„Digitaler Campus“
Veraltete Schulbücher sind im Netz passé

Ahlen -

Die städtischen Grund- und weiterführenden Schulen verlassen ihre „Insellösungen“, was die Vernetzung angeht. Mit dem „Digitalen Campus“ werden jetzt die ersten Einrichtungen ganz modern verknüpft.

Donnerstag, 19.09.2019, 15:30 Uhr
Manfred Balchetta richtet die Schulzugänge ein. Wie ein Ufo oder eine Frisbeescheibe sehen die Verbindungen zum Schul-W-Lan aus, das mit dem Server unsichtbar verbunden ist. Foto: Peter Schniederjürgen

Nein, Manfred Balchetta sitzt nicht in Einzelhaft, auch wenn es im brandneuen Serverraum im Städtischen Gymnasium gerade so aussieht. Hinter der verschlossenen Tür arbeitet der IT-Spezialist daran, die ersten vier Ahlener Schulen an den „Digitalen Campus“ anzuschließen.

Das schnelle Netzwerk, von dem die Bildungseinrichtungen durchweg profitieren sollen, stellten am Donnerstag Bürgermeister Dr. Alexander Berger , Fachmann Thorsten Müller und dem Leiter des Gymnasiums, Meinolf Thiemann , gemeinsam vor. An der „Penne“ beginnt nach den Herbstferien die heiße Pilotphase des „I-Pad-Unterrichts“.

Nach und nach sollen alle Ahlener Grund- und weiterführenden Schulen angeschossen werden. Dafür hat die Stadt einige Millionen Euro eingeplant. Davon werden bis jetzt rund 800 000 Euro von dem Programm „Gute Schule 2020“ abgedeckt. Dazu zeichnen sich einige weitere Förderungen wie durch den „Digitalpakt Schule“ ab. Im Jahr 2021 bündelt die Stadt als Träger der Schulen die Finanzbedarfe und beantragt die Mittel in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro.

Für die Schüler und Lehrer tut sich damit eine neue pädagogische Welt auf. „Die Möglichkeiten sind unzählig“, schwärmt Sebastian Wollmann, Pädagoge am Gymnasium, bei der Präsentation des Systems. So hat der Lehrer direkten Zugriff auf das „I-Pad“ des Schülers. Damit ist eine faktische „Eins-zu-Eins-Betreuung“ möglich. Aber auch im Sport kann das Gerät eingesetzt werden. „So kann in der Zeitlupe zum Beispiel die Hochsprungtechnik beobachtet und verbessert werden“, schlägt Wollmann eine der zahllosen weiteren Verwendungen vor.

Dr. Alexander Berger, Brigga Kazmierczak, Matthias Harman, Markus Dorgeist Sebastian Wollmann, Meinolf Thiemann, Alois Brinkkötter. Thorsten Müller und Deniz Aydin (v.l.).

Dr. Alexander Berger, Brigga Kazmierczak, Matthias Harman, Markus Dorgeist Sebastian Wollmann, Meinolf Thiemann, Alois Brinkkötter. Thorsten Müller und Deniz Aydin (v.l.). Foto: Peter Schniederjürgen

„Wir gebrauchen die ,I-Pads‘ schon länger im Unterricht und es ist in vielen Fächern wie Erdkunde, Politik und Geschichte sehr hilfreich“, fügt Alois Binkkötter, Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule, an. Denn hier seien die neuesten Schulbücher oft schon im Druck überholt. „So ist der Zugang zum Internet in vielen Fällen sehr bereichernd“, findet der Schulleiter.

Derzeit sitzt Manfred Balchetta noch im Serverraum im sogenannten „Superneubau“ des Gymnasiums. Bald jedoch wird der Server im Rathaus stehen und von dort werden alle Arbeiten erledigt. „Diese zentrale Lösung ist administrativ und kostenmäßig die absolut günstigste“, betont Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Wie die Lehrer den Schülern Apps freigeben oder sperren, sehen was auf deren Geräten passiert – das alles kann der IT-Service der Stadt per Zugriff auf die Schulsysteme erkennen. Die werden dann alle aus einem Guss sein und damit sind die „Insellösungen“ zu Ende.

„So vermitteln wir den Schülern eine Medienkompetenz, die sie Zuhause oft nicht erhalten können“, sagt Meinolf Thiemann. Für den Vorsitzenden des Schulausschusses, Matthias Harman, ist das System ein richtiger und nötiger Schritt in Richtung Zukunft – zum Nutzen der Schüler.

Diese zentrale Lösung ist administrativ und kostenmäßig die absolut günstigste.

Dr. Alexander Berger

 

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