Anlieger der Südstraße sauer auf die Stadt
Kommunikation war „suboptimal“

Ahlen -

Pannen in der Kommunikation mit den Anliegern der Südstraße hat die Stadt eingeräumt und Besserung gelobt. Die Geschäftsleute und Gastronomen hatten am Mittwochmorgen aus der Zeitung erfahren, dass bereits ab kommenden Montag die Vollsperrung der Straße zum Zwecke der Fahrbahnsanierung erfolgt.

Freitag, 20.09.2019, 06:00 Uhr
Beim Ortstermin vor dem Weinhaus Schulz konnten der stellvertretende Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, Robert Reminghorst (3.v.r.) und Carlo Pinnschmidt von der WFG (4.v.r.) die leicht erhitzten Gemüter der Anlieger der Südstraße schnell wieder beruhigen. Foto: Peter Harke

Erneuert werden soll ab kommenden Montag (wie berichtet) die Fahrbahn der Südstraße zwischen Südenmauer und Marktplatz. Eine glatte Asphaltdecke ersetzt das rumpelige Altstadtpflaster, das sich in diesem Bereich auf Dauer nicht bewährt hat. Die tiefen Spurrinnen, die insbesondere der Linienbusverkehr über die Jahre erzeugt hat, werden dann der Vergangenheit angehören. So weit, so gut – und im Sinne der Anlieger, die sich mehrheitlich gegen den von der Verwaltung auf Initiative der CDU-Ratsfraktion erarbeiteten Plan ausgesprochen hatten, die Südstraße nach dem Vorbild der Weststraße zur Begegnungszone umzugestalten, was zwar vielleicht mehr Aufenthaltsqualität gebracht, aber auch Parkplätze gekostet hätte.

Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass nächste Woche die Straße gesperrt wird.

Marcus Schulz

Ganz und gar nicht einverstanden sind Geschäftsleute und Gastronomen hingegen mit der Informationspolitik der Stadt im Vorfeld der Baumaßnahme. „Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass nächste Woche die Straße gesperrt wird. So kann man nicht mit uns umspringen“, schimpfte Weinhändler Marcus Schulz am Donnerstagmorgen beim Anruf in der „AZ“-Redaktion. Ein paar Stunden später hatten sich die Gemüter schon wieder etwas beruhigt, nach ei­nem weiteren Telefonat von Schulz mit dem Leiter der Ahlener Umweltbetriebe (AUB), Bernd Döding, der ihm gegenüber sein Bedauern über die Kommunikationspannen zum Ausdruck gebracht und versichert habe, dass die Verwaltung bestrebt sein werde, zukünftig „etwas mehr Sensibilität an den Tag zu legen“.

Zum kurzfristig anberaumten Ortstermin am frühen Nachmittag, an dem auch Carlo Pinnschmidt für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) teilnahm, schickte Döding seinen Stellvertreter Robert Reminghorst . Auch er gab unumwunden zu: „Das ist ein bisschen suboptimal gelaufen.“

Nämlich so: Ursprünglich hätten die Arbeiten erst in der übernächsten Woche beginnen sollen. Doch dann habe die ausführende Firma Stila Bau aus Hamm wissen lassen, sie könnte auch schon früher loslegen. Das Angebot habe man gerne angenommen, so Reminghorst, weil es helfen werde, das Ziel zu erreichen, die Maßnahme bis zum 1. November abzuschließen, bevor die Witterungsverhältnisse sich verschlechtern und allmählich auch schon das Weihnachtsgeschäft beginnt. Und dann hätten sich „die Ereignisse ein wenig überschlagen“.

Wir haben von keiner Seite irgendeine Benachrichtigung bekommen.

Frank Altheim („Sonnen-Apotheke“)

Am Dienstag – einen Tag eher als eigentlich mit der Firma besprochen – wurden an der Südstraße und Im Kühl Schilder aufgestellt, die ein absolutes Halteverbot ab kommenden Montag, 23. Sep tember, um 6 Uhr ankündigten. Da schwante den Anliegern schon was. Am Mittwochmorgen lasen sie dann in der „AZ“, die ebenfalls bereits am Dienstag eine Pressemitteilung aus dem Rathaus erhalten hatte, was auf sie zukommt. Das offizielle Schreiben der Stadt flatterte erst am Nachmittag ins Haus und offensichtlich auch nicht in jedes. „Wir haben von keiner Seite irgendeine Benachrichtigung bekommen“, sagt Frank Altheim, Inhaber der „Sonnen-Apotheke“. In der Arztpraxis Wehland-Lampen und im Kosmetik-Studio „Bellessa“ von Pe­tra Budzin kam die Post auch nicht an. Dafür hatte Robert Reminghorst keine Erklärung. Er versprach, dem nachzugehen.

Versprechen konnte der stellvertretende AUB-Chef den Anliegern auch, dass ihre Betriebe während der sechswöchigen Bauphase fußläufig erreichbar bleiben. Denn erneuert wird nur die Fahrspur, die Nebenanlagen sind davon nicht tangiert. An der Vollsperrung der Südstraße führt dennoch kein Weg vorbei, weil zwischen den Einmündungen Kolpingstraße und Hellstraße vor dem neuen Wohn- und Geschäftshaus des Gemeinnützigen Bauvereins ein etwas größeres Rad gedreht werden muss. Hier müssen zunächst die Rinnen und Gehwege wiederhergestellt werden, im Anschluss wird die gesamte Fahrbahn aufgenommen und mit einer neuen Asphalttragschicht und Decke versehen. Auch die sechs Parkplätze entlang der Mauer gegenüber dem Neubau kommen zurück, allerdings nicht mehr schräg, sondern in Längsaufstellung. Während dieses ersten und bei weitem aufwendigsten Bauabschnitts bleibt die Südstraße bis zum Weinhaus Schult theoretisch als Sackgasse befahrbar. Es gibt jedoch keine Wendemöglichkeit. Nicht zu empfehlen.

Uns allen ist bewusst, das muss zügig gehen.

Carlo Pinnschmidt (WFG)

Die Anregung von Marcus Schulz, vorübergehend in ei­nem Teilbereich des Marktplatzes eine Kurzzeitparkzo­ne einzurichten, wollen die Umweltbetriebe prüfen, sicherte Robert Reminghorst zu. Schulz will seine Kunden zudem auf den Parkplatz hinter dem Geschäft an der Wilhelmstraße hinweisen und einen Lieferservice anbieten. Über ähnliche kreative Lösungen denken auch einige andere Geschäftsleute nach. Es wäre nur schön gewesen, etwas mehr Vorlauf gehabt zu haben, kritisierte Apotheker Frank Altheim noch einmal die späte Information.

Carlo Pinnschmidt äußerte Verständnis für den Unmut, wenngleich lange bekannt gewesen sei, dass die Maßnahme noch in diesem Jahr durchgeführt werde. Jetzt gehe es darum, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten: „Uns allen ist bewusst, dass muss zügig gehen.“

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