Treppenlifter in der Alten Post
Ohne Bürokratie zum Heimat-Scheck

Greven -

Herbert Bertram fährt Rollator. Für ihn sind die Stufe zu den Räumen des Heimatvereins in der Alten Post mühsam. Bisher. Gestern konnte er sich in den neuen Treppenlifter setzen, der ihn im Zeitlupentempo hochfuhr. „Schönen Dank an unser Heimat-Ministerium“, sagt Vereinsvorsitzender Herbert Runde.

Donnerstag, 06.12.2018, 13:35 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 13:50 Uhr
Werner Peters, Herbert Runde und Herbert Bertram mit dem neuen Treppenlifter, der die Alte Post für ihre meist älteren Besucher besser zugänglich macht. Foto: Günter Benning

Für Runde ist nämlich nicht nur der elektrische Menschen-Aufzug ein toller Gewinn: „Viele unserer Besucher sind doch älter und kommen nicht mehr gut Stufen hoch.“

Ihn begeistert auch, wie problemlos der Verein an die Finanzierung gekommen ist. Vom neuen Heimatministerium in Düsseldorf gibt es nämlich einen Fördertopf, der „Heimat-Schecks“ in Höhe von jeweils 2000 Euro enthält. Ungefähr zwei Drittel der Kosten konnten damit getragen werden, den Rest übernimmt der Verein.

„Und für das kommende Jahr haben wir auch schon den Scheck genehmigt bekommen“, berichtet Heimatvereinsmitglied Wolfgang Peters. Damit wollen die Heimatkundler Hard- und Software kaufen, um künftig historische Bücher einscannen zu können. Herbert Runde: „Wenn wir die Texte als PDF haben, können wir damit besser arbeiten.“

Und man kann sie mehr Menschen zugänglich machen als es heute der Fall ist.

Der neue Treppenlifter jedenfalls hat seinen Einstand schon gut überstanden.

„Gestern beim Arbeitskreis Familienforscherung“, sagt ein Mitglied, „waren die Besucher sehr zufrieden damit.“

In der Alten Post herrscht schließlich reges kommen und gehen. Derzeit wird dort eine neue Fotoausstellung vorbereitet, die Bilder von alten Geschäften und Handwerken aus Greven enthält. Ein besonderer Schatz, den die Arbeitsgruppe Foto entdeckt hat, sind Fotos von Hausschlachtungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Auch ein Bild von wandernden Bärenführern ist aufgetaucht, die mit ihrem Bären vor ihrem Bauwagen fotografiert wurden.

Runde: „Das war wohl auf der Münsterstraße, da sind sie wohl weiter nach Tecklenburg gefahren.“ Auch dieses Foto stammt aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts.

Wolfgang Peters, früher beruflich als Banker unterwegs, zeigt sich derweil erstaunt über die zahlreichen Fördermöglichkeiten für Vereinsprojekte. Zusammen mit Herbert Runde war er extra zum Regierungspräsidium nach Münster gefahren. Auch um sich mal bekannt zu machen. „Es war sehr unkompliziert“, sagt er über das Genehmigungsverfahren für den Zuschuss, „und so unbürokratisch.“

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