Alternative zum Wahl-O-Mat
WahlSwiper: Parteien-Tinder zur Europawahl

Brüssel/Berlin -

Mit dem Tinder-Prinzip die richtige Partei zur Europawahl finden? So stellt sich der WahlSwiper vor - eine Alternative zum Wahl-O-Maten. Die neue politische Entscheidungshilfe ist jetzt online gegangen. Ganz einfach soll sie sein, doch manche Fragen haben es in sich. 

Donnerstag, 02.05.2019, 11:12 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 11:41 Uhr
WahlSwiper - die App funktioniert nach dem Tinder-Prinzip. Nur, dass nicht nach einem Date, sondern nach der "perfekten" Partei zur Europawahl gesucht wird. Foto: WahlSwiper; Collage: Ann-Kathrin Schriever

Am 26. Mai sind Wahlen. Die Bürger der Europäischen Union sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Doch welche Partei wählen? Eine schwere Frage, die viele Wahlberechtigte selbst bis kurz vor der Wahl nicht klar für sich beantworten können. Deshalb werben die Erfinder des WahlSwipers damit, dass Wählen gehen so einfach ist "wie Online-Dating – der 'Match' hält dann jedoch mindestens eine Legislaturperiode lang". 

Kostenfrei nutzbares Tool

Sich eine Meinung zu Wahlen zu bilden soll einfach sein und Spaß machen, ist die Mission der Movact-Agentur aus Berlin, die hinter dem WahlSwiper steckt, der auch als App kostenfrei downloadbar ist. Nach eigenen Angaben verfolgen die Berliner keine kommerziellen Ziele und die gesamte Arbeit sei ehrenamtlich erfolgt.

Wahl-O-Mat Alternativen

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  • Der Wahl-O-Mat ist der Klassiker unter den Wahl-Helfern. Seit 2002 wurde er schon über 50 Millionen mal benutzt. Fast alle Parteien sind vertreten.

    Der Wahl-O-Mat ist der Klassiker unter den Wahl-Helfern. Seit 2002 wurde er schon über 50 Millionen mal benutzt. Fast alle Parteien sind vertreten.

    Foto: dpa
  • Der Wahl-Swiper erinnert stark an die Dating App Tinder. Die Nutzer können durch wischen nach rechts oder links den politischen und gesellschaftlichen Aussagen zustimmen oder sie ablehnen.

    Foto: Wahl-Swiper - Screenshot
  • Der Bundeswahlkompass ähnelt stark dem Wahl-O-Mat. Allerdings gibt es als Ergebnis keinen Prozentwert, sondern eine Einordnung in die politische Landkarte.

    Foto: Bundeswahlkompass - Screenshot
  • Anders als beim Wahl-O-Maten, gibt es beim Wahl-Navi fünf Antwortmöglichkeiten. Außerdem erhalten die Nutzer eine Einordnung der Parteien in die politische Landschaft.

    Foto: Wahl-Navi - Screenshot
  • Der Kandidaten-Check hat die lokalen Bundestagskandidaten dazu aufgefordert, zu 22 Fragen Stellung zu beziehen. Viele Kandidaten aus dem Münsterland sind auch dabei.

    Foto: Kandidaten-Check - Screenshot
  • Der Steuer-O-Mat kann errechnen, von welcher Partei der Nutzer steuerlich am meisten profitiert. Nötig sind dafür Angaben zum Familienstand, der Anzahl an Kindern und dem Bruttojahreseinkommen.

    Foto: Steuer-O-Mat - Screenshot
  • Der Sozial-O-Mat der Diakonie umfasst die Themen Familie, Flucht, Pflege im Alter und Armut. Daneben hat die Diakonie ein Positionspapier zur Bundestagswahl verfasst.

    Foto: Sozial-O-Mat - Screenshot
  • Der Agrar-O-Mat eines Landwirtschaftsverlags richtet sich speziell an Landwirte und ökologisch interessierte Leute.

    Foto: Agrar-O-Mat - Screenshot
  • Der Digital-O-Mat richtet sich speziell an Internetnutzer und jene, die an digitalen Themen interessiert sich.

    Foto: Digital-o-Mat - Screenshot
  • Der Musik-O-Mat des Musikstreamingdienstes Deezer verrät, welche musikalischen Übereinstimmungen es zwischen den Nutzern und den Parteien gibt.

    Foto: dpa

Tinder-Prinzip bei WahlSwiper

Politische Fragen können bei WahlSwiper ähnlich wie bei der Dating-App Tinder mit einem Wisch nach links zu „Nein“ und rechts zu „Ja“ beantwortet werden. Das Tool errechnet dann die Übereinstimmung mit den Antworten der Parteien. Anders als beim Wahl-O-Mat gibt es keine "neutrale" Antwortmöglichkeit. "Wir stehen auf klare Kante. Bei uns gibt’s nur 'ja' und 'nein', kein 'vielleicht'. Das bringe die Parteien manchmal ins Schwitzen, helfe den Nutzern aber bei der Entscheidung.

35 Mal wischen

Insgesamt müssen sich die Nutzer von WahlSwiper durch 35 Thesen wischen. Darunter befinden sich einfache Fragen wie: "Soll der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft werden?" Andere setzen einiges an Hintergrundwissen voraus, wie zum Beispiel: "Sollte ein Teil der Abgeordneten des EU-Parlaments über europaweite Wahllisten gewählt werden?". Aber nicht verzagen: Einzelne Fragen können auch ohne Antwort übersprungen werden.

Wer Antworten auf diese Fragen geben und wer seine Meinung mit Ja- und Nein-Antworten ausreichend ausgedrückt fühlt, scheint bei WahlSwiper gut aufgehoben.

Zu WahlSwiper

Zum Wahl-O-Mat

Wahl-O-Mat

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet seit Jahren mit dem Wahl-O-Mat ein Online-Tool, das den Wählern eine Hilfestellung für politisch informierte Entscheidungen geben soll. Dabei werden 38 politische Thesen aufgestellt. Diesen Aussagen können die Nutzer dann zustimmen, ablehnen oder als "neutral" bewerten. Einzelne Thesen können sie auch überspringen.

Am Ende des Wahl-O-Maten werden die Antworten mit denen der zur Wahl stehenden Parteien verglichen. Es wird angezeigt, wie hoch die Deckungsgleichheit bei den Antworten mit denen der Parteien ist. 

Das unabhängige Frage-Antwort-Tool, das in Deutschland seit Jahren bei Landtags- und Bundestags- und Europawahlen zum Einsatz kommt, hat sich bewährt und erfreut sich vor jeder Wahl großer Nachfrage.

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