Einzelhandelskonzept
Es gibt noch Luft nach oben

Greven -

Es ist ein Entwurf und noch nicht die Endfassung. Gleichwohl sind erste Pflöcke eingeschlagen und eine Richtung vorgegeben. Vor allem diese: Die Grevener Innenstadt und die Reckenfelder Ortsmitte müssen vor schädlichen Einflüssen geschützt werden. „Sonderstandorte“ und Nahversorger sollten das innerstädtische Angebot ergänzen, ohne in großem Stile Kundschaft aus den Zentren abzuziehen.

Montag, 08.01.2018, 11:01 Uhr

So sieht es rechts der Ems aus: Die Innenstadt-.Angebote werden durch weitere Standorte mit jeweils speziellen Funktionen ergänzt.  
So sieht es rechts der Ems aus: Die Innenstadt-.Angebote werden durch weitere Standorte mit jeweils speziellen Funktionen ergänzt.  

Eine Mischung ohne große Angebotslücken, einige Leuchttürme, aber auch viele Leerstände und Kaufkraftabfluss – das prägt den Grevener Einzelhandel.

Warum gibt es ein neues Einzelhandelskonzept? Es dient der Aktualisierung der Datenbasis sowie „einer Neubewertung der daraus abgeleiteten Entwicklungsperspektiven“. Dafür gab es im Januar 2017 eine Begehung/Befahrung des gesamten Stadtgebietes. Sofern erlaubt wurden dabei die Verkaufsflächen mit lasergestützten Geräten gemessen.

Wie stellt sich das aktuelle Angebot in Greven dar? In Greven gibt es 208 Betriebe des Einzelhandels, mit einer Gesamtverkaufsfläche von 58 200 Quadratmeter. Seit 2009 ist somit ein Verkaufsflächenrückgang von rund 4000 Quadratmetern (-6 Prozent) festzustellen sowie ein Rückgang von 56 Betrieben (-21 Prozent). Einen hohen Einfluss auf die Verkaufsfläche hat laut Konzept die zwischenzeitliche Schließung eines großflächigen Holzfachmarktes.

Das größte Angebot: Nahrungs- und Genussmittel (26 Prozent der Verkaufsfläche), gefolgt von Bau- und Gartenmarktsortimenten (21 Prozent) sowie Möbeln (13 Prozent). Die durchschnittliche Verkaufsfläche je Betrieb beträgt rund 280 Quadratmeter und ist im Vergleich zu 2009 (rund 235 Quadratmeter) gestiegen. 16 großflächige Anbieter (acht Prozent der Betriebe) haben zusammen 31 400 Quadratmeter Verkaufsfläche (53 Prozent).

Von wo kommen Kunden, die in Greven einkaufen? 86 Betriebe (42 Prozent) beteiligten sich an einer einwöchigen Aktion im März 2017 zur Erhebung der Kundenherkunft. Ergebnis: rund 81 Prozehnt der Kunden kommen aus Greven, 14 Prozent aus dem nahen Umland, sechs Prozent entfallen auf Kunden, die noch weiter entfernt wohnen oder rein zufällig in Greven einkaufen. „Dieses Ergebnis reflektiert die regionale Konkurrenzsituation: Greven kann mehr Kunden aus dem Umland anziehen als das Grundzentrum Nordwalde, ist aber aus Einzelhandelssicht nicht so stark aufgestellt wie das benachbarte Mittelzentrum Emsdetten“, heißt es im Konzept-Entwurf. Das Kaufkraft-Niveau in Greven liegt mit 100,28 knapp über dem Bundesdurchschnitt. Aber: Dem Kaufkraftpotenzial von rund 220 Millionen Euro steht ein geschätztes Jahresumsatzvolumen von rund 193 Millionen Euro gegenüber. Sprich: Der Umsatz des örtlichen Einzelhandels liegt rund zehn Prozent unter dem örtlichen Kaufkraftvolumen – Kaufkraft fließt ab, was nicht der eigentlichen Versorgungsfunktion als Mittelzentrum entspricht.

Wie sehr setzen die lok alen Händler auf Online-Angebote? Nur 22 Prozent aller in Greven ansässigen Betriebe führen einen eigenen Online-Shop als Ergänzung zum stationären Handel. Diese Online-Shops werden in der Regel von größeren Filialisten Betrieben. Der Anteil bei den inhabergeführten Betreiben ist gering.

Wie viele Ladenlokale stehen leer? Zum Zeitpunkt der Erhebung 42 (vorwiegend kleinere) mit einer Verkaufsfläche von rund 6200 Quadratmetern – eine Quote von 17 Prozent der Ladenlokale und rund 10 Prozent der Verkaufsfläche. In der Innenstadt (23 Prozent der Ladenlokale und rund 16 Prozent der Fläche) ist das Problem besonders sichtbar. 25 leer stehende Läden in der Innenstadt seien „deutlich oberhalb üblicher Fluktuationsraten“. Besonders betroffen: die obere Marktstraße. In Reckenfeld gab es zum Zeitpunkt der Untersuchung keinen einzigen Leerstand.

Welche Perspektiven zeigt das Konzept auf? Die Konzeptverfasser sehen „aus rein quantitativer Sicht kaum signifikante Angebotslücken“. Eine jedoch unterdurchschnittliche Angebotsausstattung, die auf einen „gewissen Entwicklungsspielraum“ hindeute, zeige sich insbesondere in den Warengruppen Spielwaren / Hobbyartikel, Möbel, Elektronik/Multimedia sowie Baumarktsortimente. Angemahnt wird – wieder mal – die bessere Verknüpfung der Fußgängerzone nördlich und südlich der Rathausstraße.  

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5406716?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Öffnungszeiten in Enschede bereiten deutschen Nachbarn Bauchschmerzen
Verkaufsoffene Sonntage sind in den Niederlanden nicht generell vorgesehen. Die Kommunen entscheiden darüber selbst., die Mitarbeiter der Geschäfts sind wiederum berechtigt, die Arbeit am Sonntag abzulehnen,
Nachrichten-Ticker