Eurobahn
Ärger über volle Züge: Einfach am Gleis stehengelassen

Tecklenburger Land -

In diesem Monat hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Rheine und Osnabrück was geändert. Dort, wo früher die Westfalenbahn fuhr und in Hörstel und Ibbenbüren hielt, fährt und hält jetzt die Eurobahn. Ganz rund läuft das aber anscheinend noch nicht, es gibt Beschwerden von Nutzern der Triebwagen über zu kleine und dadurch viel zu volle Züge.

Montag, 18.12.2017, 16:12 Uhr

Dieses Foto, das ihre Tochter am Donnerstag auf dem Bahnsteig in Hörstel gemacht hat, hat uns Familie Lienig geschickt. Deutlich zu sehen: Es ist proppenvoll.
Dieses Foto, das ihre Tochter am Donnerstag auf dem Bahnsteig in Hörstel gemacht hat, hat uns Familie Lienig geschickt. Deutlich zu sehen: Es ist proppenvoll. Foto: privat

Zum Beispiel die von Silvia Lienig aus Hörstel. Ihre Tochter Jenny sei auf dem Weg zur Schule nach Osnabrück am Donnerstagmorgen um 7.22 Uhr auf dem Bahnhof Hörstel einfach stehengelassen worden. Der Zug sei dort schon so proppenvoll gewesen, dass nur noch ganz wenige Personen einsteigen konnten – und das nicht zum ersten Mal. Bei einem Anruf bei der Eurobahn habe man ihr entgegnet, ihre Tochter solle doch einfach früher oder später fahren. Der Zug früher fahre allerdings eine Stunde früher, ihre Tochter wäre viel zu früh in Osnabrück und der spätere Zug sei schon häufiger ausgefallen, also gar nicht erst gekommen.

Volle Züge, stehengelassene Passagiere, Zugausfälle – wir haben bei der Eurobahn mal nachgehorcht, was denn da los ist zwischen Rheine und Osnabrück.

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Sechs Zugausfälle

Stichwort übervolle Züge: Steffen Klinge vom Eurobahn-Eigentümer Keolis bestätigt, dass die Eurobahn kürzere Züge verwende als die Westfalenbahn , also Züge mit weniger Kapazität. „Dies ist für einen sehr kurzen Zeitraum korrekt“, so Klinge. Hintergrund sei die unklare Zulassung von Neufahrzeugen. Diese waren insbesondere für die Strecke Osnabrück – Rheine vorgesehen, die RB 61. „Es musste daher ein Übergangskonzept entwickelt werden, welches auf den 19 Bestandsfahrzeugen aufbaut“, so Klinge. Um trotz reduzierter Fahrzeuganzahl alle Fahrten bedienen zu können, sei es bei einzelnen Fahrten erforderlich, die Kapazität zu verringern. „Die Abstimmung, welche Einschränkungen vorgenommen werden, wurde immer in enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern getroffen“, so Klinge. Jetzt liege die Zulassung für Deutschland vor, es würden sukzessive neue Züge in die Pläne eingebaut. „Wir gehen davon aus, in rund zwei Wochen diesen Prozess abgeschlossen zu haben. Zukünftig werden dann sogar mehr Sitzplätze als bislang angeboten werden können“, so Klinge.

Stichwort Zugausfälle: Dass es auf der Strecke zwischen Rheine und Osnabrück Zugausfälle gegeben habe, räumt der Keolis-Sprecher ein. „Von den 156 fahrplanmäßigen Fahrten sind sechs ausgefallen“, so Klinge am Donnerstag. Allerdings sieht er dabei nicht nur die Eurobahn in der Verantwortung. „Vier davon aufgrund von Nichtverfügbarkeit der Infrastruktur der DB Netz und zwei durch Schäden am Fahrzeug.“

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Übergangskonzept mit weniger Sitzplätzen

Stichwort stehengelassene Fahrgäste: „Es kann leider immer wieder passieren, dass Fahrgäste wegen überfüllter Züge nicht mitfahren können. Diesen Umstand bedauern wir sehr“, sagt Klinge. Der betreffende Zug sei mit drei Waggons unterwegs gewesen. „Dies entspricht dem Übergangskonzept, das mit dem Aufgabenträger NWL abgestimmt ist“, so Klinge. Das bedeute, dass der Zug 180 anstelle von 266 Sitzplätzen hat. „Spätestens Anfang 2018 fahren auf der Strecke dann planmäßig fünfteilige Fahrzeuge, die 266 Sitzplätze bieten.“ Wie viele Fahrgäste davon seit dem 1. Dezember auf der Strecke zwischen Rheine und Osnabrück betroffen gewesen seien, lasse sich nicht benennen.

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Und der recht lapidar anmutende Ratschlag, einen anderen Zug zu nehmen? „Die Mitarbeiter des Kundencenters versuchen immer, im Gespräch die für den Fahrgast bestmögliche Lösung des Problems zu finden“, sagt Keolis-Sprecher Steffen Klinge dazu. „Nicht vorstellbar ist, dass Mitarbeiter des Kundencenters lediglich lapidar vorgeschlagen haben, zu anderen Zeiten zu fahren. Möglicherweise hat unser Kundencenter im Gespräch auch die Möglichkeit der alternativen Nutzung eines anderen Zuges vorgeschlagen.“

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