Sauberkeit in Restaurants und Bäckereien
"Topf Secret": Neue Online-Plattform soll mehr Hygiene-Transparenz schaffen

2018 landete ein erschreckender Fall vor dem Amtsgericht Detmold: Ein örtlicher Restaurant-Inhaber musste sich wegen Maden in der Suppe, verschimmeltes Fleisch sowie dreckiger Zustände in der Küche verantworten. Um künftig nicht der Gefahr derartiger Zustände ausgesetzt zu sein, sondern die Gewissheit hygienischer Verhältnisse zu erlangen, startete die Verbraucherorganisation Foodwatch eine Internet-Plattform, die Transparenz schaffen soll.

Dienstag, 15.01.2019, 17:05 Uhr
Foto: Bildcollage: -lisa-

„Topf Secret“ nennt sich die Website, die künftig Verbrauchern Auskunft darüber geben soll, wie sauber Imbisse, Bäckereien und Restaurants  - beispielsweise in ihrem Wohnumfeld - sind. Partner von Foodwatch bei diesem Projekt, das Montag (14.1.) offiziell vorgestellt wurde, ist die Tranzparenz-Initiative „Frag Den Staat“ . Zum Ziel gesetzt haben sich die beiden Organisationen, gegen die „Geheimniskrämerei in Lebensmittelbehörden“ vorzugehen, erklärt Foodwatch .

„Die allermeisten Lebensmittelbetriebe in Deutschland arbeiten sauber", sagte Oliver Huizinga von Foodwatch zum Startschuss der Plattform. Jedoch wüssten die zuständigen Behörden genau, in welchem Unternehmen geschlampt wird, führte er weiter aus. In Deutschland machen die zuständigen Behörden laut Foodwatch jedoch nur in Ausnahmefällen ihre Ergebnisse zum Thema Sauberkeit öffentlich.

„Mitmach-Plattform“ erfordert Eigeninitiative

Eine zentrale Rolle bei der verstärkten Veröffentlichung der vorliegenden amtlichen Ergebnisse von Hygienekontrollen spielen die Verbraucher - Eigeninitiative ist hierbei gefragt. Um das „zurückhaltende“ Behörden-Vorgehen zu ändern, ist „Topf Secret“ als „Mitmach-Plattform“ angelegt, die verstärkt Druck erzeugen soll, „damit Behörden in Zukunft ausnahmslos alle Kontrollergebnisse veröffentlichen müssen“, schreibt Foodwatch auf seiner Internetseite.

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Die gesetzliche Grundlage, auf die sich Verbraucher berufen können, um die erforderlichen Informationen zu bekommen, ist das Verbraucherinformationsgesetz. Über „Topf Secret“ können die User online einen beliebigen Betrieb - von Restaurants über Bäckereien bis hin zu Tankstellen - über eine Suchfunktion oder per Klick auf einer Straßenkarte aussuchen.

Eingegeben werden müssen dann Name, E-Mail- und Postadresse, die gemeinsam mit einem vorbereiteten Text an die zuständige Behörde übermittelt werden. Einige Wochen später werden die Ergebnisse der Hygienekontrollen zugesendet - vorausgesetzt, dass sich Behörden nicht querstellen, erklärt Foodwatch.

Topf_Secret

4.500 Anfragen nach Start

Nach dem offiziellen Start wurden laut einer ersten Auswertung der Verbraucherorganisation nach nur einem Tag bereits rund 4.500 Hygieneberichte beantragt. "Wir haben offenbar einen Nerv getroffen: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wissen, wie es um die Hygiene im Lieblingsrestaurant oder im Bäcker um die Ecke bestellt ist", erklärt Oliver Huizinga von Foodwatch . Bereits wenige Stunden nach Start von "Topf Secret" hat die erste Behörde auf die Anfrage eines Verbrauchers reagiert: Laut dem Ordnungs- und Gewerbeamt in München habe es bei der letzten Lebensmittelkontrolle bei der McDonald’s-Filiale am Bahnhof München-Pasing keine Beanstandung gegeben. Die Münchner Behörde hat zudem bereits drei weitere Anfragen bearbeitet.  

"Bund und Länder haben es jahrelang verschlafen, für Transparenz in der Lebensmittelüberwachung zu sorgen. Das wollen wir mit ‚Topf Secret‘ ändern! Je mehr Menschen mitmachen und Anträge stellen, desto mehr Infos kommen ans Licht - und desto größer ist der Druck auf die Bundesregierung, endlich eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Transparenz zur Regel macht und nicht zur Ausnahme", sagt Arne Semsrott, Projektleiter von „Frag Den Staat“.

"‚Topf Secret‘ kann nur eine Zwischenlösung sein. Wenn die Bundesregierung in Zukunft die Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse vorschreibt, schalten wir unsere Plattform gerne wieder ab", erläutert Semsrott.

Quellen und weiterführende Informationen

Topf-Secret-Antrag zu McDonald’s , München: 

- FAQs: Wie funktioniert "Topf Secret"?   

- Koalitionsvertrag 2018 von Union und SPD (Passage zur Lebensmittelüberwachung: Seite 90) 

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