Bands im Stundentakt auf der Bühne
Tönnis rockt „saugut“

Tönnishäuschen -

Bei „Tönnis rockt“ wechselten die Bands im Stundentakt. Das versetzte rund 800 Festival-Fans in Ahlens kleinstem Ortsteil in großartige Stimmung.

Sonntag, 15.07.2018, 17:32 Uhr

Ein bisschen Elvis: Felipe de la Torre, Sänger der „Bluesanovas“ in Aktion, rockte die Bühne und das Festival gleich mit. Foto: Christian Feischen

Traditionell „saugut“ - und das auch noch bei idealem Sommerwetter: Mit einem abwechslungsreichen Programm zeigte sich Ahlens kleinster Ortsteil am Samstag rockmusikalisch wieder ganz groß. Mit sechs Bands im Stundentakt vom späten Nachmittag bis gegen Mitternacht hieß es zum zwölften Mal „Tönnis rockt“. Von experimentellem Pop über Indierock bis zu Blues und Boogie reichte die musikalische Bandbreite beim Freiluftfestival an der Alten Schule im Antoniusdorf.

Mit elektronischem Poprock machten „Manjaro“ am Nachmittag den Auftakt. Die Klänge mit einer Mischung aus New Wave und dem unaufdringlichen synthesizerlastigen Techno der Songs ihrer CD „Madness“ stimmten auf den über sechsstündigen Konzertreigen ein, während sich das Gelände kontinuierlich mit Besuchern füllte. Die gingen dann sogleich zu den funkigen Rhythmen der „Lieferanten“ aus Münster eifrig mit. „Schabernacksoul“ nennen die vier Musiker ihren frechen Deutschrock, bei dem es auch mal um einen „platten Reifen“ oder einen „Knick in der Optik“ gehen darf, wobei sich die Band vor Wortwitzen mit Reimen wie „Ich häng‘ lieber was an den Nagel als mich selber auf“ nicht scheut. Bei „Tönnis rockt“ kam der temperamentvolle „Lieferanten“-Auftritt sichtlich an.

„Tönnis rockt“ 2018

1/18
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen
  • Festival-Impressionen aus Tönnishäuschen Foto: Christian Feischen

In Party- und Tanzstimmung versetzten gleich im Anschluss die „Bluesanovas“ mit ihrem Blues und Boogie. Der charismatische Frontmann Filipe de la Torre brachte zusammen mit den vier Mitmusikern, nicht zuletzt mit dem virtuos aufspielenden Boogie-Woogie-Pianisten Nico Dreier, fetzige Rhythm ‚n‘ Blues-Stücke auf die „Tönnis“-Bühne - und das im passenden Outfit bei Anspielungen auf Elvis Presley: „Übt schon mal den Hüftschwung“, meinte Sänger de la Torre zum Song „Gangster Of Love“, bevor der für die „Bluesanovas“ programmatische Titel „Rock‘n‘ Roll Music“ die sommerliche Festival-Stimmung weiter anheizte.

Übt schon mal den Hüftschwung.

Filipe de la Torre

Während der erfreulich reibungslos ablaufenden Umbaupausen herrschte nicht nur großer Andrang an den Imbissständen. Diesmal, nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit 1000 Bratwürsten, die darauf warteten, verzehrt zu werden. Auch der Verkaufsstand mit „Tönnis rockt“-T-Shirts oder Bierdeckeln und - ganz neu - Edel-Chipsletten mit Veranstaltungsemblem war hochfrequentiert. Wieviele Zuschauer es dann tatsächlich waren, war wegen des freien Eintritts nicht genau zu ermitteln. An die 800 dürften es laut Schätzungen des Organisationsteams gewesen sein, die sich auch für ungewöhnlichere, neue Klänge interessierten. Die Post-Rock-Band „Jerakeen“ aus Hamburg zauberte ausgedehnte, sphärisch anmutende Instrumentalstücke auf die Bühne und demonstrierte, dass man mit wuchtigem Bass- und Schlagzeugspiel zu verzerrten Gitarren Rockmusik auch ohne Text und Gesang zwar nicht ganz neu erfinden, aber durchaus weiterentwickeln kann.

Richtig klassisch-rockig wurde es am späteren Abend mit der Band „Jail Job Eve“ aus Osnabrück. Die eingängigen Riffs von Gitarrist Benedikt Schlereth zum mitunter souligen und beeindruckend kraftvollen Gesang von Frontfrau Victoria Semel ließen die Besucher vor der Bühne mittanzen und -klatschen. Zu „My My, Rock My Baby „ sang das Publikum begeistert mit. Ohne Zugabe durften „Jail Job Eve“ da nicht von der Bühne gehen.

Wer dachte, dieses Highlight wäre nicht zu übertreffen, musste sich nicht lange gedulden. Dicht gedrängt versammelte sich das Publikum in Erwartung der „Cockriders“ vor der Bühne, bevor Gitarrist Barney Wewer, dessen Bruder Schorsch Wewer am Bass und Domi Gerntrup am Schlagzeug ihr bluesrockiges Comeback starteten. Die Songs ihrer beinahe legendären Demo-Kassette aus den 90ern präsentierten die Vollblutmusiker so rockig frisch wie vor über zwei Jahrzehnten. „Seit 1995 sind wir offiziell nicht mehr als ‚Cockriders‘ aufgetreten“, verriet Barney Wewer kurz vorm bejubelten Auftritt bei „Tönnis rockt“. Das „Heimspiel“ der aus Vorhelm stammenden Musiker gefiel natürlich. Und zwar, wie sollte es bei diesem Festival auch anders sein, „saugut“.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5908164?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Polizeitaucher finden Messer in der Gracht vorm Museum
Polizeitaucher einer Technischen Einheit suchten in der Gracht vor dem Rockmuseum nach der Waffe.Das sichergestellte Messer.
Nachrichten-Ticker