Abgeschossene Piloten
Sie wurden dem Wahnsinn geopfert

Greven -

Um ein ganz besonderes Stück Heimatgeschichte ging es jetzt in der Alten Post: Um die Piloten, die über Greven abgeschossen wurden.

Freitag, 13.10.2017, 19:10 Uhr

Viele Interessenten kamen zum Vortrag über das Schicksal der alliierten Flugzeugbesatzungen.
Viele Interessenten kamen zum Vortrag über das Schicksal der alliierten Flugzeugbesatzungen. Foto: PF

Im Saal der „Alten Post“ drängten sich die Teilnehmer der Veranstaltung, zu der der AK „Familienforschung“ eingeladen hatte. Es sollte erinnert werden an die alliierten Flugzeugbesatzungen, die während des Krieges über Greven und in unmittelbarer Nähe abgestürzt sind. Ihr Schicksal stand im Mittelpunkt der Forschung, die Ralf Gravemeier zusammengetragen hat.

Einführend schilderte Elisabeth Frische die Dramatik des 10. Oktobers 1943, als 236 alliierte Bomber Hunderte von Sprengbomben auf Münster abwarfen und 120 deutsche Jäger sie abzuwehren versuchten. Dabei sollen 22 deutsche Jäger und 29 alliierte Bomber verloren gegangen sein. Hunderte von Menschen kamen bei dem Angriff zu Tode.

Der Grevener Luftraum gehörte zum direkten Kampfgebiet, nicht nur an diesem Tag, sondern während des gesamten Krieges. An die damit verbundenen Tragödien erinnerten sich die Teilnehmer. Sie hatten Abstürze miterlebt, die Toten gesehen und berichteten auch von dem immer wieder ausbrechenden Hass einzelner Mitmenschen, die vor Beschimpfungen und Bedrohungen der überlebenden Crew-Mitglieder nicht zurückschreckten.

Die eindrucksvolle Präsentation der namentlich aufgeführten Flugzeugbesatzungen zeigte, dass in den englischen und amerikanischen Maschinen ebenso junge Leute saßen wie es auf deutscher Seite der Fall war. Es waren junge Männer im Alter von gerade mal 20 Jahren und wenig darüber. Ihr Schicksal wurde in ihren fernen Heimatländern ebenso beklagt wie es auf deutscher Seite bei den Gefallenen der Fall war.

Die Namen einer solchen jungen Besatzung, die am 3. März 1945 in Pentrup abgestürzt und zu Tode gekommen ist, sind von Angehörigen auf einem Metallschild an einem Baum festgehalten. An dieser Stelle ist so ein Ort der Trauer und der Erinnerung entstanden, der den Wahnsinn des letzten Weltkrieges deutlich macht, dem eine ganze Generation junger Menschen auf allen Seiten der kriegführenden Parteien geopfert wurde.

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