Planung für den Gewerbe- und Industriepark Südwest
„Die wollen uns hier weg haben“

Nordwalde -

Bei den Anliegern regt sich Widerstand gegen die mögliche Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Südwest. Sie haben den Ratsfraktionen, der Bezirksregierung und der Verwaltung per Anwalt ein Schreiben zukommen lassen.

Mittwoch, 26.09.2018, 20:06 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 20:06 Uhr
Drei Suchräume für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet wurden unter die Lupe genommen. Die Kommunalpolitiker entschieden sich dafür, die Suche auf das Gebiet zwei im Südwesten von Nordwalde zu konzentrieren. Foto: Gemeinde

Der Brief ist als Zeichen gedacht, sagt Swen Gerlach von der gleichnamigen Gärtnerei. Er sieht sich in seiner Existenz bedroht, wenn die Gemeinde ihre Planung für die Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Südwest in die Tat umsetzt. Deshalb schloss sich Gerlach mit den anderen Anliegern in dem Gebiet zu einer Interessengemeinschaft zusammen, kontaktierte einen Rechtsanwalt und ließ von diesem ein Schreiben an alle Ratsfraktionen, die Gemeindeverwaltung und die Bezirksregierung verschicken. Der Inhalt: „Dass wir nicht verkaufen wollen“, sagt Gerlach.

Es soll ein Zeichen sein, dass er mit der Vorgehensweise der Verwaltung nicht einverstanden ist. Bereits vor Jahren hatte diese mit der Suche nach möglichen Flächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen begonnen. Denn Investoren kann die Gemeinde aktuell keine Areale bieten. Im Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss Ende Juni wurden drei potenzielle Flächen vorgestellt. Die Kommunalpolitiker folgten in ihrem Beschluss einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, sich bei der weiteren Planung auf den Suchraum zwei zu konzentrieren. Das wäre die Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Südwest, der zwischen Bahnhofstraße, Umgehungsstraße L 555 und Borghorster Straße liegt.

Swen Gerlach will nicht ausschließen, dass einer der Anlieger in Zukunft doch Interesse hat, sein Grundstück zu verkaufen. Er will und kann nicht für die anderen in der Interessengemeinschaft sprechen, aber für sich. Und seine Haltung ist klar: „Ich fühle mich in die Ecke getrieben und überrumpelt. Bei mir ist der Eindruck entstanden: Die wollen uns hier weg haben.“

Die Verwaltung hatte die Anlieger vor der Sitzung Ende Juni über das Vorhaben informiert. Acht Tage vor der Sitzung sei das Gespräch bei ihm gewesen, sagt Gerlach. Das Verfahren sei nicht einfach zu verstehen: „Wie lange dauert das? Was sind die verschiedenen Nutzungspläne? Ich bin Gärtner, kein Verwaltungsfachmann.“

Später schloss sich Gerlach mit allen Anliegern, wie er sagt, zu der Interessengemeinschaft zusammen: „Wir haben alle gesagt: So geht es nicht.“ Er wünscht sich, dass die Verwaltung auf die Anlieger zukommt, „dass uns das Verfahren erklärt wird“.

Vor der Sitzung im Juni und auch im Nachhinein habe er mit Anliegern gesprochen, sagt Bauamtsleiter Marcus Klaus. Zum Widerstand gegen das Vorhaben will er sich nicht äußern. Grundsätzlich sei es so: „Bei jeder Planung gibt es welche, die dafür sind, die dagegen sind und die neutral sind.“ Noch sei die Planung zudem „ganz am Anfang“.

Um Bodenspekulation im möglichen Gewerbe- und Industriegebiet Südwest vorzubeugen, ist der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend schon aktiv geworden. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür, der Gemeinde per Satzung ein Vorkaufsrecht zuzusichern. Auch Dr. Rudolf Fischer (UWG) stimmte dafür. Er kündigte aber an, gegen die weitere Planung zu stimmen, solange nicht klar sei, ob die Eigentümer verkaufen wollen.

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