„Stutenpost“
Lokale Satireseite amüsiert und verärgert Warendorfer zugleich

Warendorf -

Eine neue Satireseite namens "Stutenpost" sorgt in Warendorf für Irritationen. Während einige über die "Nachrichten" lachen können, ist für andere der Spaß vorbei.

Dienstag, 06.08.2019, 13:39 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 14:36 Uhr
“Stutenpost“ sorgt für Irritationen. Die neue Satireseite ist auf Facebook und Instagram aktiv und teilt Artikel mit Themen rund um Warendorf. Die Falsch-Informationen sorgten teilweise schon für Ärger. Foto: Jonas Wiening

Der „Postillon“ hat Millionen Fans. Die bekannte Satireseite, die besonders in den sozialen Netzwerken agiert, bringt viele Menschen zum Lachen, andere zur Verzweiflung. Die Weltpolitik, Prominente, andere Medienunternehmen - keiner ist sicher davor, nicht auch vom „Postillon“ auf die Schippe genommen zu werden.

Zahlreiche Likes und Kommentare

Seit einigen Wochen jetzt scheint jemand in Warendorf den Grundgedanken des „Postillon“ aufgegriffen zu haben und auf lokaler Ebene satirische Artikel, besonders bei Facebook, zu schreiben und zu teilen. Unter dem Namen „Stutenpost“ wurden schon einige heimische Persönlichkeiten, Vereine und Einrichtungen aufs Korn genommen.

Teilweise sorgt das bei den Warendorfern für große Lacher, auf der anderen Seite häufen sich die Beschwerden - „Stutenpost“ sorgt für Aufmerksamkeit. Zwar hat die Satireseite zurzeit erst knapp 350 „Fans“ auf Facebook und knapp 100 Follower auf Instagram, doch viele der Artikel wurden zahlreich gelikt, geteilt, kommentiert und diskutiert.

Gar nicht lachen kann darüber Christian Havelt. Der Mit-Organisator des Mittelaltermarktes in Warendorf ist sogar richtig sauer. Die lokale Satireseite hatte geschrieben, dass der Mittelaltermarkt durch eine Sci-Fi-Convention ersetzt würde. „Viele Leute lesen eben nur die Überschriften und glauben das sofort“, so Havelt, der weiter erzählt: „Irgendjemand hat daraufhin erzählt, dass der Markt ausfällt und das ging dann durch die Kneipen und wurde weitererzählt.“

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Havelts Handy hätte nicht mehr stillgestanden. „So etwas ist tödlich für uns. Wir machen das ja ehrenamtlich. Und wenn uns dadurch jetzt 100 Besucher gefehlt haben, kostet uns das gleich 1000 Euro.“ In der Facebook-Gruppe „Du bist Warendorfer, wenn...“ seien daraufhin die Beiträge von „Stutenpost“ sofort gelöscht und die Seite blockiert worden.

Freibad "Opfer" der Satireseite

Auch das Warendorfer Freibad ist vor einer Woche „Opfer“ der neuen Satireseite geworden. „Wegen zu viel Hitze: Warendorfer Freibad geschlossen“, prangte über einem Bild aus dem Schwimmbad. Es sei zu heiß für die Schwimmmeister, außerdem seien die Becken am Austrocknen, hieß es. Auch in diesem Fall sollen einige Anrufe in der Badeanstalt eingegangen sein. Der Beitrag und „Stutenpost“ wurden auf Facebook zum Teil als geschäftsschädigend bezeichnet. Fast 100 zum Teil lobende oder ironische, zum Teil verärgerte Kommentare waren unter dem Post zu finden.

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„Warendorfer Ortschild bekommt den Zusatz Rentnerstadt“, hieß es vor einigen Wochen in einem der ersten Artikel von „Stutenpost“. Die FDP habe das beantragt, da es „mehr Rentner als Pferde“ in der Emsstadt gebe. Glaubt man den Kommentaren unter dem Artikel, so schienen viele der Meldung zu glauben, andere wiederum schien die satirische Anspielung auf das aussterbende Nachtleben in Warendorf zu gefallen.

Am vergangenen Wochenende schrieb „Stutenpost“, mitsamt gefälschtem Bild, dass Guido Maria Kretschmer, der bekannte, in Warendorf aufgewachsene Modedesigner, neuer Schützenkönig des Vereins „Hinter den drei Brücken“ geworden sei - um die Mitglieder des Vereins modisch in die Spur zu bringen. Dabei wurde auch eine Warendorfer Ausgabe der Vox-Erfolgsshow „Shopping Queen“ angekündigt. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit, doch auch der Artikel fand viel Resonanz - bei den meisten Nutzern schien es hauptsächlich für Lacher zu sorgen.

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Wer steckt hinter "Stutenpost"?

Wer hinter der Seite steckt, ist bis jetzt nicht bekannt. Auf eine WN-Nachfrage gab es keine ernsthafte Antwort. Der oder die Autoren wollen offenbar anonym bleiben. Im „Impressum“ auf der Facebook-Seite werden sechs Namen aufgeführt, scheinbar aber Fantasienamen. Es bleibt abzuwarten, mit welchen „Nachrichten“ „Stutenpost“ als nächstes aufwartet.

Inzwischen dürften die meisten Internetnutzer allerdings erkannt haben, dass es sich um eine Satireseite handelt.

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