Johannes Truelsen verstorben
Wegbereiter der Fusion mit Ahlen

Vorhelm -

Johannes Truelsen ist verstorben. Der frühere Bürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Vorhelm sei vergangenen Donnerstag in Schleswig „friedlich eingeschlafen“, wie sein Sohn Jan Truelsen der „AZ“ mitteilte.

Dienstag, 16.07.2019, 16:33 Uhr aktualisiert: 16.07.2019, 18:11 Uhr
Johannes Truelsen war von 1969 bis 1972 Bürgermeister der Gemeinde Vorhelm. Dann zog er in den hohen Norden. Am 16. Februar 2016 war er ein letztes Mal in seinem früheren Heimatort zu Gast. Foto: Christian Wolff

Als einer der Wegbereiter des 1975 vollzogenen Zusammenschlusses der Gemeinde Vorhelm mit der Stadt Ahlen gilt Johannes Truelsen . Der frühere Bürgermeister der Hellbachgemeinde ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Schleswig verstorben.

Josef Remmert , sein früherer Stellvertreter, erfuhr am Wochenende vom Ableben Truelsens. „Es war gut, dass wir ihn vor gut dreieinhalb Jahren noch einmal nach Vorhelm eingeladen haben. Das hat ihn sehr gefreut“, so Remmert gegenüber unserer Zeitung. Damals hatte der Heimatverein im Saal Witte eine Zeitzeugen-Runde in Erinnerung an die Kommunale Neuordnung eingeläutet, an der neben Truelsen auch Ahlens Altbürgermeister Herbert Faust und die noch lebenden ehemaligen Vorhelmer Gemeinderatsmitglieder teilnahmen. „Dass er die mehr als 400 Kilometer lange Strecke bis zu seiner früheren Wirkungsstätte auf sich nahm, hat uns überrascht, aber auch sehr gefreut“, sagte Heimatvereins-Chef Willi Wienker.

Das frühere „Gemeindefilmteam“ Heinz Piecha und Günter Latzel präsentierte in diesem Rahmen einen alten Super-8-Film vom ersten Spatenstich zum Bau der Vorhelmer Turnhalle. Truelsen passierte dabei ein Fauxpas, der für Erheiterung sorgte: Ihm brach der Stiel ab; ein neuer Spaten musste her. „Ich denke noch häufig an Vorhelm“, bekannte der Ehrengast damals gegenüber unserer Zeitung. Die „Hochzeit“ mit Ahlen werteten Herbert Faust und er im persönlichen Rückblick als „glückliche Fügung“.

Johannes Truelsen kam am 10. September 1935 in Schleswig zur Welt. Er war 1966 Mitbegründer der Vorhelmer Firma „Filtra“ – ein Unternehmen, das vor allem Filter für die Zementindustrie herstellte – und später dort Geschäftsführer. Er wurde im Jahr 1969 mit dem Wahlsieg der Unabhängigen Wählergemeinschaft Vorhelm (UWV) zum Bürgermeister Vorhelms.

Im Jahr 1972 verabschiedete sich der Norddeutsche aus seiner westfälischen Wahlheimat und übergab das Amt an den ebenfalls bereits verstorbenen Heiner Brinkpeter, der bis Ende 1974 an der Spitze der Gemeinde stand. Seinen Vorgänger zog es derweil beruflich ins Sauerland und wenig später zurück in seine Geburtsstätte im hohen Norden, wo er eine Glashütte übernahm. 1973 wurde Truel­sen Mitglied im kurz zuvor gegründeten Missunder Yachtclub. Im März 1977 wurde er dort zweiter Vorsitzender. Von 1980 bis 2000 übernahm er sogar die Spitzenposition. Die Clubmitglieder verabschiedeten ih­ren „Hannes“ mit stehenden Ovationen aus dem Amt, war in der dortigen Lokalpresse zu lesen. Ihm sei anzusehen gewesen, dass ihm der Abschied gar nicht so leicht fiel.

Am 24. April 2014 wurde Truelsen als Kommodore des Clubs die vom Seglerverband höchste zur Verfügung stehende Auszeichnung für ehrenamtliche Tätigkeiten, die goldene Ehrennadel mit Brillant, verliehen. Diesen Akt übernahm der Vorsitzende des Ehrenrats des Seglerverbandes Schleswig-Holstein, Peter Seidel.

Die Beisetzung von Johannes Truelsen wird in Kürze stattfinden. Christian Wolff

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