Landtag
Kind an Bord: NRW macht Druck für Rauchverbot in Autos

Rauchen im Auto ist noch schädlicher für die Gesundheit als Qualmen in der Kneipe. Durch Passivrauchen haben auch Beifahrer ein hohes Gesundheitsrisiko. Kinder und Schwangere sollen daher besser geschützt werden.

Donnerstag, 21.03.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 16:32 Uhr
NRW macht Druck für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere Beifahrer sind. Foto: Nicolas Armer

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen macht Druck für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere Beifahrer sind. In einem gemeinsamen Antrag forderten die Regierungsfraktionen von CDU und FDP mit der Opposition aus SPD und Grünen die Landesregierung am Donnerstag auf, über den Bundesrat einen Gesetzentwurf für ein entsprechendes Rauchverbot einzubringen. Die AfD enthielt sich.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sicherte zu, dass die Landesregierung eine Bundesratsinitiative vorbereiten werde. NRW wolle auch mit anderen Landesregierungen Gespräche über ein Rauchverbot in Autos führen. Schon die Gesundheitsminister der Länder hatten im vergangenen Herbst die Bundesregierung aufgefordert, ein bundesweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen mit Minderjährigen und Schwangeren als Beifahrern einzuführen.

Weltweit sterben jedes Jahr 166 000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens, heißt es in dem Antrag. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätze, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien.

Auch E-Zigaretten könnten unter ein gesetzliches Rauchverbot in Autos fallen. Wenn E-Zigaretten für Kinder gefährlich seien, gehörten sie auch in das Gesetz, sagte Laumann. Das müsse im Rahmen der Bundesratsinitiative geprüft werden.

Folge des Passivrauchens für Kinder können massive Gesundheitsschäden an der sich noch entwickelnden Lunge und den Atemwegen sein, heißt es in dem Antrag. Asthma-Erkrankungen könnten sich verschlimmern und der Blutdruck könne sich erhöhen. Mediziner diagnostizierten ferner ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen, Übergewicht und Diabetes II. Bei Säuglingen steige das Risiko eines plötzlichen Kindstodes.

Die Passivrauchkonzentration sei für Minderjährige nirgends so hoch wie als Beifahrer, heißt es weiter. Messungen zufolge sei die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar. «Niemand würde auf die Idee kommen, seinen Säugling mit in eine Raucherbar zu nehmen», sagte Marcel Hafke von der FDP. Der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer sagte: «Genauso wie die Gurtpflicht wird auch das Rauchverbot dazu führen, dass Menschenleben geschützt und gerettet werden.»

Staaten wie Großbritannien, Italien, Griechenland oder Frankreich, Südafrika und Australien haben bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Minderjährige mitfahren.

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