Falsche Polizisten am Telefon
Vor allem Senioren im Visier

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

In den vergangenen Tagen hat es in der Region wieder etliche Anrufe von falschen Polizeibeamten gegeben, bei denen versucht wurde, vornehmlich ältere Personen übers Ohr zu hauen – auch in Westerkappeln, wie die Polizei bestätigt.

Donnerstag, 20.09.2018, 16:15 Uhr aktualisiert: 20.09.2018, 16:50 Uhr
  Foto: dpa

Danach meldete sich am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr ein Unbekannter bei einer 79-Jährigen telefonisch. Er berichtete, dass die Polizei eine bulgarische Einbrecherbande gefasst hätte. Bei den Kriminellen seien Dokumente gefunden worden, aus denen hervorgehe, dass die Westerkappelnerin im Besitz eines Bankschließfaches sei und darüber hinaus Wertgegenstände im Haus habe. Als die Rentnerin nicht darauf eingegangen sei, habe der Anrufer einfach aufgelegt, berichtet Johannes Tiltmann, Sprecher der Kreispolizeibehörde .

Die Masche muss sehr einträglich sein, obwohl mir aus jüngerer Zeit keine Fälle bekannt sind, wo die Täter erfolgreich waren“, sagt Tiltmann. Die Zahl der Anrufe lasse aber darauf schließen, dass auf den Trick mit den falschen Polizeibeamten immer wieder auch Leute hereinfielen.

„Die Dunkelziffer dürfte überdies weitaus höher sein als die bekanten Fälle“, glaubt der Polizeisprecher.

Offenbar „grasen“ die Gauner ganze Postleitzahlgebiet ab. Allein von Mittwochabend wurden der Polizei in Osnabrück 43 Fälle gemeldet. Auch in Bramsche waren falsche Polizeibeamte am Telefon. Dort seien am Montagvormittag zwischen 10 Uhr und 12 Uhr ganze Siedlungen betroffen gewesen.

Meistens würde bei älteren Personen angerufen. Die vermeintlichen Polizisten fragten mit sehr geschickter Gesprächsführung nach Bargeld, Schmuck, Goldbarren und Kontoständen vor dem Hintergrund, alle Wertgegenstände müssten „in Sicherheit gebracht werden“ und man könne die Polizei bei der Festnahme der flüchtigen Täter – oder sogar der Hintermänner – unterstützen. Bei den zuletzt gemeldeten Fällen fiel nach Mitteilung der Polizei in Osnabrück niemand auf die Betrugsversuche herein. Es ist aber nicht auszuschließen, dass manche Opfer sich aus Scham nicht melden, weil sie auf den Trick hereingefallen sind.

Schwacher Trost: „Wenn die Leute gefasst werden, gehen die für lange Zeit in den Bau“, betont Tiltmann und erinnert an eine Verbrecherbande, die vor geraumer Zeit in Rheine aufgeflogen war und deren Mitglieder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden seien.

Bei Anrufen dieser Art empfiehlt die Polizei::

► niemals am Telefon Details zu finanziellen Verhältnissen preisgeben.

►niemals Geldüberweisungen mittels Geldtransferunternehmen (Moneygram,

Western Union, RIA, etc.) vornehmen.

►Am Telefon sollten Angerufene sich nicht unter Druck setzen lassen. Am besten, sie legen den Hörer einfach auf.

►niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.

►Beim geringsten Zweifel bei der Behörde anrufen, bei der die angebliche Amtsperson angeblich beschäftigt ist – in diesem Fall die (echte)

Polizei. Wichtig: nicht Weiterleiten lassen - das wird durch die Täter imitiert.

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