Afrikanische Schweinepest
Schlaue Schwarzkittel

Metelen -

Wildschweine gelten als potenzielle Überträger der Afrikanischen Schweinepest, vor der sich die Landwirte im Land fürchten. Die Schwarzkittel stehen allerdings auch im Ruf, besonders pfiffig zu sein und sich den Nachstellungen durch die Jäger zu entziehen.

Donnerstag, 11.01.2018, 06:01 Uhr

Wildschweine gelten als Hauptüberträger der hoch ansteckenden Afrikanischen Schweinepest. Die Bejagung der Schwarzkittel ist daher eine Präventionsmaßnahme, aber auch die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften bei der Haltung und dem Transport von Hausschweinen.
Wildschweine gelten als Hauptüberträger der hoch ansteckenden Afrikanischen Schweinepest. Die Bejagung der Schwarzkittel ist daher eine Präventionsmaßnahme, aber auch die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften bei der Haltung und dem Transport von Hausschweinen. Foto: dpa

Stefan Homann ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands. „Sicherlich ist das ein Thema bei den Landwirten, etwa bei unseren regelmäßigen Stammtischen“, berichtet er für seinen Berufsstand. Die Bauern seien sehr interessiert an Informationen über die Seuche, wie sie etwa der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband Mitte Dezember in Saerbeck angeboten habe.

Homann sieht, wie auch die Standesvertreter des WLV, eine große Gefahr von der neuartigen Seuche ausgehen. „Wir werden diese nicht in den Griff bekommen können wie die klassische Schweinepest“, blickt er auf Erfahrungen mit dieser Krankheit in der Vergangenheit. Auch dort mussten ganze Tierbestände getötet werden, um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern – doch es gab immerhin die Chance, das Geschehen örtlich oder regional einzugrenzen.

Ein Baustein in der Präventionskette sind auch Tiertransporte. In Metelen verbringt etwa die Viehverwertungs-Genossenschaft Tiere. Anne Vortkamp von der Genossenschaft erläuterte auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Fahrzeuge von den Kreisveterinären regelmäßig kontrolliert würden. In den Bereich, in dem die gefährliche Seuche ausgebrochen ist – betroffen sind osteuropäische Länder wir Polen oder die russische Enklave Kaliningrad – sei man im übrigen nicht aktiv.

Der Fokus der Seuchenbekämpfer und der Landwirte liegt derzeit auf dem Schwarzwild. „Von dem geht in erster Linie eine mögliche Ansteckungsgefahr aus“, appelliert Stefan Homann vom LOV an die Jäger, sich der Schwarzkittel anzunehmen.

Beim Hegering ist das Thema natürlich ebenfalls längst angekommen. Marc Langhorst ist dessen Vorsitzender und kennt die Population der Schwarzkittel, wie die Jäger die Wildschweine auch nennen vor Ort: „Wir haben hier einige Überläufer, also vornehmlich männliche Tiere, die sich ein neues Revier suchen und teils auch versprengte Gruppen, die aus dem Bentheimer Gebiet hierhin einwandern.“ Dort, also im Driland-Bereich, gebe es eine stattliche Anzahl von Wildschweinen. Der Bestand würde im Rahmen von Drückjagden gezielt angesprochen.

Dass die Zahl der Schwarzkittel im Bereich der Vechtegemeinde so gering ist, führt Langhorst auch auf die vergleichsweise hohe Zahl der Jäger vor Ort zurück: „Wir haben 120 Mitglieder im Hegering“. In Metelen gebe es entsprechend vergleichsweise wenig Wildschweine, so Langhorst.

Der passionierte Jäger weiß auch, dass es äußerst schwierig ist, diese Tiere überhaupt vor die Flinte zu bekommen: „Die sind schlau und kommen in der Regel nur nachts aus der Deckung.“ Der Hegeringsleiter berichtet auch von Drückjagden, in denen vergleichsweise kleine Maisäcker umstellt wurden, die Tier aber dennoch im Schutz der Pflanzen verblieben.

Auch stundenlanges Ansitzen auf der Kanzel bringe wenig, wenn das Tier nicht deutlich erkannt und ins Visier genommen werden könne. Langhorst spricht von durchschnittlich einem geschossenen Wildschwein im Bereich Metelen pro Jahr: „Das ist dann für den Jäger schon wie ein Sechser im Lotto.“

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