Fußball: 3. Liga
Reduzierte Sperre erleichtert Preußen etwas – denn Kittner ist ein Schlüsselspieler

Münster -

Rotsünder Ole Kittner muss nur noch zwei- statt dreimal zuschauen. Das ist eine gute Nachricht für Preußen Münster. Allerdings hat der Drittligist ohne seinen Abwehrchef in dieser Saison keine gute Bilanz. Die im laufenden Jahr gute „Stressresistenz“ soll sich dennoch nach Möglichkeit fortsetzen.

Donnerstag, 13.12.2018, 18:12 Uhr aktualisiert: 13.12.2018, 21:18 Uhr
Ole Kittner ist nicht nur dritter Kapitän der Preußen, sondern auch ein wichtiger Organisator. Nun ist er gesperrt. Foto: Jürgen Peperhowe

Zufall oder Reflex ist das nicht, wenn Preußen Münster gegen die Sperre für Ole Kittner vorgeht. Der Abwehrchef, der am Samstag in Karlsruhe (0:5) für sein Einsteigen gegen den Ex-Münsteraner Marc Lorenz die Rote Karte sah, ist nicht erst seit dieser Saison ein Schlüsselspieler für den Drittligisten. Der DFB verhängte automatisch drei Partien Sperre für „rohes Spiel“, der SCP aber legte Einspruch ein und hatte Erfolg: nur noch zweimal zuschauen, dazu 1500 Euro Geldstrafe. Die erregt Unverständnis beim Club, der das Urteil dennoch zähneknirschend akzeptiert. Die reduzierte Spielanzahl sorgt hingegen für Erleichterung. 

Denn mit Kittner verliert der Tabellensechste deutlich seltener als ohne ihn. „Er ist eigentlich unverzichtbar“, sagt Trainer Marco Antwerpen. „Besonders in der Spieleröffnung hat sich Ole in den letzten Monaten noch mal immens gesteigert, obwohl er schon über 30 ist.“

Beim 1:2 gegen Jena etwa schmorte der Verteidiger 90 Minuten auf der Bank. In Osnabrück und gegen Uerdingen fehlte er wegen eines kleinen Eingriffs am Knie, das 1:2 gegen Halle verpasste Kittner wegen seiner fünften Gelben Karte. Einzig beim 1:4 in Aalen und beim 1:3 in Großaspach wirkte er nennenswert mit. Die Partie in Karlsruhe war ja bereits nach 37 Minuten beim Stand von 0:1 beendet für ihn - und damit sein Fußballjahr. Teil eins seiner Sperre sitzt er am Samstag gegen den FSV Zwickau (14 Uhr) ab und auch zum Jahresausstand am 22. Dezember gegen Fortuna Köln ist er gesperrt. Der 31-Jährige, der meist als zentraler Mann der Dreierkette vor allem als Organisator sowie mit seiner Kopfballstärke überzeugt, besitzt derzeit den besten Notenschnitt aller SCP-Feldspieler (2,9). Ihn zu ersetzen, wird nicht leicht. Simon Scherder wäre, wenn Jannik Borgmann wieder halblinks ins Spiel kommt, erster Kandidat. Der Kapitän aber hatte genau in dieser Funktion gegen Halle keinen guten Tag. Die andere Möglichkeit ist die Viererkette, die schon gegen den KSC zum Einsatz kam. In der wäre Lion Schweers gesetzt, Borgmann und Scherder müssten sich um die zweite Stelle streiten.

Jablonski wieder im Einsatz

Über die Schiedsrichter und deren zahlreichen entscheidenden Pfiffe gegen die Preußen (oder deren Ausbleiben) im Allgemeinen sowie den Auftritt von Referee Sven Jablonski am Samstag in Karlsruhe im Speziellen hat sich der Verein in einem Brief beim DFB beschwert. Ob er etwas bewirkt? Trainer Marco Antwerpen ist skeptisch. „Es wäre ja komisch und auffällig, wenn jetzt plötzlich alles für uns ausgelegt würde“, sagt er. Als einer von vier Drittligisten hat Münster in der laufenden Serie noch keinen Elfmeter zugesprochen bekommen – obwohl mehrfach einer fällig war. Jablonski jedenfalls geht ohne Konsequenzen aus seiner umstrittenen Spielleitung hervor. Bereits am Freitag ist der 28-jährige Bremer wieder im Einsatz – in der Bundesliga. Dort ist er für das Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg eingeteilt.

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Eine knifflige Aufgabe für Antwerpen, der jetzt seit genau einem Jahr im Amt ist und in dieser Zeit einen beachtlichen Punkteschnitt (63 Zähler in 37 Partien bedeuten 1,73) aufweist. Der 47-Jährige weiß, dass die beiden Heimspiele vor Weihnachten kein Zuckerschlecken werden, hofft aber auf die mentale Stärke seiner Mannschaft. Seit seinem Amtsantritt mit dem ersten Pflichtspiel im Januar 2018 in Meppen haben die Preußen fast immer Antworten auf Niederlagen oder kleine Durststrecken gefunden. Vor allem in der Rückrunde der Vorsaison schlugen sie umgehend zurück. Zwei Pleiten am Stück gab es nie. Der Auftaktniederlage im Emsland (0:2) folgten Siege über Würzburg (1:0), Erfurt (5:0) und Bremen II (3:2), dem 1:3 in Magdeburg ein starker Auftritt beim 2:0 gegen Rostock. Nach dem schwachen 0:1 in Zwickau blieb Münster fünfmal unbesiegt, knüpfte unter anderem Spitzenreiter Paderborn ein 1:1 ab und gewann das Derby in Osnabrück 1:0. Nach dem 0:3 in Karlsruhe kam ein 1:0 über Wiesbaden, nach dem 1:2 gegen Halle ein 1:0 in Chemnitz. Vermutlich hatte Antwerpen auch diese Statements im Hinterkopf, als er vor zwei Wochen nach dem 3:0 über Braunschweig, dem das 1:3 in Großaspach vorausgegangen war, betonte: „Wir haben wieder nach einem schlechten Spiel eine Reaktion gezeigt. Die Jungs sind unfassbar stressresistent.“ Was es nun einmal mehr zu beweisen gilt. Denn gegen Halle und eben in Karlsruhe – wenn auch unter schmerzhaften Umständen – gab es zuletzt zwei Pleiten. In dieser Saison antwortete der SCP auf solche Negativerlebnisse ja auch schon beeindruckend. Nach dem 1:2 gegen Jena gewann der Außenseiter mit 2:1 auf dem Lauterer Betzenberg. Und nach dem 1:4-Debakel in Aalen (vor dem es aber auch schon Niederlagen in Osnabrück und gegen Uerdingen setzte) folgten sieben ungeschlagene Partien mit 17 Punkten. Nach zuletzt drei Pleiten aus vier Begegnungen käme ein Erfolg gegen Zwickau gerade recht.

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