Sportanlage Wittlerdamm wird teurer
Nachschlag für den SCR

Reckenfeld -

Die neuen Sportanlagen am Wittlerdamm für 2,5 Millionen Euro hinzubekommen – von Anfang an war klar: Das ist ein überaus sportliches Ziel. Nun ist klar: Es wird verfehlt.

Freitag, 24.05.2019, 13:00 Uhr
Statt 2,5 Millionen wird der SCR wohl 3 Millionen Euro brauchen, um die Pläne umzusetzen. Das ist immer noch deutlich günstiger als ein Bau in städtischer Regie. Foto: SCR

Der SCR, der den Bau in Eigenregie durchzieht, wird mit 2,5 Millionen nicht hinkommen, sondern wohl rund 3 Millionen Euro benötigen. In der Sportausschusssitzung am Mittwoch hatten die Lokalpolitiker zu entscheiden, ob sie dem Sportverein weitere 500 000 Euro gewähren oder nicht.

Letztlich taten sie dies – und zwar formell einstimmig. Einige CDU-Ausschussmitglieder enthielten sich jedoch ihrer Stimme, sie sahen Beratungsbedarf. Üblicherweise wird in einem solchen Fall auf eine Abstimmung zunächst verzichtet. In diesem Fall rückten die anderen Fraktionen aber ausnahmsweise von diesem Agreement ab und bestanden auf einer formellen Abstimmung – mit klarem Ergebnis. Mechthild Hemmen ( FDP ) warf der CDU eine „Blockadehaltung“ vor, Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) unterstellte eine „Antipartie gegen den Ortsteil“.

SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen verwies auf die zwei Jahre alte erste Kostenschätzung. Die sah – für den Fall, dass die Stadt selbst baut – Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro vor. Inzwischen seien die Kosten im Bausektor aber enorm gestiegen, eine zwei Jahr alte Kalkulation sei überholt.

Gleiches gelte aber auch für den Marktwert der Grundstücke in der Ortsmitte, die durch den Umzug frei werden. „Die Erträge in der Ortsmitte werden weitaus höher ausfallen als 2,5 Millionen Euro“, sagte Termöllen. Einst habe der Quadratmeter Bauland in Reckenfeld um die 110 Euro gekostet, inzwischen 160 und 200 Euro.

Auch für 3 Millionen Euro sei der Bau dank der gewählten Konstellation (der Verein baut und übergibt die Infrastruktur dann der Stadt) noch immer ein günstiges Unterfangen. „Die Stadt würde es, wenn sie selber bauen würde, inzwischen für 6 Millionen nicht hinbekommen“, ist der SCR-Vorsitzende überzeugt.

Die Kostensteigerungen seien auch begründbar, warb Termöllen. Nicht nur seien Handwerkerleistungen deutlich teurer geworden, auch sei die ursprüngliche Kalkulation (erstellt von einem Planungsbüro im Auftrag der Stadt) von zum Teil falschen Voraussetzungen ausgegangen. Statt zum Beispiel Füllsand verwenden zu können, sei Schotter nötig – und zwar Hunderte Lastwagen voll. Auch die Erdarbeiten hätten deutlich umfangreicher ausfallen müssen als im ersten Grobentwurf vorgesehen. Termöllen nannte weitere konkrete Beispiele – verwies aber auch auf das Entgegenkommen vieler beteiligter Unternehmen und auf das immense Engagement, das viele SCR-Mitglieder und Vereins-Unterstützer an den Tag legten. Nur deshalb schaffe man es, für „nur“ 3 Millionen Euro zu bauen. Für alles, was über diesen Betrag noch hinausgehen könnte, werde man Sponsoren finden.

„Das Engagement des SCR ist in Greven einmalig“, sagte Christian Haefs (SPD) anerkennend. Er beantragte daher, die zusätzlichen 500 000 Euro im Haushalt bereit zu stellen. Jürgen Diesfeld (CDU) bekannte für seine Fraktion zwar, dass man das Projekt positiv bewerte. „Wir achten aber darauf, dass die Sachen nachvollziehbar bleiben. „Verständnis für eine Kostensteigerung? Natürlich haben wir die. Aber nicht, wenn Sie uns vor acht Wochen noch gesagt haben, es geht für 2,5 Millionen“, so Diesfeld.

Die verbindliche Entscheidung über das Geld muss der Haupt- und Finanzausschuss in der kommenden Woche treffen.

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