Ausstellung im Bauhausmuseum
Weltpremiere in Borghorst

Borghorst -

Das „Heinrich- Neuy-Bauhausmuseum“ ist in jüngster Zeit immer wieder auch für positive Überraschungen gut. Hedwig Seegers war bei ihrer Begrüßung der Gäste zur Ausstellungseröffnung mit Werken des Bauhäusler Johannes Karl Hermann am Sonntagmorgen im ehemaligen Stiftskurienhaus so dankbar für die Präsentation, dass sie unterschlug, dass das Museum außen nun seit ein paar Wochen ein natürlich im Sinne der hier bevorzugten Kunst gestalteter Schriftzug ziert, den die Unternehmensgruppe Hermann Brück aus Münster ermöglicht hatte.

Sonntag, 24.09.2017, 17:09 Uhr

Als eine Weltpremiere  kündigte Kurator Michael Siebenbrodt die Ausstellung mit Werken des Bauhäuslers Johannes Karl Hermann im Bauhausmuseum an, weil eine derartige Bandbreite dessen Schaffens in dieser Konstellation noch nie gezeigt wirden sei, rechts Hedwig Seegers.
Als eine Weltpremiere  kündigte Kurator Michael Siebenbrodt die Ausstellung mit Werken des Bauhäuslers Johannes Karl Hermann im Bauhausmuseum an, weil eine derartige Bandbreite dessen Schaffens in dieser Konstellation noch nie gezeigt wirden sei, rechts Hedwig Seegers. Foto: mfa

Aber damit nicht genug. Kurator Michael Siebenbrodt , der ehemalige Leiter des Bauhaus-Museum in Weimar, sprach in seinem Einführungsreferat bei der Vernissage gar von einer Welturaufführung am bundesrepublikanischen Bundestagswahltag in Borghorst.

„In so einer Dichte und so einem Umfang ist das in der Tat vielschichtige Schaffen von Joannes Karl Herrmann über verschiedene Entwicklungsperioden hinweg noch nie gezeigt worden“, so der Bauhaus-Fachmann. Er freute sich ebenso wie Hedwig Seegers darüber, dass Mitglieder der Familie Herrmann aus Potsdam und Hamburg den Weg nach Steinfurt gefunden hatten.

Besonders hob er die frühen Plastiken des „Bauhäuslers der ersten Stunde“ hervor, die in dieser Ausstellung fast in Natur- und Lebensgröße erstmals im Borghorster Museum gezeigt werden.

Auf den am 31. März 1893 in Bernshausen geboren Jungen drangen schon in frühester Jugend nach dem Umzug der Familie nach Weimar viele künstlerische, aber eben auch gesellschaftspolitische Einflüsse ein, der nach der Schule eine Bildhauer- und Steinmetzlehre machte, aber auch schon Unterricht an der Großherzoglichen Kunst-Gewerbeschule nahm.

„Er wuchs eigentlich schon als Kind und weiter während seiner Ausbildung im Klima künstlerischer Erneuerungsbewegungen auf, die sich auf vielfältige Art und durch unterschiedliche Personen sozusagen in Weimar herauskristallisierten und konzentrierten“, so Michael Siebenbrodt. Für den Kurator war diese Kunstakademie mit ihren Werkstätten ein wirklicher Vorgänger des späteren Bauhauses. Hier wurden Kunstwerke der europäischen Avantgarde aus Paris und London ausgestellt. Und Johannes Karl Herrmann war da mittendrin und habe das sicher alles in sich aufgenommen.

Es wuchsen Künstlerkolonien heran, die für die Verbreiterung künstlerischer Ideen und Einflüsse sorgten. Und Herrmann schrieb sich 1911 in der mittlerweile zur Kunsthochschule erhobenen Großherzoglichen Akademie ein und knüpfte Kontakte zu vielen Künstlern und es kommt zur Abkehr von rein akademischer Bildung und er stellte in der progressiven Sturm-Galerie in Berlin gleich mehrfach aus.

Daran reihten sich weitere Einflüsse durch Zusammentreffen mit internationalen Künstlern, die Johannes Karl Herrmann auf vielfältige Weise prägten. So versuchte er später Landwirtschaft und die künstlerische Arbeit zu verschränken. Im BauhausMuseum sind derzeit die farbigen Holzschnittarbeiten des „jungen Wilden“ genauso vertreten wie seine spätere Hinwendung zur strukturierenden Malerei, die auch von Reisen nach Ägypten inspiriert war.

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