Wirtschaftsförderungsausschuss diskutiert Belebung der Wochenmärkte
„Eine Patentlösung gibt es nicht“

Steinfurt -

Politik und Verwaltung sind ratlos. Wie können wir den Steinfurter Märkten, den beiden Borghorstern besonders, auf die Sprünge helfen? Auf die Frage gab es am Mittwochabend in der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses keine Antworten. „Eine Patentlösung gibt es nicht“, musste Vorsitzender Rolf Diekmann am Ende der Diskussion einsehen.

Donnerstag, 21.03.2019, 15:38 Uhr

Der Vorschlag der Verwaltung, die Märkte in professionelle Hände zu legen, ist schon wieder vom Tisch. Wie die Erste Beigeordnete Maria Lindemann erläuterte, würden sich dadurch die Standgebühren um das Drei- bis Vierfache erhöhen. „Das ist in Steinfurt nicht durchzusetzen“, kassierte Lindemann die noch in der Verwaltungsvorlage dargelegte Idee selbst wieder ein.

Und auch der Vorschlag, mit mehreren Kommunen zu kooperieren und ein aufeinander abgestimmtes Marktkonzept zu erstellen, weckt nicht die größten Hoffnungen. Maria Lindemann wusste von einem ähnlichen Vorstoß im Tecklenburger Raum. Dort seien die Erfolge sehr überschaubar gewesen. Gleichwohl will die Verwaltung an einem Workshop zum Thema teilnehmen, um jede erdenkliche Chance für die Wochenmärkte zu nutzen.

Günther Schwarte von der CDU schlug vor, doch bei den Märkten mehr flankierende Events und Aktionen zu starten. SPD-Fraktionschef Alfred Voges betonte, dass man sich verstärkt um Borghorst kümmern müsse. Das in Vorbereitung befindliche Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept biete dazu eine gute Möglichkeit. Arnold Schumacher von den Grünen möchte eine Umfrage bei den Kunden durchführen, um mehr Klarheit darüber zu gewinnen, warum sie so selten auf den Markt gehen.

Daniel Knüpp, der als Marktbeschicker im vergangenen Jahr den Borghorster Mittwochsmarkt umorganisiert hatte, musste in einer Sitzungsunterbrechung eingestehen: „Ich kann auch nicht genau sagen, warum das in Borghorst nicht funktioniert.“ Am Angebot könne es jedenfalls nicht liegen: „Mehr Markt ging nicht, als wir im vergangenen Jahr angefangen sind.“ Knüpp glaubt, dass die Innenstadt generell wiederbelebt werden muss. „Da müssen zum Beispiel die Autos wieder durchfahren.“

Eine Kollegin, die dienstags und freitags in Burgsteinfurt mit ihrem Stand vertreten ist, wehrte sich vehement gegen die Darstellung, dass die Burgsteinfurter Märkte unter mangelnder Resonanz leiden: „Ich kann diese Diskussion überhaupt nicht nachvollziehen.“ Die Burgsteinfurter Marktbeschicker seien auch mit dem Dienstagsmarkt bestens zufrieden.

Da es in Borghorst am Mittwoch nur noch zwei oder drei Stände auf dem Roten Platz gibt, stellte Fachdienstleiter Johannes Schencking in Frage, ob es sich rein rechtlich noch um einen Wochenmarkt handelt. Es sei dafür eine „Vielzahl von Ständen“ vorgeschrieben und da könne jetzt ja wohl keine Rede mehr von sein. Die Standgebühren sind nach seiner Darstellung sehr moderat. „Das ist indirekte Wirtschaftsförderung.“ Unterm Strich mache die Stadt mit dem Euro pro Standmeter Verluste.

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