Fußball: 2. Bundesliga
VfL Osnabrück nach 3:0-Sieg gegen Karlsruhe bester Aufsteiger

Osnabrück -

Der VfL Osnabrück ist die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga. Mit dem 3:0 am Sonntag gegen den Karlsruher SC feierte der Aufsteiger erneut ein Fußballfest. Was ist dem Club noch alles zuzutrauen.

Montag, 02.09.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 19:18 Uhr
Da waren auch Purzelbäume erlaubt. Der starke Ersatzkeeper Philipp Kühn, der seinen ersten Sieg im VfL-Tor feiert, Bryan Henning, der sein Saisondebüt gab, und Joost van Aken, der sein erstes Saisontor erzielte, freuen sich über den 3:0-Erfolg gegen den KSC. Foto: Mareike Stratmann

Auf dem Heimweg vom spektakulären 3:0-Sieg des VfL Osnabrück gegen den Karlsruher SC fragte sich mancher von denen, die gerade noch gesungen, geklatscht und gejubelt hatten: Wo soll das bloß noch hinführen?

Die Frage ist berechtigt, denn es ist erstaunlich, wie die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune in die 2. Bundesliga gestartet ist. Das liegt nicht nur an der Punktausbeute, wobei festzuhalten ist: Nur in einem der 17 Jahre in der 2. Bundesliga hatte der VfL nach fünf Spielen eine bessere Bilanz als in diesem Spätsommer 2019 – es war in der Saison 1986/87, als der VfL mit drei Siegen und einem Unentschieden auf Platz drei stand; am Ende war Platz sechs die bis heute beste Platzierung in der 2. Bundesliga.

Dritter war der VfL auch am Sonntag, doch es ist weniger diese tabellarische Momentaufnahme, die die Osnabrücker als besten Aufsteiger ausweist, sondern die Art und Weise, wie dieses Team die Herausforderung der neuen Klasse angenommen hat. „Wir spielen nicht, um nicht zu verlieren, sondern um zu gewinnen“, sagte Thioune nach dem KSC-Spiel. So trat die Mannschaft, der immerhin sechs potenzielle Stammspieler fehlten, abgesehen von einer etwas verhaltenen Anfangsviertelstunde, auf – ohne Angst vor dem Angstgegner, mit Konzentration und Zweikampfstärke in der Defensive, mit Mut und Spielwitz in der Offensive.

Stammspieler – was heißt das überhaupt beim VfL in der Ära Thioune? Philipp Kühn , Torwart Nummer zwei, hielt wie eine Eins – Glanzparaden an den Nahtstellen eines Spiels, das trotz der wachsenden Dominanz des VfL lange offenblieb, und seine souveräne Ausstrahlung brachten ihm ein Sonderlob von Thioune ein. Für Kühn war das 3:0 der erste Sieg im siebten Ligaspiel für den VfL Osnabrück. „Für mich ist ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen“, sagte der Torwart, gestern seinen 27. Geburtstag feierte. „Wir haben das Spiel gewonnen, zu Null gespielt, da kann man nicht so viel kritisieren. Ich bin megaglücklich.“ Von den Fans wurde er nach Abpfiff auf den Zaun geboten. Eine hohe Ehre für ihn.

Marcos Álvarez, wegen eines Fitnessrückstands in den ersten Spielen nur als Joker zum Zug gekommen, nutzte sein Startelf-Debüt mit zwei Toren eindrucksvoll, nachdem er sich im Training empfohlen hatte. „Wie die Fans mich gefeiert haben war phänomenal – ich habe Gänsehaut“, sagte Álvarez. „Ich habe keine leichte Zeit hinter mir, aber ich habe es hingenommen und gehofft, dass ich irgendwann die Chance bekomme. Heute war es so weit. Ich bin froh, dass es so geklappt hat mit zwei Treffern. Das ist nun aber kein Freifahrtschein, in der Länderspielpause die Füße hochzulegen, denn auch andere wollen sich wieder in den Vordergrund spielen. Bei unserem Trainer muss man immer Gas geben.“

Bryan Henning erkannten viele der Zuschauer nicht auf Anhieb; der Zugang aus Innsbruck hatte sich Anfang Juli verletzt und war gerade erst ins Mannschaftstraining eingestiegen. Plötzlich in der ersten Elf zu stehen war vielleicht eine zusätzliche Stimulanz für Henning, sich mit heißem Herzen und kühlem Kopf in seine Lieblingsrolle als Balleroberer und Umschaltspieler zu stürzen – ein verheißungsvolles Debüt. „Ich war erst eine Woche wieder im Mannschaftstraining und habe mich selbst ein wenig gewundert, dass ich von Anfang an ran durfte, aber ich freue mich riesig“, meinte der Blondschopf.

Glück hatte der VfL aber auch, dass ein elfmeterreifes Foul von Blacha beim Stand von 2:0 ungeahndet blieb. Sonst hätte es eng werden können. Aber es gibt eben Tage, da passt einfach alles.

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