Eichenprozessionsspinner im Vorhelmer Sundern
Förster mahnt Besucher zur Vorsicht

Vorhelm -

Der Eichenprozessionsspinner ist allerorts auf dem Vormarsch. Inzwischen sind auch viele Bäume des Vorhelmer Grafenwalds von den Raupennestern befallen, die bei Kontakt mit Menschen und Tieren zu allergischen Reaktionen führen können.

Mittwoch, 19.06.2019, 23:00 Uhr
Nicht nur in den Nestern am Baum, sondern auch auf dem Waldboden tritt der Eichenprozessionsspinner derzeit auf. Andreas Eschweiler vom Forstbetrieb auf Haus Vorhelm bittet Spaziergänger um Vorsicht. Foto: Christian Wolff

Erst vor wenigen Tagen passierte Andreas Eschweiler den Waldrand an der Münsterstraße, als er Spaziergänger auf einer Bank antraf. „Sie unterhielten sich angeregt über den Eichenprozessionsspinner“, bekam der Förster mit. Prekär dabei: „Genau über den Leuten hing eines jener Nester, über die gesprochen wurde – und vor denen wir jetzt verstärkt warnen müssen.“

Damit eine solche Situation möglichst nicht noch einmal vorkommt, mahnt der Forstbetrieb von Haus Vorhelm derzeit besonders zur Vorsicht. „Wir werden die Wanderwege nicht sperren“, stellt Eschweiler klar. „Der Eichenprozessionsspinner gehört zu den Gefahren, mit denen man heutzutage im Wald rechnen muss. Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Raupen jetzt und in Zukunft zu unserer Tierwelt gehören.“

Die aus Südeuropa eingewanderte Art, die sich nach einer sechswöchigen Verpuppungszeit in Falter verwandelt, liebt es warm. Deswegen hat der Rekordsommer 2018 dazu beigetragen, dass sich der „Spinner“ stark vermehrt hat. Und angesichts der erneut warmen Witterung fühlt er sich derzeit besonders wohl in unseren Gefilden und vermehrt sich in Massen. Vor 30 Jahren war er nur auf vereinzelten Park- oder Alleebäumen anzutreffen.

Ein typisches Nest am Eichenbaum.

Ein typisches Nest am Eichenbaum. Foto: Christian Wolff

Für den Menschen gefährlich sind die Haare der Raupen. Ab dem dritten von insgesamt sechs Larvenstaden, das in diesem Monat erreicht wurde, sind diese mit Widerhaken versehen, die das Eiweiß Thaumetopoein enthalten. Die fast unsichtbaren Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhäute ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

„Vor allem an den südlichen Randbäumen sind im Moment viele Nester zu finden“, hat Andreas Eschweiler festgestellt. „Je mehr man in den Wald hineingeht, desto weniger findet man. Aber es ist nicht ganz auszuschließen, dass auch dort Eichen betroffen sind.“ Nicht nur an den Bäumen, auch auf dem Waldboden können die Tierchen herumkriechen. „Dann sind sie besonders für Hunde eine Gefahr, die natürlich gerne daran schnuppern.“

Für Menschen, die trotz aller Umsicht dennoch mit dem Eichenprozessionsspinner in Kontakt gekommen sind, hat der Forstexperte einige Tipps parat: „Kleidung umgehend im Freien wechseln und später bei mindestens 60 Grad waschen, Schuhe nass reinigen, sichtbare Raupenhaare mit Klebestreifen entfernen, gründliche Dusche mit Haarreinigung und Augenspülung mit Wasser, betroffene Gegenstände wie Autos ebenfalls gründlich reinigen.“ Bei Hautreaktionen sei umgehend der Hausarzt aufzusuchen, bei Atemnot der Rettungsdienst zu alarmieren.

Der Forstbetrieb von Haus Vorhelm hat Warnschilder angebracht.

Der Forstbetrieb von Haus Vorhelm hat Warnschilder angebracht. Foto: Christian Wolff

Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Raupen jetzt zu unserer Tierwelt gehören.

Andreas Eschweiler

 

 

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