Fußball: Frauen-Westfalenliga
Jung, mutig, herausfordernd – Kuhlmann coacht Wacker Mecklenbeck

Münster -

Bei Wackers Fußballerinnen übernimmt im Sommer ein ganz junger Mann das Kommando. Janek Kuhlmann löst den scheidenden André Frankrone auf dem Trainerposten ab.

Montag, 14.01.2019, 16:28 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 17:32 Uhr
Aufmerksamer Beobachter: Janek Kuhlmann (r.) beerbt zur neuen Saison André Frankrone (l.) bei Wackers Fußballerinnen. Foto: Privat

Montagmorgen. Janek Kuhlmann sitzt am Schreibtisch. Büffelt. Theorien der Sozialen Arbeit. Trockener Stoff. Muss halt irgendwie rein. Ende Januar ist Klausurzeit an der Uni. Die Zeit nimmt er sich. Sie ist ohnehin rar in seinem bewegten Leben. Und dürfte im Sommer noch knapper werden. Dann steigt er mit gerade 23 Lenzen vom „Co“ zum Cheftrainer bei den Fuß­ballerinnen von Wacker Mecklenbeck auf. Beerbt den scheidenden André Frankrone – mit 27 Jahren ebenfalls noch ein recht junger Bursche. Ja, an der ­Egelshove wird die Verantwortung seit vielen Jahren jungen Vereinsmitgliedern übertragen. Mutig.

„Ich freue mich“, sagt Kuhlmann. Und fügt an: „Ich traue mir das zu.“ Klar, mit dem 14. Lebensjahr hat er das Trainergeschäft für sich entdeckt. In der U 10 unter Lukas Hilgemann als Assistent, ein Jahr später als offizieller Coach der U 11. Die Anfänge. Vielversprechend. Bei Wacker spülte es ihn bis zu den U-17-Juniorinnen in die Regionalliga. Nach dem Aufstieg 2018 in die Westfalenliga holte ihn Frankrone für die Frauen-Mannschaft ins Boot. „Ein eifriger Junge, der ein gutes Standing hat. Ich bin froh, dass wir eine interne Lösung gefunden haben. Für Janek ist es eine tolle Perspektive“, reicht Frankrone das Zepter liebend gerne an seinen bisherigen Adjutanten weiter.

Der künftige „Ex“ sucht nach neun Jahren im Club eine neue Herausforderung. Im Männerbereich. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Frankrone bei einem Kreisligisten beweisen möchte. Die Gespräche stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Als Bereichsleiter beim Roten Kreuz stemmt er gerade seinen Fachwirt – da sind drei Trainingseinheiten unter der Woche nicht mehr drin. „Mir war bewusst, dass ich den Aufwand zurückschrauben muss.“ Das tut er – und macht den Weg frei für seinen „Hiwi“.

Der kennt die Mädels, die Abläufe. Fängt nicht bei null an. Und wird möglicherweise eher als ihm lieb ist in die Pflicht genommen. Da Frankrone derzeit mit einem Wadenbeinbruch auf Eis liegt, dürfte Kuhlmann beim Start der Vorbereitung am 27. Januar der „gefühlte“ Boss sein. Ein erster Vorgeschmack auf das, was ihn ab Juli erwartet – in der West­falenliga.

Die Spielklasse wird die gleiche sein. Der Aufsteiger hat sich bislang bravourös aus der Affäre gezogen und still und heimlich 22 Punkte gesammelt. Platz fünf steht nach 15 Spieltagen zu Buche. Mehr als alle im Verein zu träumen gewagt hatten. „Aber auch in der neuen Saison zählt für uns allein der Ligaerhalt“, sagt Kuhlmann. Ganz pragmatisch. Und in der Manier eines alten Hasen. Gefühlt ist er das – nach mehr als acht Jahren auf der Trainerbank bei Wacker.

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