Kabarett-Duo Funke und Rüther begeistert
Mut und Spaß statt Wut und Hass

Nordwalde -

Das digitale Zeitalter, Mikroplastik im Meer und die Folgen, die der heiße Sommer mit sich gebracht hat: Die Kabarettisten Harald Funke und Jochen Rüther nahmen bei der Abschlussveranstaltung der Fairen Woche alles aufs Korn. Ihr persönliches Motto dabei: „Statt Wut und Hass mehr Mut und Spaß.“

Sonntag, 23.09.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.09.2018, 18:00 Uhr
Das Kabarett-Duo Harald Funke (r.) und Jochen Rüther war zum Abschluss der Fairen Woche im Forum der KvG-Gesamtschule zu Gast und debattierte dabei kontrovers verschiedene Themen. Foto: Rainer Nix

Seit 30 Jahren wandeln Harald Funke und Jochen Rüther erfolgreich auf kabarettistischen Pfaden. Am Samstagabend bestritten sie im Forum der KvG-Schule das Finale der „Fairen Woche“, die den Leitgedanken „Gemeinsam für ein gutes Klima“ voranstellte. Darauf stimmten die wortgewaltigen „Satiriker vom Fach“ ihr Programm ab. Persönliches Motto: „Statt Wut und Hass mehr Mut und Spaß“. Die weltliche und geistliche Prominenz Nordwaldes saß mit im Publikum: Bürgermeisterin Sonja Schemmann mit Ehemann Heinz sowie Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup.

„War das ein Sommer, ich hatte drei Wochen nur Kreislauf“, stöhnte Funke, der sich durch seine überschaubare Körpergröße vom eher riesig wirkenden Rüther deutlich abhebt. Mit Gags zur Einstimmung starteten sie in den Abend. „Es war so heiß, dass die Kühe auf der Weide H-Milch gaben“ und der Mais ploppte schon als Popcorn aus den Pflanzen.

Keine Seebestattung für Daniel Katzenberger

Ein weit größeres Problem ist für das Kabarett-Duo Mikroplastik im Meer. Das entsteht, wenn sich größere Kunststoffteile in den Ozeanen zersetzen. Eines ist klar: Das geht gar nicht. Doch auch die Konsequenzen eines plastikfreien Meeres wären drastisch: „Dann bekommt Daniela Katzenberger keine Seebestattung.“

Will man Menschen an ökologisch korrektes Verhalten gewöhnen, müsse ihre Bequemlichkeit in die Strategie einbezogen werden. Schließlich will niemand einfach nur belehrt werden. So konfigurierten amerikanische Universitäten laut Funke und Rüther ihre Drucker einfach auf doppelseitigen Druck. Wer das nicht will, muss auf Einfachdruck umstellen. „Auf diese Weise haben die schon 50 Wälder gerettet.“

Lieber Androiden statt Partner aus Fleisch und Blut

Das schlechte Image der Selbstzünder-Autos hat dem Kabarett-Duo zufolge auch seine guten Seiten: „Du kriegst zum Navi einen Diesel dabei.“ Ein großes Thema war das digitale Zeitalter, mit dem Funke so seine Probleme hat. Moderne Autos parken automatisch ein, auch wenn man auf der Autobahn fährt und das gar nicht will. Hightech macht’s möglich.

Ein Horror für alle Eltern: Die intelligente Barbie-Puppe, die Mama und Papa erzieherische Gewissensbisse einredet. Ehemänner müssen sich jetzt zudem mit einer ernstzunehmenden Konkurrenz auseinandersetzen. 3D-Drucker produzieren digitale Gatten um die analogen Auslaufexemplare zu ersetzen. Diese haarsträubende Vision verarbeiteten Funke und Rüther zu einer hochdramatischen Ballade. In Korea gar wollen 25 Prozent der Menschen keinen Partner mehr aus Fleisch und Blut, sondern lieber einen Androiden. Wo soll das noch hinführen?

Eine Krone für Angela Merkel?

Und wie sieht das politische Idealsystem der Zukunft aus? Demokratie sei nicht mehr sexy, Diktatur auch nicht so geil, also bleibt wohl nur die Monarchie? Angela Merkel mit schmucker Krone auf dem Kopf? Die Kanzlerin musste noch für weitere Späße herhalten. Funke stilisierte sie zur „Uschi Obermeier der Christdemokraten“, denn schließlich habe sie jahrelang in wilder Ehe gelebt. Wie das Publikum es gewohnt ist, servierten die Wortakrobaten einen bunten Mix aus Nonsens und Tiefgang, der trefflich amüsierte.

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