Präparierte Salami am Werseweg
Nägel stecken im Wurstköder

Ahlen -

Wurstköder mit Nägeln sorgen unter Ahlens Hundehaltern für Verunsicherungen. Am Werseweg wurden mehrere manipulierte Appetithappen sichergestellt. In einem Fall schnappte ein Hund zu. Mit Folgen.

Mittwoch, 16.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.10.2019, 09:56 Uhr
Da steckten die beiden Nägel: Dr. Tanja Pollmüller schickte Fiete am Dienstag gleich weiter in die Fachklinik. Als Dankeschön für die schnelle Hilfe schaute Henner Weisheit am Mittwoch noch einmal mit einer Überraschungskiste in der Praxis vorbei. Foto: Ulrich Gösmann / privat

Die Wurst am Wegesrand – ein gefundenes Fressen für Fiete. Dass zwei Nägel in der Salami steckten, zeigte erst das Röntgenbild. Hundehalter Henner Weisheit ist entsetzt.

Dienstagmorgen, Hunderunde am Werselauf: Der 45-jährige Ahlener ist mit seinem munteren Mischling auf der gegenüberliegenden Seite des Klärwerks unterwegs, trifft eine Bekannte, unterhält sich mit ihr und geht dann weiter. „Während unseres Plauschs hat Fiete irgendwas aufgeschnappt“, sagt Weisheit am Mittwoch im Redaktionsgespräch. Was, erfuhr er kurz darauf auf Zuruf. Die Gassigängerin eilte mit einem Stück Salami zurück. „Da steckten fünf bis sechs Nägel drin“, erzählt der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Weisheit griff zum Telefon und rief seine Tierärztin an. Die bat direkt zu sich, röntgte den Hund und überwies gleich an die Tierklinik.

Es hätte tödlich enden können.

Dr. Tanja Pollmüller

„Es hätte tödlich enden können“, sagt Dr. Tanja Pollmüller, die das Röntgenbild in ihrer Praxis aufnahm. „Die meisten Hundebesitzer denken in einem solchen Fall: Man lässt das Tier erbrechen und gut ist. Aber bei Fremdkörpern wie Nägeln, Schrauben oder Scherben ist das auch mit dem nach hinten rausgehen mit Sauerkraut nicht getan.“ Dabei könne die Magenschleimhaut durchpiekst werden. Folge: innere Blutung und Blutvergiftung. Ebenso gefährlich das Erbrechen lassen. Das könne dann wiederum die Speiseröhre treffen.

  Foto: Weisheit

Für Fiete ging es am Dienstag gleich weiter zur Tierklinik. Endoskopisch wurden dem Rüden unter Narkose zwei fünf Zentimeter lange Nägel entfernt.

Das war Vorsatz!

Henner Weisheit

Der Wirbel um ihn dürfte den Vierbeiner überrascht haben: Das Tier zeigte zu keiner Zeit Reaktionen auf das, was er auf seiner morgendlichen Runde aufgeschnappt hatte. Für Henner Weisheit ist der Fall klar: „Das war Vorsatz!“ In unmittelbarer Nähe hätten drei weitere, mit Nägeln bestückte Leckerchen gelegen. Der Hundehalter verständigte das städtische Ordnungsamt, das gleich raus kam. Danach erstattete er Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt.

Süßgkeiten und Vitamine sind willkommen. „Dankeschön“ sagt Henner Weisheit am Mittwoch bei Dr. Tanja Pollmüller.

Süßgkeiten und Vitamine sind willkommen. „Dankeschön“ sagt Henner Weisheit am Mittwoch bei Dr. Tanja Pollmüller. Foto: Ulrich Gösmann

Eine auf Facebook herausgegebene Warnung stieß auf ein großes Echo. „Habe gestern dort ein Stück Teewurst gefunden, steckte nichts drin, mein Dackel hätte beinahe gefressen, vielleicht war Gift dran. Habe es ins Wasser geworfen“, schrieb eine Kommentatorin. Ein anderer meinte: „Sollte ich jemanden dabei erwischen, frisst die Person selber die Sachen! Egal was mit mir nachher passiert. Pfoten und Daumen sind gedrückt, dass es ihm bald besser geht.“ Weiter hieß es: „Das sind nur (Un)Menschen, die sich nicht mit Ihresgleichen messen können. Dann vergreift man sich eben an Schwächeren.“

Henner Weisheit bleibt nach dem ganzen Ärger noch die Rechnung: Seine beiden Arztbesuche summieren sich auf über 1500 Euro. Immerhin, lacht er erleichtert, habe die Geschichte ja noch für Fiete ein Happy End.

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