Eurobahn wehrt sich gegen Vorwürfe
Zugkunden weiter genervt

Kreis Warendorf -

Bahnfahren ist oft eine Zumutung. Das gilt auf vielen Strecken, die von der Eurobahn betrieben werden – auch für den Abschnitt zwischen Warendorf und Münster. So musste ein Bahnkunde in Warendorf 41 Minuten auf den Zug warten, mit dem er am 20. Juli um 14.13 Uhr nach Münster fahren wollte. Aber die Geschichte lässt sich auch anders erzählen.

Mittwoch, 25.07.2018, 06:01 Uhr aktualisiert: 25.07.2018, 09:24 Uhr
Immer wieder macht die Eurobahn wegen Verspätungen oder Zugausfällen von sich reden. Das Unternehmen sieht sich aber in vielen Fällen zu Unrecht an den Pranger gestellt. Foto: Gunnar A. Pier

„Ich fühle mich durch ihr Unternehmen genötigt, weil ich entweder geplante Termine absagen muss oder aber auf den Bus und längere Fahrzeiten verwiesen werde“, beschwert sich der Warendorfer bei der Eurobahn und fügt verärgert hinzu, dass das Unternehmen am gleichen Tag den Zug von Münster zurück nach Warendorf gleich ganz ausfallen ließ – und zwar kommentarlos. „Ich entschuldige das Verhalten nicht und habe dafür auch kein Verständnis“, schreibt der verärgerte Kunde.

Eine Lobby haben Bahnnutzer nicht. Kein Wunder, denn die Entscheidungs-träger greifen ja auf flotte Dienstwagen zurück.

Kunde der Eurobahn

Verwundert ist der Mann auch darüber, dass der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) der Eurobahn die Betriebserlaubnis noch nicht entzogen hat. Schließlich sei das Unternehmen wiederholt vertragsbrüchig geworden. Unverständlich sei ferner, dass die Landräte der betroffenen Kreise ebenfalls nicht gegen das Unternehmen vorgingen. Das erklärt sich der Warendorfer letztlich so: „Eine Lobby haben die Bahnnutzer in diesem Land eh nicht. Kein Wunder, denn die Entscheidungsträger greifen ja auf flotte Dienstwagen zurück.“

Vertragskündigung hilft nicht weiter. Da steht nämlich kein neuer Betreiber Gewehr bei Fuß.

Nils Werner (NWL)

Nils Werner vom Vertragsmanagement des NWL betont auf Nachfrage, dass der Verband die Eurobahn wegen der vielen Verspätungen bereits abgemahnt habe. „Aber der Anteil der selbstverschuldeten Ausfälle ist nicht so gravierend, dass jetzt eine zweite Abmahnung zu rechtfertigen wäre.“ Und eine Vertragskündigung würde auch nicht weiter helfen. „Da steht kein neuer Betreiber Gewehr bei Fuß.“

Viele Verspätungen ergeben sich durch Faktoren, die die Eurobahn nicht beeinflussen kann.

Nicole Pizzuti (Eurobahn)

Dass die Eurobahn mitunter einfach das letzte Glied der Kette ist und dann „vom Fahrgast verhaftet wird, macht Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti deutlich. Sie erklärt den Zugausfall am 20. Juli mit einem Notarzteinsatz am Gleis. „Viele Verspätungen ergeben sich durch Faktoren, die die Eurobahn nicht beeinflussen kann“, sagt sie. Auch die Verspätung, über die sich der Kunde aus Warendorf beschwert hatte, sei auf eine technische Störung an der Strecke zurückzuführen.

Vorwürfe, die Eurobahn kommuniziere Verspätungen oder Ausfälle nicht, ließ Pizzuti so nicht gelten. „Wie geben diese Informationen weiter. Aber die Deutsche Bahn entscheidet, ob das am Bahnhof durchgesagt wird oder nicht.“

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