Unfallzahlen in Westerkappeln erreichen neuen Höchstwert
Gefährliches Pflaster

Westerkappeln -

Bei der Unfallentwicklung kennt die Statistik für Westerkappeln seit Jahren nur eine Richtung: Die Zahl der Karambolagen und Kollisionen wächst und wächst. Mit insgesamt 385 Unfällen gab es vergangenes schon wieder einen neuen Höchstwert in der Nachkriegszeit.

Mittwoch, 27.02.2019, 16:14 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 16:16 Uhr

Die Kreispolizeibehörde Steinfurt hat am Mittwoch die Zahlen für 2018 vorgelegt. Einmal mehr geht daraus hervor, dass in Westerkappeln das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, deutlich größer ist als in den meisten anderen 23 Städten und Gemeinden des Kreises.

Allenfalls ein schwacher Trost ist, dass die Steigerungsrate der Unfälle mit 1,9 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren eher moderat erscheint und es im Bereich Polizeiwache Ibbenbüren, in deren Zuständigkeit Westerkappeln fällt, es sogar eine Zunahme von 3,6 Prozent gibt. im Kreisdurchschnitt gab es „nur“ 1,5 Prozent mehr Unfälle.

2998 Unfälle im Wachbereich Ibbenbüren

Im Bereich der Polizeiwache Ibbenbüren, die auch für Hopsten, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln zuständig ist, gab es vergangenes Jahr 2998 Unfälle, ein Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber 2017. Darunter gab es 375 Unfälle mit Personenschaden (+11,3 Prozent). 480 Leute wurden insgesamt verletzt (+10,6 Prozent), fünf Personen verunglückten tödlich.In der Gemeinde Lotte zählte die Polizei vergangenes Jahr 282 Unfälle (+1,8 Prozent), von denen 190 als Bagatelle gelten. Bei 37 Unfällen wurden 48 Menschen (-5,9 Prozent) verletzt, darunter drei Kinder.

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In Westerkappeln hat es vergangenes Jahr jedenfalls deutlich häufiger gekracht als in der vergleichbaren Flächengemeinde Recke (213) oder in Mettingen (251). Womit das zusammenhängt, kann sich Polizeihauptkommissar Heiner Kröse , Leiter des Verkehrskommissariates in Ibbenbüren, auch nicht erklären. Sicher, in Westerkappeln gebe es einige „Bauernautobahnen“, wie die Polizei die Landesstraßen spöttisch nennt, aber Unfallschwerpunkte sind ihm in diesem Zusammenhang nicht untergekommen.

Der Großteil der Unfälle verlief glimpflich, denn 276 der registrierten Unfälle fallen unter die Kategorie 5. Das sind die klassischen Parkplatzrempler, Wildunfälle oder andere Bagatellschäden. Hier gab es gegenüber 2017 eine leichte Zunahme um 1,1 Prozent.

Ein Plus von 3,8 Prozent gab es bei Verkehrsunglücken mit Verletzten, mit gravierenden Sachschäden oder bei Unfällen, wo Alkohol im Spiel war oder Beteiligte flüchteten. Insgesamt wurden davon vergangenes Jahr 109 Fälle gezählt. Bei 40 der schwerwiegenden Unfälle gab es Verletzte. 20 ereigneten sich innerorts, 20 im Außenbereich. Insgesamt wurden 59 Menschen verletzt, zwei weniger als im Jahr davor. Unter den Verletzten waren vier Kinder.

Die beste Nachricht: Wie schon 2017 gab es vergangenes Jahr keine Verkehrstoten in Westerkappeln. Im Bereich der Polizeiwache Ibbenbüren kamen fünf Menschen ums Leben; drei in Ibbenbüren, zwei in Mettingen.

Das statistische Unfallrisiko bemisst die Polizei mit der Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ). Diese beschreibt – hochgerechnet auf 100 000 Einwohner – die Gefahr, in einen Verkehrsunfall verwickelt und dabei verletzt zu werden. Westerkappeln belegt dabei erneut vordere Plätze – im negativen Sinne. Die VHZ bezogen auf alle Einwohner beträgt 528,9. Das ist etwas weniger als im Vorjahr, aber deutlich mehr als 2016 (VHZ=384,7). Unter allen 24 Kommunen im Kreis ist das der vierthöchste Wert. Bei den Bürgern ab 65 Jahren belegt die Gemeinde mit einer VHZ von 456,0 sogar Rang 3. Besonders gefährdet sind die 18- bis 24-Jährigen, für die eine Häufigkeitszahl von 1373,3 ermittelt wurde. Nur Horstmar liegt darüber. „Diese Zahlen sind schon enorm“, meint auch Kröse.

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