Sanierung des Blauen Wasserturms
Der Kampf gegen Rost aus Jahrzehnten

Ahlen -

Eine nicht alltägliche Baustelle bearbeiten Maler, Gerüst- und Stahlbauer derzeit in Ahlen: Der Blaue Wasserturm, Industriedenkmal und weithin sichtbare Landmarke an der Guissener Straße, wird saniert.

Montag, 20.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 13:40 Uhr
Der Blaue Wasserturm ist nicht nur eine weithin sichtbare Landmarke, sondern auch ein Identifikationsobjekt vieler Ahlener. Schwindelfrei müssen sie sein: Ioan Sorecau und Christian Frank (r.), Mitarbeiter des Gerüstbaubetriebs Brückner, haben es zum ersten Mal mit einem Auftrag in dieser Höhe zu tun. Die Plattform, die sie errichtet haben, befindet sich genau 26 Meter über dem Boden. Foto: Christian Wolff

Wer in 26 Metern Höhe über die Holz- und Stahlplanken schreitet, muss schon schwindelfrei sein. Zur Sicherheit können sich die Fachleute, die seit Monaten mit der Sanierung des Blauen Wasserturms beschäftigt sind, auch noch angurten.

„Diese Konstruktion hat uns schon ein paar schlaflose Nächte beschert“, gibt Sven Brückner ehrlich zu, als er die 127 Stufen bis zu seinem Arbeitsbereich erklommen hat. Der Vorhelmer, dessen Firma für das imposante Gerüst unterhalb des einstigen Wasserspeichers verantwortlich zeichnete, lässt durchaus Stolz durchblicken, als er am Montagvormittag mit Christian Tripp , Hermann Huerkamp, Michael Scharf und Horst Schulte vier Vertreter des „Fördervereins Fördertürme“ in luftiger Höhe zum Ortstermin begrüßt.

Der Verein, der sich neben den Schachtgerüsten der Zeche auch um den im Jahr 1915 errichteten Bau an der Guissener Straße kümmert, war maßgeblicher Antrieb, die längst überfällige Sanierung des Industriedenkmals in die Tat umzusetzen. Rund 180 000 Euro kostet die Maßnahme, die allerdings nur die gröbsten Schäden beseitigt und die Begehbarkeit des Stahlbaus wiederherstellt. „27 000 Euro davon stellen wir als Verein aus unseren Rücklagen bereit“, sagt Tripp. „50 000 Euro kommen als Fördermittel von der Bezirksregierung. Das ist schon beachtlich.“ Den Rest steuert die Stadt Ahlen als Eigentümerin bei.

Eigentlich hatten die Förderer gehofft, die Reparaturen allein mit Industriekletterern und Hebebühnen vornehmen zu können, doch aufgrund der komplexen Bauweise des Turms und der Art der Schäden kamen sie um ein fest installiertes Gerüst am Ende nicht herum. „Das war auch für uns eine Premiere“, sagt Sven Brückner. „Eine solche Konstruktion, und dann auch noch in dieser Höhe, hatten wir noch nie.“

Sanierung des Blauen Wasserturms

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  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff
  • Die gröbsten Schäden durch Korrosion werden am Blauen Wasserturm beseitigt. Foto: Christian Wolff

Neben dem Vorhelmer Betrieb, der besonders auf die Leistungen von Christian Frank und Heinrich Börger verweist, sind an den Arbeiten auch der Malerbetrieb Heßbrügge aus Münster und der Stahl- und Maschinenbaubetrieb Demandt aus Liesborn beteiligt. Die Statik lieferte das Büro Pollmeier-Blume.

Es sind vor allem Korrosionsschäden, die Stahlexperte Heinrich Wecker und seine Kollegen seit Oktober 2018 beschäftigen. Der Rost habe sich über viele Jahrzehnte vor allem an den Stellen gebildet, wo Feuchtigkeit nicht abtrocknen kann. An vernieteten Überlappungen zum Beispiel. Zur Verdeutlichung hat sein Chef Heinz Josef Demandt ein paar Exemplare des ursprünglich sechs Millimeter dicken Stahls mitgebracht, der inzwischen ausgetauscht wurde. „An einigen Stellen war er komplett durchgerostet“, berichtet er und belegt es anschaulich. „Das größte Problem war anfangs, die besagten Punkte überhaupt zu erkennen. Von unten sieht das alles ja völlig intakt aus.“

Eine Kiste mit verrostetem Altmaterial wechselt direkt den Besitzer: Hermann Huer­kamp will es für den Förderverein als Anschauungsmaterial und zur Sanierungsdokumentation aufbewahren.

Rund 90 Prozent der schadhaften Stellen seien inzwischen erneuert, erläutert Demandt. Der senkrechte Umlauf der Kugel, zuletzt festgerostet, könne jetzt ebenfalls wieder bewegt werden. Das helfe, so Michael Scharf, in Kürze auch die Flechten im oberen Bereich der Kuppel – rund 45 Meter hoch – zu entfernen. „Einen neuen Anstrich gibt es nämlich nicht.“ Der werde wohl erst bei jener Komplettsanierung aufgebracht.

Im kommenden Monat soll die aktuelle Sanierung abgeschlossen sein. „Das verschafft uns jetzt etwas Luft“, freut sich Horst Schulte. In zehn bis 15 Jahren gehe es dann „ans Eingemachte“.

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