Fußball: 3. Liga
Die Geschichte der Winterschlussverkäufe der Preußen

Münster -

In der dritten Liga ist der Mai ein Auslaufmodell, dann ist die Saison für gewöhnlich gelaufen. Alles neu macht in Liga drei der Januar: Hier die bewegte Geschichte von Preußen Münsters Winterzugängen der vergangenen Spielzeiten.

Mittwoch, 01.02.2017, 15:02 Uhr

Winterverpflichtung der gelungenen Art: Soufian Benaymina schlug in Münster sofort ein.
Winterverpflichtung der gelungenen Art: Soufian Benaymina schlug in Münster sofort ein. Foto: Peperhowe

Mit dem Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2011 begann eine Art neue Zeitrechnung für den SC Preußen. Im Winter wurde fortan je nach Bedarf nachgebessert. Aktuell ist es die sechste Winterpause und das dazu passende Transferfenster, in dem ein Profiverein sein Aufgebot aufhübschen konnte. Ein Blick zurück:

Saison 2011/12:

►  Der SCP ist aufgestiegen, mit Trainer Marc Fascher geht es in die Winterpause. Auf der Verlustseite stehen drei Abgänge mit Angreifer Sercan Güvenisik (San Jose Earthquakes) sowie Tormann David Buchholz und Julian Loose (beide SF Lotte ). Buchholz war Keeper der Aufstiegself, nun ist er nur noch die Nummer drei hinter Daniel Masuch und Max Schulze Niehues. - Die Winterzugänge: Marco Königs (Fortuna Düsseldorf II) kommt auf 49 Drittliga-Partien und neun Tore, aber nie dauerhaft – bis auf ein Zwischenhoch – an Matthew Taylor vorbei. Er ist mittlerweile bei Zweitligiste Würzburger Kicker sgelandet. Fabian Hergesell (Viktoria Köln) ist dreieinhalb Saisons praktisch Stammspieler, ehe es ihn zu RW Erfurt verschlägt. Dennis Grote unterschreibt nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit, ehe er 2014 unter unglücklichen Umständen wieder geht.►

Saison 2012/13:

► Es gibt sechs winterliche Vertragsangelegenheiten. Julian Büscher und Marko Karamarko (beide SF Lotte), Dennis Dowidat (zurück zu Borussia Mönchengladbach II) und Tommy Grupe (Hansa Rostock) gehen. – Die Winterzugänge: Geholt werden Cüynet Köz, Leihgabe von Dynamo Dresden für die rechte Abwehrseite. Und dann kehrt Mehmet Kara - mehr als 300 Pflichtspiele für die Preußen insgesamt - aus der Türkei zurück, Münster soll über 100 000 Euro Ablösesumme an Genclerbirligi Ankara gezahlt haben. Seitdem hat Kara 132 Drittligaspiele (18 Tore) für den SCP gespielt, ist aber seit Monaten kein unangefochtener Stammspieler mehr. Im Januar 2013 war er der Transfercoup der Preußen, konnte aber nicht beständig auf höchstem Niveau agieren. Köz blieb unauffällig, aktuell spielt er in der ersten Liga bei Balikesispor/Türkei.►

Saison 2013/14:

► Münster gibt mit Michael Holt (Leihgeschäft mit SpVgg. Velbert), Gaetano Manno (Viktoria Köln), Torwart Cedric Wilmes (Alemanna Aachen) und Zlatko Muhovic (Jahn Regensburg) wieder vier Akteure ab. - Die Winterzugänge: Stürmer Soufian Benyamina wird von Dynamo Dresden ausgeliehen, 17 Partien und sechs Tore später verliert Trainer Ralf Loose seinen Wunschangreifer an SV Wehen Wiesbaden. Benyamina war ein Volltreffer. Marco Pischorn wurde von Zweitligist SV Sandhausen geholt, steigt zum Topverdiener beim SCP auf und kommt erst in der Saison 2015/16 auf Touren – nach eineinhalb Jahren. Auf Anhieb half er nicht weiter.►

Saison 2014/15:

► Die Preußen geben keinen Spieler ab. - Die Winterzugänge: Außenverteidiger Thorsten Schulz kommt von Erzgebirge Aue, kostet praktisch nichts, ein Schnäppchen. Er liefert solides Abwehrhandwerk, ist Stammkraft und zieht nach wenigen Monaten zu VfR Aalen weiter. Er ist der einzige, der überzeugt. Mit Verteidiger Aaron Berzel (Darmstadt 98) und dem Isländer Emil Atalason geht dagegen gar nichts voran. Wobei der Isländer angeblich rund 80 000 Euro gekostet haben soll – für vier Einsätze und ein Tor. Die Verpflichtung von Davis Curiale vom italienischen Zweitligisten Frosinone Calcio scheitert. Die Preußen beschäftigen sich im Januar 2015 auch mit Guido Burgstaller von Cardiff City – und winken beim Finanzvolumen gleich ab, Burgstaller landete unlängst in Schalke.►

Saison 2015/16:

► Nix los beim SCP, keiner geht. - Der Winterzugang: Dafür holt der SCP einen Hochkaräter mit Adriano Grimaldi vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Elf Spiele und drei Tore vor der Sommerpause, dann zehn Spiele und fünf Tore, ohne die dreieinhalbmonatige Verletzung wäre Grimaldis Wert vermutlich noch größer für die Preußen.

Winter 2017: Kommen und Gehen

► Es gingen: Amaury Bischoff (Hansa Rostock), Edisson Jordanov (F91 Düdelingen/Luxemburg), Jesse Weißenfels (Stuttgarter Kickers). - Wertverlust? Für Bischoff ist der Fortgang eine Befreiung, er kann neu beginnen, das gleiche gilt aber auch für das SCP-Aufgebot. Weißenfels hat zu schnell aufgegeben, er fiel in Kooperation mit Grimaldi im Spätsommer positiv auf. Jordanov, der Ex-Stuttgarter, war kein Faktor, weder unter Horst Steffen noch unter Benno Möhlmann. ► Es kamen: Mirkan Aydin (Dalkurd FF/Schweden), Christian Müller (vereinslos, zuvor Vasas Budapest), Martin Kobylanski (Leihe von Lech Danzig). - Wertzuwachs? Aydin und Müller sind nach längeren Spielpausen noch nicht in richtig guter Verfassung. Beide dürften aber Coach Möhlmann mehr Ballsicherheit und Präsenz in der Offensive bringen können, das wurde vom 62-Jährigen zur ersten Bürgerpflicht erklärt. Aydin und Grimaldi – das verspricht auf Dauer Einiges. Das Transfer-Hickhack um Kobylanski: Die wochenlange Hängepartie, suggeriert, dass der 22-Jährige a.) Wunschspieler von Möhlmann ist, und b.) zu besonderen Leistungen in der Lage sein soll. Man wird sehen. Von den Neuen kann keiner ansatzweise die Bischoff-Rolle spielen.

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