Fragen an Jürgen Hübschen
Wohnraum muss bezahlbar sein

Warum haben Sie eine Normenkontrollklage eingereicht?

Donnerstag, 18.10.2018, 20:01 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 20:01 Uhr

Jürgen Hübschen: Weil die Stadt zunehmend von ihren selbst definierten Normen, nämlich geltenden Bebauungsplänen, abweicht. Jeder Bürger, auf dessen Nachbargrundstück ein Einfamilienhaus verkauft und abgerissen wird, muss mittlerweile damit rechnen, dass dort mit Hilfe einer „Vorhaben bezogenen Änderung des Bebauungsplanes“ ein Wohnblock entsteht. Das Gebot des Gesetzgebers, ein solches Projekt in das bestehende Stadtbild einzupassen, wird dabei, wie hier an der Paulusstraße, offensichtlich ignoriert.

In Greven herrscht akuter Wohnraummangel. Da gibt es zur verdichteten Bebauung eigentlich keine Alternative . . .

Hübschen: Es stimmt, dass wir dringend Wohnraum benötigen. Aber dieser muss bezahlbar sein, vor allem für junge Familien mit Kindern. Das Projekt in der Paulusstraße mit Wohn-/Essbereichen von mehr als 30 Quadratmetern ist aber nicht für junge Familien gedacht, sondern für Doppelverdiener ohne Kinder. Da steht dieser Bau stellvertretend für viele andere „Luxus-Herbergen“, die derzeit in gewachsenen Baugebieten Grevens entstehen und das Erscheinungsbild unserer Stadt erheblich negativ verändern.

Welche Alternative schlagen Sie vor?

Hübschen: Zunächst einmal sollten in den Bebauungsplänen der großen Neubaugebiete genügend Bereiche für Mehrfamilienhäuser ausgewiesen werden. Da kann sich dann jeder potenzielle Bauherr darauf einstellen. Bei Neubauten in gewachsenen Stadtteilen sollten sich Investoren, Architekten, Bauunternehmer und betroffene Nachbarn zusammensetzen, um, wie an der Steenbergstraße, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Änderungen von bestehenden Bauplänen sollten wieder zu der im Gesetz vorgesehenen begründeten Ausnahme werden und dabei die Homogenität des Stadtbildes angemessen berücksichtigen.

Ihr Wunsch an die Stadt?

Hübschen: Dass Bürgermeister, Parteien, Bauamt, Bauausschuss und Gestaltungsbeirat bei Bau-Entscheidungen mehr die Bürger und das Bild unserer Stadt im Auge haben als die Interessen potenzieller Investoren. Unabhängig davon hoffe ich immer noch, dass den Nachbarn und uns der auf dem ehemaligen Kirchengrundstück geplante „Wohnklotz“ erspart bleibt, weil das Gebot, ein solches Projekt in die städtebauliche Umgebung einzupassen, dadurch massiv verletzt wird.

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