Mit dem Patenschafts-Programm des Bundestages in die USA
Ein besonderes Jahr für Emely

Lengerich -

Ein Jahr USA, lange hat sich das Emely Gottwald gewünscht. Nun wird es Realität. Am 7. August geht‘s los in Richtung Monroe im Norden des Bundesstaates Louisiana. Möglich macht es das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Bundestages.

Dienstag, 23.07.2019, 05:26 Uhr aktualisiert: 23.07.2019, 05:30 Uhr
Emely Gottwald verbringt ein Jahr in den USA als Austauschschülerin. Ermöglicht hat ihr das die Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler (Die Linke) im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschaftsprogramms. Foto: Michael Baar

Für Emely Gottwald erfüllt sich ein großer Wunsch: ein Jahr in den USA. Seit der siebten Klasse hegt sie diesen Traum, ausgelöst durch Filme und Serien, wie sie im Gespräch mit den WN erzählt. Am 7. August geht´s los in Richtung Monroe im Norden des Bundesstaates Louisiana.

Dabei ist es einem Zufall zu verdanken, dass der Traum der 16-Jährigen Realität wird. „Macht man den Austausch mit einer Organisation, wird schnell ein fünfstelliger Euro-Betrag fällig“, sagt ihre Mutter Iris . Für eine Alleinerziehende nicht möglich, ergänzt sie. Und der Versuch der Jugendlichen, das Geld zusammenzusparen, „hat auch nicht geklappt“, wie sie mit einem Lächeln einräumt.

Emely, die die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck besucht, trifft in ihrer Jahrgangsstufe eine Jugendliche, die gerade von einem Auslandsjahr zurückgekehrt ist. „Die hat mir dann vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm des Bundestages erzählt, mit dem ihr der USA-Aufenthalt ermöglicht worden ist“, erzählt sie. Emely Gottwald bewirbt sich und wird letztlich von Kathrin Vogler als „Patenkind“ ausgewählt.

Mit ihrer Gastmutter in Monroe steht sie schon in intensivem Kontakt. Es handelt sich um eine alleinstehende Frau, die zwei Gastjugendliche aufnehmen wird. „Neben mir wird das eine Chinesin sein“, hat die Lengericherin erfahren. „Es ist eine erfahrene Gastmutter“, erzählt Kathrin Vogler. Seit neun Jahren nehme sie Gastschüler auf und es habe nie Probleme gegeben.

Monroe und ihre zukünftige Schule – eine Highschool – hat sich Emely Gottwald bereits via Internet angeschaut. Auch die Kurse, die sie an ihrer neuen Schule belegen wird, hat sie schon gewählt. Englisch, Mathe und Biologie sind Pflicht, als Wahlfächer hat sich die Lengericherin für Chor, kreatives Schreiben, Journalismus und Psychologie entschieden. „Kreatives Schreiben und Journalismus, weil mich das interessiert.“ Psychologie sei ein Vorschlag der Gastmutter gewesen – „das hilft, Menschen zu verstehen“, geht Emely Gottwald offen an das Thema heran.

Und ihr Faible für Filme und Serien wird sie in Monroe mit ihrer Gastmutter wohl ausgiebig ausleben können. „Die hat schon den Besuch einer Film- und Serien-Convention geplant“, strahlt sie übers ganze Gesicht. Womit eine ihrer Erwartungen wohl erfüllt wird: ein zweites Zuhause aufbauen. Den Highschool-Spirit will die 16-Jährige spüren und ein Football-Spiel live sehen.

Freundinnen und Familie wird sie vermissen, da ist sich die Jugendliche sicher. Und auch ihrer Mutter fällt es nicht leicht, Emely ein Jahr gehen zu lassen. „Aber ich stehe voll dahinter und habe auch Druck gemacht, als sie zwischenzeitlich mit der Bewerbung zögerte“.

Die Tochter sei nie eine Stubenhockerin gewesen „und sie will ja später auch im Ausland studieren“, stellt Iris Gottwald fest. Was den Mutter-Tochter-Kontakt betrifft, haben sich die beiden darauf verständigt, die Wochenende zu nutzen – auch angesichts von sieben Stunden Zeitunterschied. Zumal Iris Gottwald für das Jahr ohne Tochter schon Pläne gemacht hat. Ein Besuch in Monroe gehört nicht dazu. „Wer soll das bezahlen?“, liefert sie mit einer Frage die Antwort dafür.

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