Zwei Gewalttaten in Rheine
Tödlicher Faustschlag und Messerangriff - Zeugen gesucht

Rheine -

Ein Toter, ein Schwerverletzter – das Wochenende hat nach zwei Gewalttaten in der Innenstadt von Rheine dramatische Folgen: Zwei Mordkommissionen sollen ermitteln, was geschah.

Montag, 15.07.2019, 14:50 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 16:04 Uhr
(Symbolbild) Foto: Jens Keblat

Um kurz nach vier Uhr kam es am frühen Sonntagmorgen in einer Disco an der Kolpingstraße in Rheine zum tödlichen Streit. „Nach derzeitigen Ermittlungen hat der 26-Jährige in einem anderen Bereich der Diskothek auf den Kontrahenten gewartet und soll ihn beim Betreten des Raums mit der Faust gegen den Kopf geschlagen haben“, erläuterte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Münster, Kreispolizeibehörde Steinfurt und Polizeipräsidium Münster.

„In Folge des Schlages verlor der 25-jährige, ebenfalls aus Rheine stammende Geschädigte das Bewusstsein. Trotz sofortiger Reanimation verstarb der Mann kurz später im Krankenhaus.“ Zur Klärung der genauen Todesursache ordnete die Staatsanwaltschaft Münster die Obduktion des Verstorbenen an. "Die Untersuchung im Institut für Rechtsmedizin der Universität Münster hat als Todesursache eine Gehirnblutung in Folge der Gewalteinwirkung auf den Kopf ergeben", erklärte der Oberstaatsanwalt. Der Beschuldigte habe in seiner Vernehmung den Schlag eingeräumt. 

Ein Richter am Amtsgericht Münster folgte am Montag dem Antrag der Staatsanwaltschaft Münster und erließ einen Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge. „Zugleich ordnete der Richter die Untersuchungshaft für den 26-jährigen Beschuldigten an", berichtete Lechtape.

Plötzlicher Angriff auf der Straße

In der Nacht zuvor ist nicht weit vom ersten Tatort entfernt ein 27-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Laut Presseerklärung „stürmten“ auf der Kolping­straße um kurz vor sechs Uhr am Samstagmorgen mehrere Personen auf den Mann zu. „Nach bisherigen Ermittlungen sollen die Angreifer den 27-jährigen, in Rheine lebenden Marokkaner unvermittelt und wortlos geschlagen und getreten haben,“ erläuterte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape.

„Der Geschädigte erhielt bei diesem Angriff zudem noch zwei Stichverletzung im Bereich des Rückens.“ Nach einer Notoperation in der Uniklinik Münster bestehe keine Lebensgefahr mehr, teilten die Behörden mit. Vier Verdächtige im Alter von 19 und 20 Jahren, die aus Afghanistan stammen, wurden wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung festgenommen. 

Die Staatsanwaltschaft Münster hat für alle vier Männer einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung beim Amtsgericht Rheine beantragt.

"Drei der vier am Samstag festgenommenen Beschuldigten befinden sich auf Anordnung des Gerichts in Untersuchungshaft", ergänzte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape heute (17.7.) in Münster.

Zeugen gesucht 

Die zur Klärung des Tathergangs und den Hintergründen der Tat eingesetzte Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster hat mittlerweile Hinweise darauf, dass wesentlich mehr Personen das Geschehen am Samstagmorgen verfolgt haben als bislang bekannt. "Wir bitten alle, die das Geschehen in der Kolpingstraße gesehen haben, um Unterstützung", sprach der MK-Leiter Thomas Götze heute die wichtigen Zeugen an. "Jeder Hinweis auf den Tathergang oder sonstige Beobachtungen helfen der Polizei bei den Ermittlungen."


Korrekturhinweis: In einer ersten Fassung des Artikels hieß es, dass beide Vorfälle in der gleichen Nacht stattgefunden haben. Das ist falsch. Der Messerangriff ereignete sich in der Nacht zu Samstag, der Faustschlag in der Nacht zu Sonntag.

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