Berufungsverhandlung am Landgericht
350 Euro für eine Reise, die nie stattfand

Sendenhorst -

Eine junge Frau soll ihren damaligen Bekannten wegen einer gemeinsamen Reise, die nie stattgefunden hat, um 350 Euro betrogen haben. Das hatte das Amtsgericht entschieden. Vor dem Landgericht nahm die Sendenhorsterin nun ihre Berufung zurück. Die Strafe bleibt wirksam.

Samstag, 12.01.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 16:32 Uhr
  Foto: dpa

Hat eine junge Frau aus Sendenhorst ihren damaligen Bekannten um 350 Euro betrogen oder nicht? Ja, war im August des vergangenen Jahres das Amtsgericht in Ahlen überzeugt und hatte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 1400 Euro verurteilt. Die Geldstrafe war aufgeteilt in 70 Tagessätzen zu je 20 Euro. Darüber hinaus war Wertersatz angeordnet worden.

Nein, fand hingegen die Angeklagte und war in Berufung gegangen. Allerdings ohne Erfolg.

Im Prozess vor dem Landgericht in dieser Woche saß die Frau nervös auf der Anklagebank. Zerfahren berichtete sie über die Kennenlernphase mit dem damaligen Bekannten. Im Gerichtssaal wurde auch der Chat-Verkehr der beiden Betroffenen thematisiert. Das, was die Frau dazu sagte, passte wohl nicht zusammen. „Ich glaube Ihnen nicht. Es gibt so viele Ungereimtheiten“, machte die vorsitzende Richterin deutlich und gab der Angeklagten zu bedenken, noch einmal ernsthaft über ihre Berufung nachzudenken.

Das zeigte Wirkung. Nach Beratung mit ihrer Verteidigerin nahm die Angeklagte ihre Berufung zurück. Das Urteil der ersten Instanz hat somit Bestand. Ob die 350 Euro geflossen sind, stand somit nicht mehr zur Debatte. Weitere Zeugen wurden nicht gehört.

Nach den auszugsweise verlesenen Feststellungen der Vorinstanz hatten sich die Angeklagte und der Bekannte über WhatsApp kennengelernt. Von Hundert und mehr Küssen war die Rede. „Und schön, dass es dich gibt. Hoffentlich für immer“, hatte es unter anderem geheißen.

So hatten beide eine gemeinsame Reise nach Mallorca geplant. Hierfür hatte der Bekannte der Angeklagten seinen Anteil von 350 Euro gegeben. Zur Reise war es jedoch nicht gekommen. Die Angeklagte hatte nicht vor, mit dem Zeugen in den Urlaub zu fahren. Sie wollte nur in den Besitz von Geld kommen, hatte es in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung des Amtsgerichts geheißen.

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