Fotoausstellung und Begegnung
Mehr als nur Fotografien

Lienen -

Wenn das Stichwort „Flüchtlinge“ fällt, setzt es bei wohl vielen das Kopfkino in Gang. Es tauchen Bilder auf von überfüllten Booten auf dem Meer, mit Frauen, Männern und Kindern vollgestopften Notunterkünften, Menschenströmen, Trümmern, Not, Tränen. Man denkt vielleicht auch an die Übergriffe in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln, in der Frauen in einer Menschenmenge beraubt und sexuell belästigt wurden und die dazu geführt haben, dass so mancher Fremden misstrauisch gegenübersteht. Vermutlich macht sich aber kaum jemand Gedanken darüber, dass es unter Flüchtlingen ebenso wie unter Deutschen zahlreiche Personen mit erstaunlichen Talenten gibt: Künstlerinnen und Künstler.

Freitag, 15.09.2017, 04:09 Uhr

Eindrucksvolle Fotografien aus Syrien zeigt die Flüchtlingshilfe im Rahmen einer Ausstellung mit Werken des Künstlers Jacques Toffi. Sie sollen zum Nachdenken anregen und Menschen verschiedener Kulturen ins Gespräch bringen.
Eindrucksvolle Fotografien aus Syrien zeigt die Flüchtlingshilfe im Rahmen einer Ausstellung mit Werken des Künstlers Jacques Toffi. Sie sollen zum Nachdenken anregen und Menschen verschiedener Kulturen ins Gespräch bringen. Foto: Jacques Toffi

Lisa Hilburg und Margitta Waldmann von der Flüchtlingshilfe Lienen sowie Christina Kortmann-Zuch , Integrationsbeauftragte der Gemeinde, wissen es. Sie wissen auch, dass die Menschen aus Syrien und anderen Ländern, die seit einiger Zeit im Erholungsort leben, viel zu sagen und zu geben haben. Darum wollen sie die Begegnung, das Miteinander und die Nachbarschaftshilfe fördern. Einen Aufhänger dafür haben sie bereits gefunden, und er scheint sich zu bewähren: Die Fotoausstellung „Syrien“, die kürzlich in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Diekesdamm 7 eröffnet wurde. „Die Resonanz war unglaublich“, erinnert sich Margitta Waldhoff. „Menschen haben Orte ihrer Heimat erkannt und sich an ihr Leben dort erinnert. Oft ging es sehr emotional zu.“

Zu sehen sind Fotografien von Jacques Toffi, einer der renommiertesten Pferde-Fotografen der Welt. Im Rahmen seiner letzten Besuche in seinem Geburtsland Syrien – unmittelbar vor dem Ausbruch des noch immer anhaltenden Krieges – hat der Künstler eindrucksvolle Fotos erstellt. Sie zeigen Landschaften, Architektur und kulturelle Höhepunkte des Landes, nicht spektakulär, sondern alltäglich, so, wie es einmal war.

„Die Bilder sollen kein Rückblick in die bestimmt nicht immer nur gute Vergangenheit Syriens sein“, sagt Margitta Waldhoff. Sie sind als Ausblick in die Zukunft dieses Landes gedacht, das als ,Wiege der Zivilisation’ gilt. So wie auf den Bildern sollen sich die Menschen hoffentlich bald wieder in ihrem Land frei bewegen und leben können.“

Die Schwarz-Weiß-Fotos sollen jedoch noch mehr bewirken. Sie sollen Menschen ins Gespräch bringen, zum Nachdenken anregen – und Neues in Gang setzten. „Alle Fotos in der Ausstellung wurden mit Hilfe einer Sponsorin auf Fine-Art-Papier gedruckt und gerahmt. Die Exponate sind verkäuflich. Mit dem Erlös wird der Kunstverein Greven eine weitere Ausstellung mit Werken junger Künstler aus Syrien, die aus ihrem Land geflohen sind, finanzieren“, erläutert Lisa Hilburg.

Die Ausstellung, die im Rahmen der Interkulturellen Woche bis zum 2. Oktober zu sehen ist (samstags von 14.30 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr) soll nicht nur Lienener erfreuen und zum Nachdenken anregen.

„Wir hoffen, dass sich auch Schulklassen und andere Gruppen dafür interessieren“, sagt Lisa Hilburg. Sonderführungen finden nach Absprache mit Christina Kortmann-Zuch statt ( ✆ 0 54 83 / 73 96 72).

Die Interkulturelle Woche haben die Verantwortlichen der Flüchtlingshilfe zum Anlass genommen, eine weitere Veranstaltung zu konzipieren: Am bundesweiten „Tag des Flüchtlings“ am Freitag, 29. September, finden in der AWO-Begegnungsstätte drei Aktionen statt. Um 17 Uhr beginnt im Familienprogramm ein „Film für Jung und Alt“, so Lisa Hilburg. Um 19 Uhr startet ein „Jeder-bringt-was-mit-Buffet“, das Einblicke in die internationale Küche bietet. Um 20 Uhr beginnt ein Amateurfilm von Michael Glatzer: „Reise nach Syrien“. Im Anschluss ist eine Diskussionsrunde erwünscht.

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