Tralla-City-Abschluss
Der Marktplatz: The best place to be

Ahlen -

Zwei echte musikalische Highlights gab es am Freitag zum Abschluss von Tralla City: „Couscous“ und „Lakeside Inn“.

Sonntag, 18.08.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 19.08.2019, 08:10 Uhr
„Lakeside Inn“ runter von der Bühne: Vor allem die Solopartien von Jens Nauert, der den publikumsnahen Rockgitarristen gab, rissen die Zuhörer auf dem Markt mit. Foto: Dierk Hartleb

Ein Hauch von Woodstock wehte am Freitagabend zum Abschluss von Tralla City über den Marktplatz. Die älteren Besucher erinnerte die Stimme von Stella Haastrup an die noch junge Joan Baez, die neben vielen anderen Rock-Idolen wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder „The Who“ beim dreitägigen Musikfestival in Bethel im US-Bundesstaat New York vor 50 Jahren aufgetreten war.

Stella Haastrup (Gesang, Gitarre) und Phil Wood (Gitarre) eröffneten den Abend mit gefühlvollen und virtuos begleiteten Songs aus ihrem Projekt „Couscous“. Mit ihrer variationsreichen Stimme wechselte die Sängerin mühelos von glasklaren Partien zu souligen und erinnerte an die US-amerikanische Singer-Songwriterin India Arie aus Denver. Dabei reichte die musikalische Spannbreite von folkigen Anklängen bis zu sanft-melancholischen Balladen, wobei sie sich immer wieder auch durch groovige Soul­passagen unterbrach. Nicht weniger vielseitig das Gitarrenspiel von Phil Wood, der seine Partnerin kongenial begleitete und zugleich durch seine Riffs eigene Duftmarken setzte.

„Couscous“ erinnerte an Woodstock.

„Couscous“ erinnerte an Woodstock. Foto: Dierk Hartleb

Den Wunsch nach einer Zugabe traute sich das Duo nicht mehr zu erfüllen, weil an der Bühne schon die fünf Jungs von „Lakeside Inn“ warteten, die den zweiten Teil des Double Features übernahmen. Die fünfköpfige Band mit Musikern aus Münster, Oelde und Dortmund fetzte sofort los und entfachte einen musikalischen Wirbelsturm auf der Bühne. Anders als Stella Haastrup und Phil Wood, die ihre Musik ganz unprätentiös präsentiert hatten, wirbelte Sänger Andre Osthues im Stil eines Frontsängers über die Bühne und riss die Zuhörer förmlich mit. „Lakeside Inn“, die sich nach Anfängen mit Indie-Pop musikalisch einem Mix aus Pop, Alternative und Rock zugewandt haben, begeisterten die Besucher mit Stücken, die sie aus Nachlässen von Bands wie „U2“, „Tears for Fears“ und „Ultravox“ übernommen haben – nicht um sie nachzuspielen, sondern um sie auf Heute umzupolen. Das Ergebnis ist eine Ohren und Beine gleichermaßen erreichende Musik, die gute Laune macht. Auch wenn es zum Ausrasten, wie Andre Osthues auffordernd in die Menge rief, nicht ganz reichte, so begeisterten vor allem die Solopartien von Jens Nauert (Gitarre), der kurzerhand die Bühne verließ und den publikumsnahen Rockgitarristen gab und Hanno Jenkel am Klavier mit fast klassisch anmutenden Einschüben.

Eine tolle Atmosphäre herrschte am Freitagabend auf dem Markt.

Eine tolle Atmosphäre herrschte am Freitagabend auf dem Markt. Foto: Dierk Hartleb

Klar, dass das Tralla-City-Publikum die Band nach einer Stunde nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen wollte. Und die gaben die fünf, die zudem eine gute Bühnenshow abgezogen hatten, nur allzu gern.

„The best place to be“ (der beste Ort, wo man sein kann), lautete die anerkennende Meinung eines Gastes, der nicht zu den regelmäßigen Besuchern der Veranstaltungsreihe zählt. Auch Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels und WFG-Mitarbeiter Carlo Pinnschmidt, zuständig fürs Stadtmarketing, hatten allen Grund, zufrieden zu sein. Mit der Auswahl der Musikgruppen und der beiden Straßentheater hatten sie ein gutes Händchen bewiesen, wobei Wessels Wert auf die Feststellung legte: „Wir wollen mit Tralla City nicht unbedingt Mainstream bedienen.“ Auch wenn das für „Couscous und „Lakeside Inn“ gilt, beide würde man gern in Ahlen einmal wiedersehen und -hören.

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