Fußball: WM-Prognose
Brasilien holt den Titel

Telgte/Ostbevern -

Am heutigen Donnerstag beginnt die 21. Fußball-Weltmeisterschaft. In Russland buhlen dann 32 Teams um den begehrten Weltpokal. Die unter Fußball-Experten meist diskutierte Frage: Kann Deutschland seinen Titel verteidigen und damit den fünften Stern holen?

Mittwoch, 13.06.2018, 20:00 Uhr

Dieser Frage kann man sich intuitiv nähern und den eigenen Fußballsachverstand bemühen. Doch reicht dieser aus, um alle Facetten des Fußballs zu verstehen? Das Startup-Unternehmen Kick-Form aus Münster hat sich diesem Thema wissenschaftlich gewidmet. In Zusammenarbeit mit dem Münsteraner Physik-Professor Andreas Heuer, der das Buch „Der perfekte Tipp“ geschrieben hat, haben sie auch eine Prognose für die WM in Russland abgegeben. Dabei wurden für alle 64 Spiele mittels einer mathematischen Formel die Wahrscheinlichkeiten für Sieg, Unentschieden und Niederlage berechnet.

Mittels einer Simulation wurde das Turnier 100 000-mal durchgespielt. Was kam am Ende heraus? Deutschland verpasst die Titelverteidigung knapp.

Die Brasilianer scheinen sich hingegen von der Schmach im eigenen Land vor vier Jahren gut erholt zu haben und streben ihren sechsten WM-Titel an. „Natürlich vertrauen wir unserer Prognose, wenngleich wir uns wünschen, dass das Endspiel einen anderen Verlauf nimmt“, hofft Jan Drüker einer der Gründer des Start-ups.

Doch wie kommt man zu solch einer Formel? Einfach ist es jedenfalls nicht, da der Zufall im Fußball eine Rolle spielt. „Wir haben in unserem System ermittelt, dass der Einfluss des Zufalls im Fußball ungefähr 80 Prozent beträgt“, sagt Professor Andreas Heuer.

Eine der Basiszutaten ist der sogenannte ELO-Wert als Maß für die Leistungsstärke eines Teams. Eigentlich basiert diese Formel auf einem von Arpad Elo entwickelten System zur Bewertung von Schachspielern. Dieser Index dokumentiert die Leistungsstärke einer Mannschaft.

Trifft dabei ein Team mit einem hohen Index auf einen Gegner mit kleinem Index und verliert, so verliert der Favorit viele Punkte und der Underdog gewinnt dementsprechend deutlich. Favoritensiege hingegen bringen vergleichsweise wenige Punkte ein. Dieser Index wird in Tordifferenzen umgerechnet, wobei für die Historie ein Mittelwert von 2,6 Toren pro Spiel angenommen wird. Nun werden die Wahrscheinlichkeiten für alle Spielausgänge ermittelt. Nach einer Simulation ergibt sich dann ein prognostiziertes Ergebnis.

Dabei schafft Deutschland wieder den Sprung ins Finale. Dass es mit der Titelverteidigung schwierig werden könnte, zeigt auch die Historie. Als amtierender Welt-meister überzeugte Deutsch-land nur 1958 in Schweden, wurde Vierter. In Argentinien 1978 kam das Aus in der zweiten Runde, während 1994 in den USA im Viertel-finale Schluss war. Nur Italien 1938 und Brasilien 1962 verteidigten ihre Titel.

Das Kick-Form-Modell sagt nur eine 17-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen deutschen Turniersieg aus. Es gibt aber auch andere Analysen, die den deutschen Fans mehr gefallen dürften.

Weitere Infos zum Modell gibt es auf www.kickform.de

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