Neubau in Reckenfeld ist nicht vom Tisch, verzögert sich aber
Setex strebt Umzug in 2022 an

Greven/Reckenfeld -

Die Verlagerung des Setex-Werkes nach Reckenfeld – sie steht und fällt mit der Finanzierung. Genauer gesagt: mit der Frage, ob es gelingt, einen Investor zu finden, der das jetzige Betriebsgelände in ein Wohnquartier verwandelt und für das Land so viel zahlt, dass es für den Setex-Neubau reicht.

Mittwoch, 16.01.2019, 12:20 Uhr
Heiko Wehner ist mit Interessenten im Gespräch, die den jetzigen Firmenstandort entwickeln wollen. Auch mit der Stadt steht Setex wieder im Austausch. Foto: Günter Benning

Die Umsiedlungspläne sind jedenfalls nicht vom Tisch, betont Heiko Wehnner , Chef der Grevener Setex-Niederlassung. „Wir versuchen noch immer den Schritt zu gehen.“ Wenn sich die Möglichkeit Reckenfeld realisieren lasse, wolle man die jetzt genutzte Fläche an der Ems aufgeben. Er tritt damit auf Nachfrage unserer Zeitung Gerüchten entgegen, Setex wolle die Grundstückoption in Reckenfeld nicht nutzen. „Die Option läuft irgendwann aus. Momentan haben wir aber noch Zeit“, verdeutlicht der CEO.

Auch ein zwischenzeitlich drohender Weggang aus Greven ist offenbar vom Tisch. Man habe aktuell über 200 Beschäftigte aus der Region, die man nicht einfach an einen anderen Standort „50, 60 Kilometer entfernt oder sonstwohin“ verfrachten könne. Es gebe bei den Mitarbeitern eine gewisse „Standortreue“, sagt Wehner und verweist auf das Beispiel einer Übernahme in Rhede. Den dortigen Beschäftigten habe man angeboten, nach Greven zu wechseln. Ein einziger habe das Angebot angenommen.

Woran hakt es beim Umzug nach Reckenfeld momentan? „Greven ist nicht Münster“, antwortet Wehner vielsagend. Was er meint: Man müsse erst mal einen Investor finden, der in einer Stadt der Größe Grevens ein neues Quartier mit 400 bis 500 Wohneinheiten entwickeln wolle – und für Grund und Boden den von Setex gewünschten Preis bezahle. Immerhin: Es gibt Interessenten. „Noch ist nichts schriftlich fixiert“, sagt Wehner, aber es gebe einen intensiven Austausch mit einem potenziellen Investor, der sich für kommende Woche zum Ortstermin angekündigt hat, um den Standort etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der von Setex einst geforderte Millionenzuschuss für den Umzug nach Reckenfeld ist offenbar kein Thema mehr. „Die Stadt hat deutlich gemacht, dass sie dazu nicht bereit ist. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen und damit irgendwie umgehen“, sagt Wehner.

Am neuen Standort könnte kein Grundwasser gefördert werden (was derzeit möglich ist), stattdessen müsste das Wasser per Leitung (die noch zu bauen ist) herbeigeschafft werden – das Leitungswasser wäre zudem teurer als das selbst geförderte. Wehner hatte daher im Jahr 2017 einen Zehn-Millionen-Euro-Zuschuss der Stadt für das auf insgesamt 30 Millionen Euro veranschlagte Neubauprojekt gefordert. Dies hatte zu einem veritablen Streit mit der Stadt und Lokalpolitikern geführt. Zeitweise gab es totale Funkstille.

Inzwischen scheinen sich die Wogen wieder etwas geglättet zu haben. Man sei in Gesprächen mit der Stadt, betont Wehner. „Gerade erst am Wochenende“, sagt er schmunzelnd und spielt auf die Prinzenproklamation an, bei der auch der Bürgermeister anwesend war.

Klar ist derzeit nur dies: Es werden wohl noch mindestens zwei bis drei Jahre ins Land gehen, bis die Neubaupläne (wenn denn nun alles so läuft wie geplant) umgesetzt werden können. „Wenn alles funktioniert, reden wir über 2022“, präzisiert Wehner den zeitlichen Rahmen.

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