entscheiden schnell“, lobt Rovana die Flexibilität seiner Kollegen.

Neben genügend „1a-Einzelhandelsgeschäften“ muss eine Stadt, die „1a-Einkaufsstadt“ werden will, eine Reihe anderer Kriterien erfüllen. Der Branchenmix muss stimmen, die Kommune muss eine vernünftige Wirtschaftsförderung betreiben, die Gewerbetreibenden müssen an einem Strang ziehen, um den Standort nach vorne zu bringen. Nicht ausschlaggebend, aber doch ein dickes Plus ist der Umstand, dass es in Greven weit mehr Branchen gibt als von „Markt intern“ bedient werden – Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Porzellangeschäfte beispielsweise. „Wir beobachten nur 22 Branchen“, erläutert Carsten Schmidt von „Markt intern“.

Johann-Christian Ottenjann, Chef der Grevener Werbegemeinschaft, sieht denn auch das „1a-Einkaufsstadt“- Zertifikat als nur einen von vielen Bausteinen bei den Bemühungen, Greven im Bewusstsein der eigenen Bürger und des Umlandes als Stadt der Fachgeschäfte zu verankern. Viele weitere Bausteine müssten hinzukommen. „Aber das bringt sicher Publicity“, nutzt der GWG-Chef den neuen „Titel“ gern.

Petra Michalczak-Hülsmann erhofft sich einen Wettbewerbsvorteil, wenn die Stadt um die Ansiedlung neuer Fachgeschäfte wirbt. Denn im Augenblick gibt es keine andere Stadt in der Region, die im Rennen um diesen Titel mit Greven konkurriert. „Zwischen Osnabrücker Land und Niederrhein ist Greven bis jetzt die einzige Bewerberin“, sagt Schmidt. Und dass sie gar die erste „ausgezeichnete“ Stadt wird, hat mit dem Tempo in der Vorlaufphase zu tun: Rovara: „Wir hatten unseren Antrag schon eingereicht, da war das Konzept noch kaum fertig.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/573109?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F699285%2F699321%2F
Bombe entschärft – Albersloher Weg wieder frei
Seit 17.30 Uhr war der Albersloher Weg voll gesperrt.
Nachrichten-Ticker