Fußball: Juniorinnen-WM
Gievenbeckerin „Mala“ Grohs hofft auf WM-Einsatz in Uruguay

Münster -

Auf der münsterischen Marienschule wird der Unterricht mitunter zum Ortstermin: Nachdem zuletzt Romy Mackenbrock ihre Leistungskurs-Klausur bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires erledigte, schreibt Maria Luisa Grohs ihre Englisch-Arbeit im bayrischen Bad Gögging. Von dort geht es jetzt zur U-17-Fußball-WM nach Uruguay.

Mittwoch, 31.10.2018, 14:24 Uhr aktualisiert: 02.11.2018, 17:00 Uhr
Gut gewappnet für die ganz große Aufgabe: Gievenbecks Nationalspielerin „Mala“ Grohs reist mit der DFB-Auswahl zur WM nach Uruguay. Foto: Thomas Austermann

Kaum im Trainingslager im bayerischen Bad Gögging angekommen, galt es, im Quartier eine Pflicht abseits des Platzes zu erledigen. Maria Luisa Grohs musste eine Englisch-Klausur schreiben. Die 17 Jahre alte Schülerin des Mädchengymnasiums Marienschule durfte erst danach den Fokus auf den Fußball lenken – gemeinsam mit 20 anderen Auserwählten. Die deutsche U-17-Nationalmannschaft trimmte sich bei der Zusammenkunft gen Jahreshöhepunkt, der auch ein Karrierehöhepunkt werden kann. Die Weltmeisterschaft in Uruguay ab dem 14. November.

Die Keeperin der U 17 des 1. FC Gievenbeck erwarb sich den Platz im Aufgebot zuletzt bei der Europameisterschaft in Litauen, wo es Ende Mai mit dem Einzug ins Finale gegen Spanien (0:2) zum WM-Ticket reichte. „Mala“ Grohs, nur so wird sie beim Sport genannt, stand inzwischen acht Mal für die U 17 im Kasten, obschon sie keinem großen deutschen Club angehört. Von den anderen beiden Torhüterinnen im DFB-Aufgebot hat wohl Wiebke Willebrandt aus Lipperode wie schon bei der EM ebenso gute Chancen, die WM zu spielen. „Ich fühle mich gut und gehe davon aus, dass es einen offenen Wettbewerb gibt“, sagt die 1,81 Meter große Grohs.

16 Nationen senden ihre Auswahlteams gen Südamerika, in vier Vierergruppen wird um je zwei Plätze fürs Viertelfinale gespielt. Mit Nordkorea ist der amtierende Titelträger gleich erster Gegner (14. November). Ebenfalls in Colonia de Sacramento steht das Duell mit Kamerun an (17. November), ehe es in Montevideo gegen die USA geht (21. November). „Wir treffen auf sehr starke und sehr unterschiedlich spielende Gegner. Wenn wir weiterkommen, ist vieles möglich“, schätzt Grohs. Deutschland bestreitet bei der sechsten WM dieser Altersklasse sein drittes Turnier im Elite-Kreis.

Selbstredend hat der Kader die Konkurrenz per Videostudium unter die Lupe genommen und deren Stile zu entschlüsseln versucht. „Für uns Torhüterinnen ist es schon wichtig, auf die Standards zu gucken. Wir müssen wissen, was bei Eckbällen passiert und ob wir angelaufen werden. Viele Erkenntnisse sind aber wohl eher Vermutungen.“ Auch die DFB-Elf wolle überraschen und setzt auf flexiblere Formationen. Grohs wünscht sich auch „etwas mehr Atmosphäre“ als in Litauen. „Da kamen oft nur wenige Zuschauer.“

Unter anderem mit ihrer Zimmerkollegin Madeleine Steck, Abwehrspielerin aus dem 1. FFC Frankfurt, tauscht sich Grohs gerne aus. „Wir sind alle gespannt auf dieses große Turnier. Eine WM ist und bleibt etwas ganz besonderes. Das große Kribbeln stellt sich bestimmt ein, wenn wir im Land sind.“

In Bayern ging es auch darum, die neue Trainerin besser kennenzulernen. Denn für die erkrankt ausfallende Anouschka Bernhard springt Ulrike Ballweg ein, die auch für die U-16-Juniorinnen zuständig ist. Logisch, dass sich da alle ein wenig umstellen müssen. „Ansonsten ist aber der gesamte Staff geblieben“, sieht Grohs bewährte und bekannte Kräfte am Werk. Darunter auch Pädagogen, die das schulische Fortkommen im Auge behalten. 2019 will Grohs das Abi machen – für ihre Zukunft sicher wohl noch wichtiger als ein Titel in Uruguay.

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