Fußball: 3. Liga
Preußen am Boden, Antwerpen zählt Kapitän Scherder an

Münster -

Preußen Münster erlitt gegen den FSV Zwickau beim 0:2 schon die dritte Niederlage am Stück. Nach dem Spiel zählte Trainer Marco Antwerpen explizit seinen Kapitän Simon Scherder an, der an beiden Gegentoren beteiligt war. Die Vielzahl der Großchancen, die sein Team ausließ, spielte keine Rolle für ihn.

Sonntag, 16.12.2018, 15:26 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 15:48 Uhr
Nichts geht mehr. Der SCP scheiterte immer wieder an FSV-Keeper Johannes Brinkies (o.r.), hier hat René Klingenburg das Nachsehen. Simon Scherder (kl. Bild) wurde hinten zum Sündenbock. Foto: Jürgen Peperhowe

Für einen Moment dachte man, was für ein netter Nachmittag das gewesen sein muss. Joe Enochs, Osnabücker Kultfigur und Trainer des FSV Zwickau , drückte seine Wertschätzung für den Kollegen blumig aus. Was für ein netter Typ auch Enochs sei, ließ Münsters Coach Marco Antwerpen folgen. Respekt füreinander. Gleich, direkt nach dem Ende des Frage- und Antwortspiels, würden beide Maronen – so schien es – einkaufen gehen und Glühwein für ein trautes Zusammensein anwärmen. Adventszeit.

Doch Antwerpen ist dieser Tage alles andere als in bester vorweihnachtlicher Laune, diese Petitesse passte so gar nicht ins Bild. Kein Schmusekurs. In den letzten sechs Spielen hat er erlebt, wie der SC Preußen sukzessive den Rhythmus verloren hat, die für die 3. Liga notwendige Form und totale Konzentration nicht mehr abrufen kann. Das 0:2 (0:2) gegen Zwickau war ein weiterer Beleg dafür. Wieder frühe Gegentore, wieder vor allem eigene Fehler, wieder erst eine verspätete Reaktion der Adlerträger, wieder die richtig guten Chancen nicht genutzt. In Zahlen: vier von 18 Punkten aus den letzten sechs Spielen geholt, vier Niederlagen, 5:12 lautet die Torbilanz, einmal die Null beim 0:0 gegen 1860 München gehalten. „Ich bin sehr glücklich, dass wir die 29 Punkte und ein dickes Polster zu den Abstiegsrängen haben“, unkte der Coach. „Wenn ich die Spiele sehe, was wir für Gegentore kassieren, dann kommen wir für Punktgewinne nicht infrage. Unsere Jungs verteidigen nicht so, dass es der Gegner schwer hat.“

Ganz schwacher Zuschauerzuspruch

Das war die schlechteste Kulisse in dieser Saison: Nur 4976 Zuschauer kamen zum Heimspiel gegen Zwickau. Insgesamt 76.084 Zuschauern sahen die bislang zehn Heimpartien, mit 7608 Besuchern liegt der Durchschnitt über dem Plan. Das kommende Heimspiel gegen Fortuna Köln am nächsten Samstag verspricht dabei keine eklatante Steigerung.

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Und dabei zählte Antwerpen vor allem seinen Kapitän Simon Scherder an, eigentlich warf er den 25-Jährigen gleich den Wölfen zum Fraß vor. Scherder, der bei seiner Startelf-Rückkehr in Karlsruhe vor einer Woche bereits gepatzt hatte, war an beiden Gegentreffern maßgeblich beteiligt. Sein Befreiungsschlag vor dem 0:1 durch Anthony Barylla bereits nach fünf Minuten wurde zur Vorlage – der Zwickauer ballerte die Kugel in den Torwinkel. Beim 0:2 durch Ronny König nach 21 Minuten lief er tatenlos neben dem Zwickauer her, der mit einem harmlosen Fernschuss Max Schulze Niehues auf dem falschen Bein erwischte, vielleicht auch weil Lion Schweers das Spielgerät entscheidend abfälschte. Antwerpen: „Die Anzahl der individuellen Fehler ist zu hoch.“

Scherder, das Eigengewächs, war Symbol für den Aufschwung in der zweiten Hälfte der Vorsaison unter Antwerpen. Scherder, der Rückkehrer, steht nun als Synonym für die Krise, in die der SCP offenbar geschlittert ist.

Saisonpremiere für Schwarz

Am letzten Spieltag der Hinrunde kam Benjamin Schwarz zu seinem ersten Saisoneinsatz. Der 32-Jährige agierte als Linksverteidiger in der Viererkette nach kurzem Anlauf zuverlässig und solide. Trainer Marco Antwerpen kehrte nach dem frühen 0:2 zur bewährten Dreierkette zurück und spielte dann in einem 3-5-2-System. Neben Schwarz, der Philipp Hoffmann ersetzte, gab es mit Simon Scherder für den gesperrten Ole Kittner, Philipp Müller (für Sandrino Braun) und Lucas Cueto (für Tobias Warschewski) gleich vier Veränderungen im Vergleich zur Startelf in Karlsruhe.

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Seine Offensive, also Antwerpens, und das ist auch ein Teil der Wahrheit, ließ fünf hundertprozentige Gelegenheiten zum Ausgleich oder Anschluss aus. „Wir haben vier Chancen und machen zwei Tore. Münster hat vier Chancen und macht kein Tor, das war der Unterschied in diesem Spiel, ich weiß das 2:0 richtig einzuordnen gegen eine ganz starke Mannschaft aus Münster“, befand Enochs. Das meiste stimmte an dieser Aussage, aber Tatsache war auch, dass der SCP immer nur reagierte, zu spät den für 3. Liga notwendigen Leidenschafts- und Kampfmodus erreichte.

Zudem entschärfte Zwickaus Torhüter Johannes Brinkies viermal fantastisch Möglichkeiten, beim fünften Mal – einem Kopfball von Tobias Warschewski – half ihm die Latte (66.).

SC Preußen Münster - FSV Zwickau

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  • Kampf am Boden: René Klingenburg gegen Davy Frick.

    Kampf am Boden: René Klingenburg gegen Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickaus Christian Bickel versucht, an der Preußen-Mauer vorbeizukommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen sucht mal wieder das Gespräch mit einem Schiedsrichter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder vergibt eine Chance gegen Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers kommt vor Zwickaus Keeper Johannes Brinkies an den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Duell zwischen René Klingenburg und Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf: Nils Miatke behält gegen Fabian Menig die Oberhand.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlos am Rand: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König stoppt René Klingenburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Anzeigetafel verkündet die Minuskulisse.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König bleibt Kopfballsieger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickaus René Lange tauscht sich mit dem gegnerischen Trainer aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz beim Einwurf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König bremst René Klingenburg aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zum Wegschauen: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf zwischen Benjamin Schwarz und Ronny König.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • FSV-Trainer Joe Enochs und Preußens Kurtulus Özturk im Gespräch mit Schiedsrichter Frank Willenborg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickauer Torjubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg nach einer vergebenen Torchance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Geknickt: Tobias Warschewski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Verlierer-Mannschaft nach dem Schlusspfiff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle versucht, sich gegen Nico Antonitsch durchzusetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg im Kopfballduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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