Qualitätsanalyse der Fritz-Winter-Gesamtschule
Ausschuss nahezu ratlos vor Ergebnissen

Ahlen -

Wenig zufrieden war der Schul- und Kulturausschuss am Montag mit der Ergebnispräsentation zur Qualitätsanalyse der Fritz-Winter-Gesamtschule. Defizite in den Kernkompetenzen wie Binnendifferenzierung sorgten für Kritik

Dienstag, 13.03.2018, 21:03 Uhr

Die Fritz-Winter-Gesamtschule hat sich bereits vor längerer Zeit einer Qualitätsanalyse unterzogen. Mit den Ergebnissen, die Schulleiter Alois Brinkkötter am Montag vorstellte, waren die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses jedoch wenig zufrieden. Foto: Christian Wolff

Mit einem umfangreichen Ergebnispaket zur Qualitätsanalyse der Fritz-Winter-Gesamtschule besuchte deren Leiter Alois Brinkkötter am Montagnachmittag den Schul- und Kulturausschuss im Rathaus. „Alle Gruppen waren bei der Erstellung eingebunden“, sagte er.

Zunächst wollte Brinkkötter die Vorgeschichte der Qualitätsanalyse erläutern, doch das unterband der Ausschussvorsitzende Matthias Harman mit Verweis auf die Sekundarschule, die in der vorigen Sitzung ihre Ergebnisse vorgestellt hatte. „Vielleicht können Sie sich auf die Kernaussagen beschränken“, riet er dem Schulleiter, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Ein Fazit nahm Brinkkötter gleich vorweg: „Die Klassenräume sind aus meiner Sicht viel zu klein.“ Dazu benötige es „mehr Differenzierung, mehr finanzielle Mittel“. Ein Defizit sahen die Prüfer in der Gremienarbeit, was der Schulleiter damit begründete, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung die Schärfung des Sport- und Kunstprofils sowie der Bereich Inklusion im Vordergrund gestanden haben. Dass es nicht durchweg Bestnoten gab, hielt er für verschmerzbar. „Wenn wir überall hervorragend abgeschnitten hätten, dürften wir keine Wünsche mehr äußern. Wir waren mit dem Ergebnis insgesamt sehr zufrieden.“ Die Details der Analyse seien inzwischen mit allen Beteiligten intensiv diskutiert worden. „Ich bin jemand, der die persönliche Freiheit großschreibt.“ Dennoch gelinge diese nur im Kontext von Regeln.

Petra Pähler-Paul (Grüne) unterbrach den Vortrag: „Ich bin ein bisschen schockiert, was die Qualitätsanalyse angeht. Wir alle schätzen Ihr Engagement, aber ein derartiges Defizit bei den Kernkompetenzen ist schon erschreckend“, meinte sie. Binnendifferenzierung gehöre fest zu einer Gesamtschule. „Da hat man Ihnen doch ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.“ Diese Ansicht wollte Gabi Duhme (SPD) zwar nicht in dieser Deutlichkeit unterschreiben, wies jedoch auf eine mangelnde Kritikfähigkeit des Schulleiters hin: „Die Art und Weise, wie Herr Brinkkötter das Ganze hier kommentiert, kommt ein wenig flapsig daher.“ Außerdem sei die Analyse „optisch nicht gut aufgearbeitet“ worden. „Als Schulausschuss sind wir nicht in der Lage, in die Details zu blicken. Ich wünsche mir, dass Sie an den Defiziten arbeiten“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende. Für sie sei wichtig, auf welche Stellschrauben die Politik Einfluss habe. Nur so könne der Ausschuss seinen Beitrag leisten, Dinge zu verbessern.

Auf die Frage von Alfred Thiemann (BMA), wie es der Gesamtschule denn wirklich gehe, entgegnete Alois Brinkkötter: „Es gibt kein durchgehendes Defizit.“ Für seine Schule seien die Ergebnisse „hervorragend“. Was Pähler-Paul zur Konkretisierung ihrer Äußerung brachte: „Aus Ihrer Darstellung war für mich nicht zu entnehmen, dass es ein hervorragendes Ergebnis gab.“

Erhard Richard (CDU) nahm letztlich den Dampf aus der Diskussion: „Die Gesamtschule hat einen hohen Stellenwert in Ahlen. Wir schauen mit großem Vertrauen auf die Arbeit, die dort geleistet wird.“ Um dem Schul- und Kulturausschuss dennoch die fehlende Transparenz bei der Ergebnispräsentation zuteil werden zu lassen, schlug Thiemann vor, das Druckwerk den Mitgliedern schriftlich zur Verfügung zu stellen. Doch da musste Brinkkötter den BMA-Mann enttäuschen: „Diese Daten kann ich nicht so einfach herausgeben. Da muss ich erst die Einwilligung der Schulkonferenz einholen.“  

Ein derartiges Defizit bei den Kernkompetenzen ist schon erschreckend.

Petra Pähler-Paul
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