Foto- und Filmgruppe des Borghorster Heimatvereins bereitet Bildmaterial zeitgemäß auf
Die Super 8-Zeiten sind vorbei

Borghorst -

Die Menge des Materials ist gewaltig: Tausende von Fotos haben sich im Lauf der Jahrzehnte beim Borghorster Heimatverein gestapelt, dazu unzählige Stunden an Filmmaterial. „Alleine von ‚Behü‘ haben wir etwa 7000 Fotos aus den Jahren von 1952 bis 1972“, schätzt Dieter Twehues den Nachlass des ehemaligen WN-Fotografen Bernhard Hülsmann.

Dienstag, 12.02.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 14:54 Uhr
Klaus Knaup, Dieter Twehues, Willi Brocks und Dieter Vinnenberg (v.l.) kümmern sich um das Foto- und Filmarchiv des Heimatvereins. Und wollen über Bilder und Videos noch mehr Leute für ihre Heimat begeistern. Foto: Bernd Schäfer

Aber auch andere Profis wie etwa Eugen Oskamp haben dem Heimatverein viele Bilder zur Verfügung gestellt, die das Borghorster Leben in früheren Zeiten zeigen.

Fotos und Filme fristeten lange ein Schneewittchendasein in Alben und Kisten. Von dem es die Film- und Fotogruppe des Heimatvereins gerade erlöst. Seit gut einem Jahr ist Dieter Twehues als Archivar der Gruppe dabei, Fotos und Dias zu digitalisieren und zu verschlagworten, damit sie leichter gefunden und gezeigt werden können. „Wenn wir dann zum Beispiel etwas über die Marienkirche machen, kann ich Dieter einfach fragen, was er zu diesem Thema hat“, erklärt Dieter Vinnenberg.

Vinnenberg ist der Filmexperte der vierköpfigen Truppe, die sich um das Bildreservoir der Heimatfreunde kümmert. In jüngeren Jahren war er im Borghorster Schmalfilmclub aktiv, der sich mit dem Aufkommen der VHS-Technik auflöste. Später freundete er sich auch mit der digitalen Videotechnik an, seit sechs Jahren bringt er seine Kenntnisse auch im Heimathaus ein. „Er ist derjenige, der zu Hause die Filme schneidet und bearbeitet“, lobt Klaus Knaup die zeitraubende Arbeit seines Kollegen im stillen Kämmerlein.

Gerade mit dem Medium Film hofft das Quartett, noch mehr Borghorster für den Heimatverein begeistern zu können. Und scheint damit recht zu haben: Die jüngsten Filmvorführungen waren stets gut besucht, den Film zu den Feierlichkeiten „1000 Jahre Borghorst“ mit Material aus dem Jahr 1968 – der unter anderem auch im Kino Steinfurt lief – sahen mittlerweile über 1000 Menschen. Auch Vorführungen zu anderen Themen bringen das Heimathaus regelmäßig an den Rand der Kapazitäten.

Das liegt auch an der modernen Vorführtechnik. „Wir greifen nicht mehr auf den Super 8-Projektor zurück“, lacht Knaup, während er auf den Beamer und die großen Bildschirme zeigt, mit denen die mediale Ausstattung aufgerüstet wurde.

Aktuelles Projekt der Gruppe ist ein Imagefilm für den Heimatverein, der kurz vor der Fertigstellung ist. „Wir wollen damit auch Menschen erreichen, die noch nicht wissen, was wir sind, tun und wollen“, wünscht sich Vinnenberg, damit eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Wobei jung natürlich relativ ist, das wissen auch die Heimatfreunde. „Uns ist klar, dass wir nicht die 20- oder 30-Jährigen zu uns holen können – die haben mit Beruf, Familie und Kindern genug andere Sachen im Kopf“, sagt Klaus Knaup. Aber die ab 50 aufwärts, die wolle man als Nachwuchs gerne erreichen. Eben zeitgemäß mit visuellen Eindrücken statt mit vielen Worten.

Denn dass die Arbeit irgendwann einmal weniger wird, darüber macht sich im Heimatverein niemand Sorgen – auch nicht Archivar Twehues, der seinen „Job“ von Karl Haverkamp übernommen hat. „Das alles zu archivieren, dauert noch Jahre.“ Und es wird ja hoffentlich immer noch mehr Material hinzukommen. „Vor allem aus der Zeit vor 1950 können wir noch Fotos gebrauchen, da haben wir noch nicht so viele“, hofft Twehues, dass sich die Borghorster bei solchen Keller- oder Dachbodenfunden an den Heimatverein wenden.

Neben aller Arbeit, die der Einsatz im Heimatverein mi sich bringt, darf natürlich auch etwas ganz anderes nicht fehlen. „Das ist ein Hobby, das uns natürlich auch viel Spaß macht“, sagt Klaus Knaup. „Und es macht Spaß, die Leute für ihre Heimat zu begeistern.“

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