Zweiter Rettungsweg für das Haus Siekmann
Kosten laufen aus dem Ruder

Sendenhorst -

Die Kosten für einen zweiten Rettungsweg im oder am Haus Siekmann sind aus dem Ruder gelaufen. Für die beschlossene Außentreppe und einige notwendigen baulichen Änderungen müssen rund 450 000 Euro ausgegeben werden. Das Jugendwerk freut sich darüber, das die Treppe nicht in den Wintergarten führt.

Donnerstag, 11.07.2019, 12:00 Uhr
Steffie Herrera-Riekens (re.) und ihrer Kollegin Petra Berg fiel ein Stein vom Herzen, als sie von der Entscheidung des Ausschusses erfuhren, dass die zweite Treppe nicht in den Wintergarten führt. Foto: Annette Metz

Die Vertreter der BfA hatten die Nase zunächst mehr als gestrichen voll. „Wir steigen an dieser Stelle komplett aus dem Thema aus“, erklärte Ratsherr Michael Thale am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Denn: „Die Situation wird von Sitzung zu Sitzung immer schlimmer.“

Die Situation wird von Sitzung zu Sitzung immer schlimmer.

Michael Thale

Was er meinte, war zuvor intensiv diskutiert worden: weitere Veränderungen am Haus Siekmann. Nachdem sich die BfA vehement – und erfolglos – gegen den modernen Anbau gewährt hatten, für den am morgigen Freitag der symbolische erste Spatenstich getätigt wird, ging es nun erneut um den zweiten Rettungsweg am oder im Gebäude und um die Anlage von Parkplätzen auf dem Gelände des Hauses. Beides wird vom Kreis Warendorf gefordert, damit die Einrichtung überhaupt weiter in der bisherigen Form betrieben werden kann, erläuterte Bürgermeister Berthold Streffing.

Mehrheit für eine Außentreppe

Das Problem dabei: Die Kosten für eine zusätzliche Treppe, deren Einbau weitere bauliche Veränderungen notwendig macht, sind gegenüber der ursprünglichen Planung völlig aus dem Ruder gelaufen – egal, ob die Treppe innen im oder außen am Gebäude verläuft. Die berechneten Gesamtkosten liegen inzwischen – je nach Variante – bei rund 450 000 bis 466 000 Euro und sind gegenüber der bisherigen Planung um – wiederum je nach Variante – um 107 000 bis 124 000 Euro gestiegen. Bisher waren Gesamtkosten in Höhe von 353 000 Euro veranschlagt worden, und die Bezirksregierung hatte eine finanzielle Förderung in Höhe von maximal 319 000 Euro aus Steuergeldern zugesagt. „Die Ergebnisse haben die Verwaltung überrascht, da zunächst von einer relativ moderaten Kostensteigerung ausgegangen wurde“, erklärt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage.

Zur Abstimmung standen am Dienstagabend nach intensiver Abwägung durch die Stadtverwaltung noch zwei grundsätzlich verschiedene Varianten. „Es geht darum, eine gute Lösung zu finden“, erklärte Daniel Fühner, Leiter des Dienstbereiches Planen und Bauen.

Dargestellt wurde zum einen die Möglichkeit, die Treppe im Gebäude im Bereich des Jugendzentrums „hotspot“ von der Loggia in den Wintergarten einzubauen. Die Folge: Das Jugendwerk müsste auf bisher gerne genutzte Räumlichkeiten verzichten. Gleichwohl sprach sich die CDU für diesen – etwas teureren – Weg aus, unter anderem deshalb, um das denkmalgeschützte Gebäude außen nicht noch weiter zu verändern.

Die zweite Möglichkeit, den notwendigen zweiten Rettungsweg zu schaffen, bildet eine Außentreppe von der Loggia in den Garten – ohne jeglichen Raumverlust. Hierfür sprach sich die SPD aus – und am Ende dann doch auch die BfA, was unterm Strich zur Mehrheit reichte.

Freude bei den Mitarbeitern des Jugendwerkes

Das freute gestern auch Steffie Herrera-Riekens vom Jugendwerk: „Das ist ein Segen für uns.“ Ihr und ihrer Kollegin Petra Berg fiel ein Stein vom Herzen, als sie von der Entscheidung des Ausschusses erfuhren. „Dieser Raum wird jeden Tag für so viele Dinge genutzt und man hat trotzdem einen guten Überblick über das übrige Geschehen im Haus. Wir sind sehr froh, dass er uns erhalten bleibt“, meinte Steffie Herrera-Riekens.

Für die Einrichtung der Parkplätze beziehungsweise deren finanzielle Ablösung sind übrigens weitere 41 000 Euro fällig.  

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