Geschichte der Emigration
Wer hat noch Auswandererbriefe?

Greven -

Unter den mehr als fünf Millionen deutschen Auswanderern im 19. Jahrhundert stammten Hunderte allein aus Greven. Diese Auswanderer namentlich zu erfassen und in einer geplanten neuen Ausgabe des „Grevener Boten“ vorzustellen, ist die Aufgabe, mit der sich die Leiterin des AK „Familienforschung“ im Heimatverein Greven, Elisabeth Frische, zurzeit befasst.

Donnerstag, 08.10.2015, 15:10 Uhr

Den „Auswanderungsconsens“ für Franz Joseph Bernhard Cramer hat Elisabeth Frische im Stadtarchiv gefunden.
Den „Auswanderungsconsens“ für Franz Joseph Bernhard Cramer hat Elisabeth Frische im Stadtarchiv gefunden. Foto: urkunde

Deutschland ist nicht nur ein Einwanderungsland, wie es sich Hunderttausende von Asylbewerbern jetzt erhoffen, deren Herkunftsländer in Krieg und Elend zu versinken drohen. Aber Deutschland ist auch Auswanderungsland. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wies kürzlich darauf hin, dass heute in den 34 Mitgliedsländern dieser Organisation 3,4 Millionen ausgewanderte Deutsche leben, viele von ihnen hoch qualifiziert.

In der Vergangenheit hat es regelrechte Auswandererwellen gegeben, von denen auch Grevens Bewohner erfasst wurden. Das war besonders im 19. Jahrhundert der Fall, als es aus unterschiedlichsten Gründen zu Massenauswanderungen nach Übersee kam. Unter den damals mehr als fünf Millionen deutschen Auswanderern stammten Hunderte allein aus Greven. Sie sahen in Amerika das Land der Freiheit und der erhofften Lebenschancen, die sie daheim nicht wahrnehmen konnten. Diese Auswanderer namentlich zu erfassen und in einer geplanten neuen Ausgabe des „Grevener Boten“ vorzustellen, ist die Aufgabe, mit der sich die Leiterin des AK „ Familienforschung “ im Heimatverein Greven, Elisabeth Frische , zurzeit befasst.

Angeregt dazu wurde sie durch Recherchen im Stadtarchiv Greven, bei denen sie auf einen Vorfahren des Hauses Cramer-Löw stieß, der 1849 nach Amerika auswanderte. Weitere Anregung bot die Lektüre des Buches über die Schmedehausener Familie Wemhoff, das Bernhard Brockötter verfasst hat. Da eine übersichtliche Dokumentation der Grevener Auswanderer des 19. Jahrhunderts noch in der Schriftenreihe des Grevener Heimatvereins fehlt, soll das nun geändert werden.

Die bisherigen Vorarbeiten zeigen, dass es heute noch Grevener Familien geben mag, von denen Angehörige ausgewandert sind. „Sicher haben diese Auswanderer versucht, den Kontakt zu ihren zurückgebliebenen Verwandten aufrechtzuerhalten. Es müssten also noch Briefe, Fotos und andere Dokumente vorhanden sein aus dieser weit zurückliegenden Zeit“, vermutet Frische. Einige Dokumente sind im Stadtarchiv zu finden, andere liegen wahrscheinlich als Familienschatz auf dem Dachboden. Wer solche Erinnerungsstücke besitzt, wird gebeten, sie in die „Alte Post“ mitzubringen, wo sie sofort gescannt oder abfotografiert werden können, um sie in die geplante Dokumentation aufzunehmen oder um damit die Grevener Geschichtsforschung zu ergänzen.

► Öffnungszeiten „Alte Post“: Mittwoch und Samstag, jeweils 10 bis 12 Uhr. Der „Treffpunkt Familienforschung“ findet regulär am 1. Samstag im Monat statt, im Oktober wegen des Feiertags, am Samstag. 10. Oktober von 10 bis 12 Uhr.

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